Category: Traumserie

Übersicht – Traumserie

Traumserie Februar 2003

Übersicht:

1 – Warum träumen Sie nicht vom Friseur?
2 – Le Illuminate!
3 – New Orleans – Mississippi
4 – Airport Feuerland
5 – Eulenbaum – “Du musst sterben, bevor du stirbst!”
6 – Wellenartiges Denken
7 – Sterben mit Puls am Herzen
8 – Sexueller Sinneswandel
9 – Lecksuche im Keller
10 – „Spiel gut“ – pädagogisch wertvoll
11- Goldener Sebastian am Kohlehaufen
12- Aggressiver Salatkauf
13- Pantoletten mit goldenem Strass
14- Gefährlicher Stickstoff
15- Tankbehälter im Bauch
16- Sie werden unser Hund sein!
17- Das Know-how des Abtauchens
18- Radar Love
19- Hilfsaktion auf Schiff
20- Taj Mahal
21- Forschungslabor im Urwald
22- Dr. Brunner im verlassenen Krankenhaus
23- Voodoo-Zauber
24- Symbol der Zuneigung
25 – Der sadistische Uhrmacher
26- Foto-Sein
27 – Quälender Singsang von Pflanzenenergien
28 – Letzte Bootsfahrt

Quälender Singsang wuchernder Pflanzenenergien

27. Februar 2003 – Traumzeit: 5:37 Uhr

Traum Nr. 28

An einem unbenennbaren Ort mit Keno. Wir besprechen einen Traum von mir. Und Keno behandelt diesen, als sei er Realität. Dabei weist er mich auf viele Punkte hin, die real aber gar nicht gegeben sind! Es gelingt mir nicht einmal annähernd, ihm dies irgendwie verständlich zu machen. Wieder und wieder erkläre ich es. Er ignoriert jedes meiner Worte, als würde er mir gar nicht zuhören. In mir keimt Verzweiflung auf. Ich möchte so gerne verstanden werden, und es schmerzt inzwischen, dass mir dies nicht einmal ansatzweise gelingt. Trotz allem setze ich nochmals zu einer Erklärung an…

Und während des Erklärens finde ich mich im Halbdunkel auf dem Kirchdamm wieder. Allein! Nichts und niemand außer mir ist unterwegs. Es ist nun so, als befände ich mich in einem Film, der zurückgespult wird. So bewege ich mich rückwärts in die Vergangenheit, obwohl ich mich ursprünglich vorwärts bewegt hatte. Auf diesem Weg ist es nun möglich, die Energien des Weges sehr deutlich und in ihrer wirklichen Bedeutung wahrzunehmen. Die Klarheit der Erkenntnisse ist gerade dadurch ermöglicht, dass die Zeit längst gewesen ist, und ich somit nicht wirklich hier bin. Das ist die einzige Möglichkeit, überhaupt etwas erklären zu können!

Links geht es nach Neu-Otterstein ab. In mir bäumen sich Schmerz und Verzweiflung auf. Ein gequältes Stöhnen steigt aus tiefsten Tiefen auf… Diese Energien, die nun pflanzenähnlich aus der Erde hervorquellen, quälen mich mit schweigendem Singsang. Sie erwachsen, beugen sich wogend und raunend zu mir her, um sich im nächsten Augenblick meinem Blick zu entziehen. Sie wechseln auch ihre Erscheinung, so dass jeder außenstehende Betrachter ganz gewöhnliche Pflanzen sehen würde. Diese quälenden Energien blieben seinem Auge verborgen. Und genau dieser mehrdimensionale Aspekt dieser Pflanzen führt dazu, dass meine Aussagen – über mein Erleben und Fühlen – aus Sicht des unbeteiligten Betrachters völlig absurd erscheinen mögen. Niemals werde ich diesen tiefen inneren Schmerz vermitteln können, da er jenseits aller Worte und Begrifflichkeiten liegt.

Ich spüre, dass mich alle Kraft verlässt…

Der sadistische Uhrmacher

Traum Nr. 26

23. Februar 2003
Traumzeit: 2:17 Uhr

Als ich aufwache, liege ich in einem unbekannten breiten Bett. Tageslicht erhellt den Raum. Ein Mann tritt ans Bett. Sein dunkelgrauer Anzug war sicher nicht billig. Graumeliert und sehr kurz geschoren seine Haare. Insgesamt wirkt er bemerkenswert gepflegt. Die Brille mit dünner Fassung ist völlig klar. Als unangenehm erlebe ich die Parfumwolke, die ihn leise umgibt. Irgendwie… kenne ich diesen Mann… Doch woher?

Er kniet sich an die Bettkante, beugt sich über mich, bedeckt mein Gesicht mit hauchzarten Küssen, dehnt diese bis zum Hals aus. Ich fühle mich wie gelähmt. Würde mir nicht ein unbenennbarer Schmerz die Kehle zuschnüren, würde ich weinen; was mir Erleichterung verschaffen würde. Nur eine Träne läuft verstohlen über meine Wange, während mir der Mann mit leiser Stimme mitteilt. „Deine Uhr…“ er macht eine genüssliche Pause, „sie ist… – wertlos!“ Seine Schadenfreude ist unüberhörbar. Er kostet meine betroffene Reaktion aus, ehe er mit quälend langsamen Worten weiterspricht: „Deine Zeit… ist ohne Wert… Oh ja…! Deine Uhr w a r wertvoll, aber Du hast etwas versäumt. Ooooh… und so ist gleich zu Beginn Sand hineingeraten…. Es ist nichts mehr zu machen…“

Ich weiß, dass dieser Mann mit Uhren handelt – ein erfahrener Fachmann. In der Stadt hat er ein Geschäft. Meine Uhr ist ein wertvolles Erbstück. Vermutlich ist sie jetzt nur noch ein paar Mark wert.

Der Mann zeigt seine Uhr, die meiner verblüffend ähnlich ist und flüstert mir zu: „Ich habe meine Uhr von Beginn an präpariert, so dass mir so etwas nicht passieren kann!“ Ehe ich richtig etwas erkennen kann, zieht er seine Uhr mit einem Ruck aus meinem Blickfeld. Diese Information mag er mir gerne vorenthalten. Denn er weiß davon, wie wichtig mir diese Kenntnis wäre, damit ich in Zukunft einer solch schmerzlichen Erfahrung vorbeugen könnte.

„Du weinst…“ sagt er mit befriedigter Stimme. „Na na…, das ist doch kein Grund zum… Weinen…?“ Mit den Fingern kneift er meine Gesichtshaut an der Stelle zusammen, wo sich gerade die Träne befindet. „Komm…, lass mich die Träne wegwischen…“ Während er die Haut wie mit einer Zange zusammenkneift, und die Träne darin auffängt, schiebt er sie in Richtung Auge, um sie dorthin zurückzuführen. Es ist schmerzhaft, aber was wirklich schmerzt ist, dass er es genießt, mir weh zu tun.

Meine Hand liegt bei ihm im Nacken… An den Fingern spüre ich den Schweißfilm auf seiner Haut; vermischt mit dem Parfum. Ach, warum parfümiert er sich auch… – ich mag das nicht gerne. Wieder küsst er mich, im Gesicht und auf dem Hals. Ich möchte das jetzt gar nicht. Aber er wirkt inzwischen wie berauscht. Schließlich geht er ans Fußende und legt einen Teil seiner Kleidung ab. Währenddessen schaut er mich unablässig an, hält mich mit seinen Blicken fest. Ich fühle mich wie paralysiert. Klebrig tropfen die nächsten Worte aus seinem Mund: „Ehe ich Dich… jetzt… BESTEIGE… – Duuuu…. willst es doch… oder…? – habe ich hier noch etwas… für Dich!“ Mit einer ruckartigen Bewegung hält er mir einen nackten, leblosen Frauenkörper vor die Nase.
Oh nein!! Was ist das? Eine lebensgroße Frauenpuppe? Ihr Körper ähnelt dem meinem schrecklich verblüffend. Ist das eine Puppe oder eine Frau? Meine Augen tasten den Körper ab, an den Füßen beginnend, immer weiter hinauf. Oh, mein Gott… Sie wurde geköpft, sie wurde geköpft!!!!

Ich sehe kein Blut am Halsstumpf; vielleicht ist es eine Puppe? Der Halsstumpf wurde mit grobmaschigem derbem Stoff drapiert, mehrfach mit Garn umwickelt und so fixiert. Vielleicht sehe ich deshalb kein Blut? Der Körper wirkt frisch, nicht tot. Wo ist denn bloß der Kopf geblieben? Mit einer achtlosen Bewegung schmeißt er den Frauenkörper neben mir aufs Bett – dorthin, wo ich gerade eben noch lag. „Ich werde Dich jetzt – genau jetzt! – besteigen“, teilt er mir mit. Ein Schrei drängt aus meiner Kehle, aber diese ist wie zugeschnürt – kein Laut kann heraus. Und ich fühle mich wie gelähmt.

Es ist ein Traum! Es ist ein Traum! Ich muss sofort aufwachen und die Zeit notieren!! Schnell, schnell!!! Es ist 10:42 Uhr, ich muss es aufschreiben, ehe ich es vergesse.
Nochmals ein Blick auf die Uhr – ja, 10:42 Uhr. Licht einschalten, Notizen machen. Irgendwie geht es nicht, ich schaffe es nicht. Greife zum Lichtschalter, aber dort sind zwei Schalter und verschiedene Kabel. Ich bin verwirrt, denn warum sind dort zwei Schalter? Muss die Uhrzeit im Dunkeln notieren – schnell, schnell, sonst vergesse ich es. Darf dies nicht vergessen.

Liege dann in meinem Bett, will mein Traumbuch nehmen um den Traum zu notieren. Greife nach links auf den Fußboden – dort liegt es. Aber es ist das Falsche. Es ist mein altes Tagebuch! Ich schlage es auf und sehe alte Kassenbons, die mit Tesafilm hineingeklebt wurden. Dazwischen Notizen und Skizzen – alles bunt verstreut. In diesem Buch kann ich nicht den Traum notieren, er würde zwischen dem Durcheinander der früheren Notizen untergehen.

So greife ich ein anderes Buch, welches ich für mein Traumbuch halte. Aber nein, auch das ist wieder eines der alten Tagebücher. Wo ist denn nur mein Traumbuch? Langsam kommt Verzweiflung hoch.
Hinzu kommt, dass Urla in meinem Bett liegt und auf merkwürdige Weise meine Traumarbeit verhindern will. Sie setzt sich im Bett auf und liest seelenruhig in einem Buch, während Rick plötzlich anfängt auf seine Weise zu boykottieren. Er hat Alkohol getrunken, damit ich ihm meine Aufmerksamkeit schenken muss und springt Aufsehen erregend im und am Bett hin und her. Mir ist das jetzt egal, ich will diesen Traum notieren. Wo ist denn bloß der Lichtschalter? Zwar ist es hell im Raum, aber dennoch muss ich Licht anmachen. Sie wollen beide nicht, dass ich mich dem Traum zuwende… Aber ich will es!!!

Urla springt nun aus dem Bett, läuft über den Flur in das Schlafzimmer meines Ex-Mannes, setzt sich dort ans Fußende und schaltet den Fernseher ein. Das Flimmern spiegelt sich auf ihrem Gesicht wider. Währenddessen schiebt sie gedankenlos irgendwelchen Süßkram oder Knabberzeugs in sich hinein. Mir wird übel. Und schon springt sie wieder zu mir ins Bett und beginnt in irgendeinem trivialen Buch zu lesen… Es macht mich wahnsinnig und unkonzentriert. Ich möchte schreien, dass ich endlich Ruhe haben möchte, fühle mich ihnen wie ausgeliefert. Rick hat inzwischen dafür gesorgt, dass ich kein Licht einschalten kann, hat die Glühbirnen entfernt. Zudem hat er Musik eingeschaltet, und ich drehe gleich durch. Er springt hin und her, schaut mich hasserfüllt an…

Sie sollen mich in Ruhe lassen!!!!!! Aber ich bringe keinen Ton über die Lippen, schaue wie ohnmächtig zu. Und was ist hier für ein Chaos in der Wohnung?!! Wie soll ich da meine persönlichen Sachen wiederfinden? Es ist ja alles durcheinander gewühlt.
Rick dreht die Lautstärke der Musik auf, während Urla demonstrativ weiterliest, so als wolle sie mir damit zeigen, dass alles okay ist, so wie es ist, und ich einfach nur spinne, wenn ich diese blödsinnigen Träume notieren will.

Das Telefon an meinem Bett klingelt. Meine Vermieterin ist dran und will mir erklären, dass es ihr nicht gut geht – irgendwie ein Magen-Darm-Virus – und sie nicht in die Schule gehen kann. Die Verbindung ist schlecht, da die Musik inzwischen noch lauter ist, um das Telefonat zu verhindern. Rick und Urla erwarten von mir, dass ich ausschließlich ihnen Aufmerksamkeit schenke und von den Träumen ablasse. Ja, spinnt Rick nun total? Er weiß doch sehr genau, dass uns die Wohnung gekündigt wird, wenn die Vermieterin erfährt, dass wir so laut Musik hören, dass er ständig betrunken und die Wohnung dann auch im entsprechenden Zustand ist.
Um dies zu bedenken, ist er zu betrunken und mit gehässigem Blick in meine Richtung dreht er die Musik noch lauter.

Meine Vermieterin erzählt gerade etwas von ihrer Tochter, ich habe es kaum verstehen können – wegen des Lärms und der Ablenkung. Fange gerade noch einen Fetzen auf und wiederhole ihn, damit die Vermieterin nicht bemerkt, was hier los ist. Aber klar, sie hat längst den Höllenlärm mitgekriegt.
Ich sage zu ihr: „Ja stimmt, ihre Tochter ist inzwischen 28 Jahre alt – wie die Zeit vergeht.“ Hoffe auch, dass Rick nun endlich peilt, dass unsere Vermieterin dran ist und er die Musik endlich leiser dreht. Aber im Gegenteil…

Vor meinen Augen erscheint ein schwarzes, schmiedeeisernes Teil. Eine Art unregelmäßiges Rund mit Strahlen rundherum – bedeutungsvoll, aber auch unangenehm, weil es an eine Handwaffe erinnert. Um Rick endlich zur Vernunft zu bringen, sage ich, dass unsere Vermieterin ihn sprechen möchte. Leider ist die ganze Sache nicht mehr zu retten – sie hat längst alles bemerkt. Ich halte ihm den Hörer hin, aber er lacht nur hämisch. Glaubt mir offenbar nicht, dass es die Vermieterin ist. Langsam lasse ich den Hörer fallen…

So, und jetzt notiere ich die Traumzeit – verdammte Kiste! Sollen sie doch machen, wie sie wollen. Aber wie nun… War es 10:42 Uhr oder 10:52 Uhr??? Wo ist denn nur der Lichtschalter? Träume ich? Träume ich? Schnell, schnell, das Licht an!!! Uhrzeit, Uhrzeit!!!

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