Category: Traumserie

Eulenbaum

13. Februar 2003

Traumzeit: 1:53 Uhr
Traum Nr. 6
“Du musst sterben, bevor du stirbst!”

Spät in der Nacht am Rechner… Mit einem Male wird mir hellklar, dass die großen Fenster hinter mir frei sind – die Jalousien sind, wie üblich, nicht heruntergelassen.

Auf dem Monitor sehe ich die geöffnete Mail: dreispaltig, viele kleine Textabschnitte, teils in farbiger Schrift – viele unterschiedliche Informationen. Die grünen Passagen fallen besonders ins Auge. Diese Mail beinhaltet einen Austausch mit einer jüngeren Frau – ihr Bild taucht kurz auf: mittelblonde, leicht gewellte Haare.

Der überwiegende Teil des Textes stammt von mir. Die Frau am anderen Ende ist offensichtlich gerade dabei, auf diese Textabschnitte zu antworten. Jedenfalls sehe ich, dass sie bereits auf einen Teil geantwortet hat, aber noch nicht ganz fertig mit allem ist.
Mir wird etwas unheimlich zumute, als ich mit Erstaunen feststelle, dass ihre Worte bereits während des Schreibens auf meinem Monitor erscheinen; also noch ehe sie diese gesendet hat. So beobachte ich, wie sie Zeilen des bisher Geschriebenen löscht und aktualisiert. Vor allem ein Abschnitt unten links – in größerer hellbrauner Schrift – fällt mir ins Auge. In diesem Moment löscht sie ihn! Ich kann gerade so eben noch einen Blick darauf erhaschen. Dort stand doch “ooooOOooooooooooh….” ?
Da ich gerade mit einer Antwort auf eben diese Zeilen begonnen hatte, halte ich nun unentschlossen inne… und beobachte weiter… Bei der Betrachtung der gesamten Mail bemerke ich zwei oder drei Sätze, in dunkelblauer Schrift – aus meinem Austausch mit dem „goldenen Sebastian“ – die ich versehentlich in diese Mail integriert hatte. Oh, wie unangenehm, das sollte nicht noch einmal passieren. Ich muss mich besser konzentrieren!

Inzwischen würde ich diese Mail gerne zu Ende bringen, aber solange sie noch schreibt, ist es nicht möglich zu antworten, da ich auf ihre Inhalte eingehen möchte. Inzwischen erlebe ich es als unangenehm, ihr beim Schreiben zuzusehen, ohne dass sie etwas davon ahnt. Fast fühle ich mich ein Eindringling. Oder ob sie mich inzwischen bemerkt hat? Ich spüre mich zu ihr hin… Nein, bis jetzt spürt sie es nicht. Da sie gerade auf meine Zeilen antwortet – sich mir also öffnet – könnte ich vielleicht einen guten Zugang zu ihren Gedanken finden? Nur… würde sie dann nicht meine Gedanken für ihre eigenen halten?

Oh, mit einem Male findet eine atmosphärische Veränderung statt… und ich fühle mich beobachtet – schaut von draußen jemand zu mir hinein? Das sitzt doch etwas im Baum?!? Vielleicht ist es der Halbwüchsige? Vor meinen Augen erscheint das weiße Haus der Frau. Ein großer Baum mit üppiger grüner Krone steht daneben. Die Szenerie verwischt… und es ist so, als stehe dieser Baum gleichfalls vor meinem Haus. Während ich zu dem Baum schaue, nehme ich gedanklichen Kontakt mit dem Halbwüchsigen auf und sage, er solle sofort in das Haus gehen! Er muss sofort in das Haus der Frau gehen, damit alles seine Richtigkeit hat. Mir wird sehr unbehaglich, ich fühle mich etwas bedroht. Und ich bin mir nicht sicher, ob der Halbwüchsige nicht doch vor meinem Haus im Baum sitzt. Um die Frau darüber zu informieren, dass möglicherweise der Halbwüchsige bei ihr im Baum sitzt, nehme ich gedanklichen Kontakt mit der Frau auf. Die Frau antwortet: „Es ist gut, dass es so ist, denn so ist es richtig.“

Auf dem Monitor ist zu sehen, dass sie immer noch auf meine Mail antwortet. Aber irgend etwas ist nicht in Ordnung… ich spüre es. Und wieder löscht, aktualisiert und ergänzt sie die Antwort an mich aufs Neue. Es ist anstrengend, und mir ist, als müsse ich sie beim Schreiben mit innerer Kraft unterstützen. So, als könne sie ohne meine Anstrengung nicht auf meine Mail antworten. Ließe ich nun nach, so würde sie mir wohl kaum mehr antworten. Also konzentriere ich mich auf sie…

Ich möchte Gewissheit finden, ob der Halbwüchsigen nicht doch Einbildung ist, öffne die Terrassentür und blicke in die Dunkelheit hinaus. Bei mir im Zimmer brennt Licht und ich kann draußen kaum etwas erkennen. Das Gefühl der Bedrohung nimmt zu. Da ist doch jemand?!! Ein Blick zum Baum… vielleicht sitzt dort eine Eule? Aber dort – im Baum am Haus der Frau – sitzt eindeutig ein Halbwüchsiger. Sein Bild, wie er im Baum sitzt, steigt auf: er ist blond und schlaksig. Und er sitzt beobachtend hier im Baum! Verängstigt laufe ich von der Tür fort, in den Flur. Kurz darauf wende ich mich wieder der Mail zu. Die Frau schreibt immer noch; ahnt offenkundig wirklich nicht, dass ich ihr Tun mitverfolgen kann. Alles, was sie geschrieben hat, habe ich lesen können – auch das, was sie inzwischen löschte. Ich spüre immense innere Anstrengung und einen kneifenden Schmerz im Bauch.

Das Gefühl, beobachtet zu werden, überflutet meine bisher klaren Wahrnehmungen. Es ist so bedrückend und beängstigend… ich fühle mich regelrecht ausgeliefert. Und wieder laufe ich in den Flur, will Rick, der sich in den oberen Räumen aufhält – ist er überhaupt da?? – von meinen Wahrnehmungen berichten. Inzwischen möchte ich schreien – voller Panik! – aber es wäre doch dumm. Mit erstickter Stimme rufe ich die Treppe hinauf: „Da sitzt jemand im Baum und beobachtet mich.“ Ich kriege kaum einen Ton heraus. Ein Schreck durchfährt mich… Habe ich vorhin die Terrassentür geschlossen? Ich laufe hin und sehe sie einen spaltbreit offen stehen. Oh nein, womöglich ist er längst im Haus? Schnell, schnell, ich muss die Tür schließen!! Die Panik verschleiert den Blick, meine Hände gehorchen nicht richtig, sind zittrig und hektisch vor lauter Angst, und es gelingt nicht, den Türhebel richtig einrasten zu lassen. Ich kriege die Tür einfach nicht zu!! Zusammenreißen, und ein weiterer Versuch…. endlich ist die Tür zu. Nur… angenommen, er ist bereits im Haus? Das Gefühl der Bedrohung und des Unausweichlichen schwillt an. Panisch laufe ich in den Flur zurück, will schreien, aber der Schrei erstickt…

Mit einem Gefühl des Entsetzens und inneren Schmerzes wache ich auf.

Mississippi – New Orleans

Traum vom 12. Februar 2003 5:38 Uhr

Mit zwei oder drei Angehörigen zu Fuß unterwegs in einer unbekannten Landschaft. Hohe Bäume, sattes Grün. Am linken Wegrand ein breiter ruhiger Fluss – Idylle. Wir gehen bereits eine Weile. Inzwischen kam ein Anruf mit der Nachricht, dass der Mann noch nicht eingetroffen sei, der uns weiteren Weg zeigen wird.

Wir durchqueren einen zweiten Ort. Es könnte sein, dass der erwartete Mann hier anzutreffen ist. Oder im nächsten Ort. Ich habe keine Lust hier womöglich unnötig zu warten und mache den Vorschlag, wir könnten unseren Weg fortsetzen und uns im nächsten Ort umsehen. Wir könnten den Ort schnurgerade durchqueren, damit wir schnell zurückfänden, sollte der Mann doch im vorherigen Ort auf uns warten. Wie ist eigentlich der Name des Ortes, der vor uns liegt? Er ist noch nicht zu sehen, so viele Bäume… Ich blicke versonnen nach oben links zum Himmel, lasse den Blick unscharf werden, spüre mich zum Ort hin… Ah, es ist Garlstedt! Das ist mir ein Begriff. „Komm, lasst uns weitergehen!“

Noch immer der breite Fluss, und doch hat sich etwas verändert. Überraschend, und ohne Abschied zu nehmen, machten sich mein Ex und mein Sohn auf eine längere Reise. Das Schiff ist bereits mit ihnen an Bord abgefahren und mir bleibt nur, ihnen nachzuschauen. Bald verschwindet es hinter der nächsten Biegung des Flusses. Dass auch beide zur gleichen Zeit fortgehen… – Trauer und Schmerz. Mein Sohn tritt den Zivildienst an, mein Ex hat einen Auftrag erhalten. Das heißt, auch sie beide werden sich bald trennen. Noch einmal taucht das Schiff in der Ferne auf… Sieht ja wie ein Raddampfer aus?!

Immer weiter dem Fluss folgend. Dann nach links vom Weg ab, einen Abhang hinauf. Meine Füße finden kaum Halt auf dem sandigen Untergrund. Oben angekommen die Tische und Stühle eines Lokals. Aus Waschbeton gefertigt laden sie nicht zum Verweilen ein. Doch die Angehörigen möchten eine kurze Pause einlegen. Aber… da sitzt man ja direkt über dem Abhang?! Es sind nicht mehr viele Plätze frei. Meine Schwester sitzt im hinteren Bereich unter einer Markise. Ich müsste mich dazu setzen, aber es sitzt bereits eine unbekannte Frau auf „meinem“ Platz. Diese löffelt Pfefferminz-Eis aus einem Glaskelch. Auch meine Schwester isst ein Eis. Die Bedienung kommt, stellt eine Eisschokolade dazu – meine Schwester hat diese für mich bestellt. Die fremde Frau nimmt meine Eisschokolade. Nanu? Muss ich noch warten? Das zöge den Aufenthalt immer mehr in die Länge. Allein der Gedanke bereitet mir schlechte Laune. Besser, ich verschwinde mal auf die Toilette.

Durch den Hintereingang betrete ich das Lokal, gehe eine Treppe hinab… Das kenne ich doch? Langsam gewöhnen sich meine Augen an das gedämpfte Licht. Warmes Dunkelrot bedeckt den Boden und doch spüre ich, dass sich unter dem Belag einfache Metallstufen befinden. Auch der Fußboden… das ist Stahlblech unter dem Belag. Wie auf einem Dampfer. Jetzt fällt es mir ein: Holiday Inn! Dann ist ja auch klar, wo ich die Toiletten finde. Hier unten begegnet mir eine ernst blickende Kellnerin. Sie mustert mich und denkt: ‘Frauen wie dieser bindest du einfach ‘ne Schürze um; die finden sich überall zurecht.’ Das bereitet mir widersprüchliche Gefühle.

Kellnerin und Inn bringen den Traum Warum träumen Sie nicht vom Friseur? in Erinnerung.

Le Illuminate!

Traum Nr. 2 vom 11.02.2003 – 4:21 oder 5:31 Uhr

Höhenlage. Mit dem Auto unterwegs. Gut hundert Meter weiter endet diese Straße. Jemand neben mir auf dem Beifahrersitz. Ich fahre rechts auf einen Seitenstreifen. Der Parkplatz wird gerade frei. Das erleichtert mich etwas, denn aus unerklärlichem Grund favorisiere ich diesen Standplatz.

Direkt neben der Fahrspur steht ein dunkler Gegenstand auf dem Gehsteig. Eine Dose?? Ich scheue mich, das Ding in die Hand zu nehmen, um es näher zu betrachten. Außerdem zieht mein Auto einen Boots- oder Motorradanhänger mit etwas Überbreite; das fordert meine Aufmerksamkeit. Vor dem Aussteigen ziehe ich die Handbremse bewusst sehr fest an. Als der Beifahrer und ich aussteigen, bemerke ich, dass ein Reifen auf dem oberen Absatz der Steintreppe steht. Dort geht es steil hinab. Ich parke sehr nahe am Abhang… werde es aber wohl nicht besser hinbekommen, selbst wenn ich den Wagen umparke. Der Beifahrer meint, es sei doch gut so.

Zu Fuß gehen wir den Weg zurück, den wir mit dem Auto kamen. Vor uns liegt eine weite Grünfläche. Ein Freizeitgebiet? Paragliding? Links am Fahrbahnrand sitzen zwei Männer im Gras. Einer wirft eine halb gerauchte Zigarette achtlos – wie in plötzlicher Eile – ins Gras. Der Rauch kräuselt nach oben – etwas, das meinen Blick sonderbar auf sich zieht. Ich fühle mich nicht gut damit. Hier stimmt etwas nicht. Dann erkenne ich: einer der Männer ist der Geweyhte. Seine Blicke folgen mir. Ich trage Shorts und fühle mich plötzlich nackt und schutzlos… Wie unangenehm… und ich werde ja schon bald hier wieder zurück müssen. Ich weiß, dass ich nicht dort ankommen werde, wo ich eigentlich hin will, denn zuvor wird etwas geschehen, dass dies verhindert. Ob es gut ist, dass ich hier zurück muss? —

—- …. der Seher… eine Stimme: „Du projizierst…“
— … ich nehme ein Badelaken, wickele es um meinen nackten Unterkörper…
— … Le Illuminate…!

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