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	<title>Traumdeutung</title>
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		<title>Brüste abschneiden</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 19:22:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Masters</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Traum vom 6. September 2010
In einem abseits gelegenen Nebenzimmer angekommen, komme ich etwas zur Ruhe und Besinnung. Direkt vor dem Fenster steht ein Esstisch, der als Arbeitsfläche während des Kochens dient. Ich stelle mich davor, blicke hinaus, ohne wirklich hinzusehen. In der rechten Hand halte ich ein stumpfes Messer von altem Essbesteck. Damit will ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Traum vom 6. September 2010</strong></p>
<p>In einem abseits gelegenen Nebenzimmer angekommen, komme ich etwas zur Ruhe und Besinnung. Direkt vor dem Fenster steht ein Esstisch, der als Arbeitsfläche während des Kochens dient. Ich stelle mich davor, blicke hinaus, ohne wirklich hinzusehen. In der rechten Hand halte ich ein stumpfes Messer von altem Essbesteck. Damit will ich meine Brüste abschneiden. Das habe ich schon öfter so gemacht; alle paar Wochen nämlich, wenn ich mein Brustfleisch als Zutat für eine nahrhafte Suppe brauchte – ich habe direkt vor Augen, wie ich zwei frische Fleischkränze in heiße Gemüsebrühe lege. Doch etwas lässt mich heute zögern&#8230; Moment mal&#8230; Zwar wächst das Brustfleisch immer nach und es bildete sich auch jedes Mal eine schöne zarte Haut darüber – bisher war es jedenfalls so, auch wenn ich dafür keine Erklärung habe – doch es bleiben Spuren zurück. Erst einmal sind meine Brüste deutlich kleiner geworden. Auf meiner linken Brust ist die feine Linie einer Narbe zu erkennen. Zum ersten Mal zögere ich&#8230; Zum ersten Mal denke ich überhaupt darüber nach! Klar, was spräche schon dagegen, auch heute das Brustfleisch zu ernten – so als schneide ich kleine Kürbisse von einer Pflanze; voller Vertrauen, dass immer neue Blüten und damit Kürbisse wachsen. Es muss ja bisher immer problemlos gewesen sein, jedenfalls erinnere ich mich nicht an Bedenkliches. Merkwürdig, welche Hemmungen ich heute habe&#8230;. ich kann mich nicht überwinden, das Messer anzusetzen und die großen Schnitte zu machen. Denn: eigentlich weiß ich gar nicht genau, an welcher Stelle das Brustfleisch vom Körper getrennt werden sollte. Außerdem ist das Messer total stumpf. Sollte ich nur einen Teil abschneiden und somit an falscher Stelle&#8230; womöglich wächst dann nichts mehr nach. Ja, kann ich denn überhaupt sicher sein, dass erneut so schöne Haut darüber wächst? Was ist, wenn die Schnittstellen nicht heilen? Dann hätte ich zwei riesige blutende Wunden? Was ist das überhaupt für eine Sache, die eigenen Brüste zu kochen?? Mehr und mehr kommt mir der Gedanke, die Sache könne ziemlich riskant sein. Nein, ich bringe es heute einfach nicht über mich, die Brüste abzuschneiden. Jetzt, wo mir das Ausmaß der möglichen Folgen bewusst wird; vor allem wenn man bedenkt, wie dilettantisch ich vorginge. Langsam sinkt die Hand mit dem Messer. Bisher hatte ich es einfach getan, ohne nachzudenken. Man wollte seiner Familie ja etwas Nahrhaftes vorsetzen können. Nein, dennoch&#8230; ich schaffe es heute nicht. Diese inzwischen kleineren Brüste, die eigentlich recht hübsch aussehen, sind ja alles, was mir noch geblieben ist! Ich will sie nicht in Gefahr bringen.</p>
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		<title>Der mürrische Geweyhte</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 21:28:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Masters</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Traum vom 5. September 2010
Im Schnellzug durch die Nacht. Wenig Mitreisende, angenehme Ruhe. Das Dunkel saust schemenlos an den Fenstern vorbei. Ich sitze links des Ganges an einem winzigen Tischchen am Fenster. Vor mir ein Teller mit leichter Speise, von dem ich mit einem kleinen Gäbelchen kleine Bissen nehme und mit wenig Appetit esse. Da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Traum vom 5. September 2010</strong></p>
<p>Im Schnellzug durch die Nacht. Wenig Mitreisende, angenehme Ruhe. Das Dunkel saust schemenlos an den Fenstern vorbei. Ich sitze links des Ganges an einem winzigen Tischchen am Fenster. Vor mir ein Teller mit leichter Speise, von dem ich mit einem kleinen Gäbelchen kleine Bissen nehme und mit wenig Appetit esse. Da bemerke ich rechts von mir, auf der anderen Seite des Ganges, den Geweyhten. Er sitzt allein an einem großen Vierertisch und isst ebenfalls. Oh toll, wie schön ihn zu sehen! Ich sah ihn so lange nicht mehr. Ohne zu fragen, ohne eine Einladung abzuwarten, nehme ich meinen Teller und setze mich neben ihn. Er rückt bereitwillig zur Seite, schaut aber mürrisch vor sich hin und sagt kein Wort. Einzig seine weiche Körperspannung, die Offenheit vermuten lässt, und das kurze Aufleuchten seines Gesichts geben mir das Gefühl, dennoch willkommen zu sein.</p>
<p>Erfüllt von Mitteilungsfreude erzähle ich kurz, was ich von unserer gemeinsamen, von uns beiden sehr geschätzten Bekannten – wir haben vermutlich nur diese eine – weiß; woraufhin er beiträgt, was er Neues aus ihrem Leben erfahren hat. Während ich weiter kleine Bissen in den Mund führe und langsam kaue, geht unsere Unterhaltung dem entsprechend weiter. Bald geht es um das Geld, dass unsere Bekannte mit ihren künstlerischen Arbeiten verdient. Der Geweyhte meint, es sei nur sehr wenig.<br />
Ich frage nach: „Kann sie davon leben?“<br />
Er bestätigt.<br />
„Na, dann ist es doch genug!“ stelle ich zufrieden fest.<br />
Mit zwei oder drei Sätzen ergänzt der Geweyhte das bisher Gesagte.<br />
 Worauf ich erwidere: „Mich interessiert nur wenig, wie viel Geld jemand hat, sondern viel mehr, was er daraus macht.“<br />
„Daraus <em>macht</em>?“ äfft mir der Geweyhte missmutig nach, so als sei ich plemplem. Und erklärt: „Das Geld wird in der Bundesnotenbank ge<em>macht</em>!“<br />
Ich kann gerade noch verhindern, dass sich meine Augen genervt verdrehen. Für wie blöd hält der mich eigentlich? „Das weiß ich doch.“ antworte ich mit sanfter und freundlicher Stimme. Ich will es mir mit ihm ja nicht verderben.<br />
Dann erzählt er von seiner aktuellen Tätigkeit bei einer Zeitung. Ganz genau komme ich nicht dahinter, so spärlich kommen weitere Informationen dazu. Ich kann das alles nicht weiter einordnen. Da er stets so mürrisch ist und so unzugänglich wirkt, wage ich nicht, weiter nachzufragen, obwohl es mich sehr interessierte.<br />
Inzwischen folgte eine weitere unpersönliche Information seinerseits. Mit Blick aus dem Augenwinkel bemerke ich die tiefen Furchen in seinen Wangen. Wie alt ist er inzwischen? Mitte Siebzig, könnte hinkommen. In seiner Gegenwart vergesse ich immer wieder, um wie viel älter er ist. Er hat auch etwas von seiner fleischlichen Substanz verloren. Dennoch ist er immer noch ein attraktiver Mann in meinen Augen. Und das, obwohl er immer so mürrisch ist – vielleicht auch gerade deswegen.<br />
Es drängt mich immer noch, mich verständlich zu machen: „Mich interessiert vor allem der Mensch, die Person! Seine Ergebnisse sind für mich höchstens zweitrangig. Ich möchte wissen, wie er mit dem Leben umgeht.“<br />
Der Geweyhte antwortet wieder mit klugen Worten – mit kühlem Verstand weiß er Wärme und Nähe stets zu verhindern.<br />
Plötzlich legen meine Hände das Besteck ab, entschlossen! Ich hebe meinen Blick vom Teller, richte ihn starr geradeaus, spüre Wut aufsteigen und zische mit gepresster Stimme: „So. hab. doch.nicht.immer.Widerworte!“ Ja!! Genau so erlebe ich seine Antworten nämlich: mit seinem kühlen Verstand widersetzt er sich mir, indem er auf der Sachebene antwortet, während ich doch die Person meine! Auch auf diesen, meinen kleinen Ausbruch antwortet er nur ungerührt mit einer kleinen philosophischen Betrachtung. Ich möchte mit der Faust auf den Tisch schlagen! Diese Weisheiten sind mir nicht neu, und darauf will ich nicht hinaus! Dann schaue ich zur Seite, auf seinen Teller &#8212; ohne mit der Aufmerksamkeit dort zu sein, registriere ich dennoch seinen fast leergeräumten Teller – und erkläre, gefühlsmäßig ziemlich aus der Fassung geraten: „Weißt Du, ich würde Dir sehr viel mehr erzählen, wenn Du dich darauf auch einlassen könntest!“ Ja, tatsächlich ist das Gefühl sehr unangenehm, von ihm immer wieder aufs Trockene geworfen zu werden.</p>
<p>Mit einem Male erscheint, in der Durchgangstür vor uns, ein junge Chinesin von sehr kleiner und burschikoser Gestalt. Vielleicht entstammt die junge Frau einer armen Bauernfamilie. So voller Staub sind ihre winzigen hübschen Füßchen (so groß wie die einer Dreijährigen), die in goldenen Schlappen stecken. Auf ihrem Kopf trägt sie ein flaches Hütchen aus orientalischem Brokat mit einem winzigen Troddel auf der Hütchenmitte. Von spontaner Zuneigung und Begeisterung erfasst, schlage ich die Hände zusammen, hüpfe auf meinem Platz herum und rufe dem Geweyhten zu: „Ist sie nicht süß? Sie ist so goldig!“ Kaum dass er hinschaut; ich höre ein unverständliches Murren als Antwort. Da erscheint &#8212; und sei es nur, um es dem Geweyhten zu zeigen? &#8212; ein Junger mit einem alten schwarzen Hütchen. Auch er ein Jüngling von eher kleiner Gestalt. Er sieht das Mädchen und weiß in der nächsten Sekunde, dass er sie liebt, dass er endlich „sein Mädchen“ gefunden hat. Mit einem entschlossenen Griff um die Taille nimmt er sie und trägt die zarte Kostbarkeit fort in die Kammer nebenan. Schon bald ist von dort ein glückseliges Schmatzen und Seufzen zu hören. „Ach, wie goldig!“ rufe ich zutiefst gerührt aus „Was ist das zauberhaft!“ Ich spüre meine vor Glück geröteten Wangen. Doch auch jetzt, wo doch die Geräusche Liebender zu hören sind, zeigt sich der Geweyhte immer noch unberührt und mürrisch. Dann ein paar Worte von ihm, womit er das ganze Ereignis auf eine nüchterne Ebene zieht und damit, meinem Empfinden nach, um das Wundervolle beraubt. &#8212; Auch gut. Dann ist das so. Ich kenne den Geweyhten eh nicht anders. Dennoch&#8230; es ist doch interessant, wie sehr mich seine Art im eigenen Kommunikationsfluss immer wieder hemmt.</p>
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		<title>Jeroldingen</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 21:19:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Masters</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Traum vom 5. September 2010
Vor mir liegen zwei neue Kassettendecken. Mike brachte sie gestern von seinem Ausflug mit. Offenbar konnte er zwei sehr hochwertige Decken zu einem äußerst günstigen Preis erwerben. Tatsächlich ist die Qualität hervorragend, das ist bereits mit bloßem Auge zu erkennen. Sehr eng gewebte, veredelte Baumwolle im Gemisch mit Seidengarn. Gefüllt mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Traum vom 5. September 2010</strong></p>
<p>Vor mir liegen zwei neue Kassettendecken. Mike brachte sie gestern von seinem Ausflug mit. Offenbar konnte er zwei sehr hochwertige Decken zu einem äußerst günstigen Preis erwerben. Tatsächlich ist die Qualität hervorragend, das ist bereits mit bloßem Auge zu erkennen. Sehr eng gewebte, veredelte Baumwolle im Gemisch mit Seidengarn. Gefüllt mit feinsten Daunen, an einer Seite ergänzt durch Schafwolle, vernäht zu vielen Kassetten, so dass eine gleichmäßige Verteilung der Federn dauerhaft gewährleistet ist. Schnell erkenne ich, warum diese Decken so günstig waren: sie haben eine Breite von nur einem Meter. Ich äußere meine Bedenken: „Sie sind zu schmal, um sich damit wärmend bedecken zu können.“ &#8212; „Ach was“ winkt Mike ab „man muss nur die entsprechende Lage einnehmen, dann passt das schon. Das ist alles genau richtig.“</p>
<p>Als Mike später fort ist, werfe ich einen eingehenden Blick auf die Verpackung. Vielleicht finde ich die Telefonnummer des Händlers oder Herstellers und kann die Decken zurückgeben. Ah ja, auf der Rückseite steht in bunten Buchstaben „Kinderland“ - eine Bettdecke für Kinder; da passt das. Weiter unten auf der Pappe steht „Jeroldingen“ - der Name des Ortes, wo diese Decken verkauft werden. Das ist mir nun ziemlich unangenehm. Mike hatte mir nicht erzählt, wohin seine gestrige Reise ging – weshalb ich davon ausgehe, dass er mir das nicht sagen wollte. Nun hat es die Verpackung verraten. Blöd, ich wollte ihm nicht nachspionieren. Aber toll: da steht sogar die Telefonnummer! Ich nehme mein Handy und tippe die Nummer ein. Nanu? Mit einem Male werde ich als eine mit wenigen Strichen gezeichnete Figur dargestellt. Da oben rechts ist ein Kreuz – mit einem Klick lässt sich die Figur sicher schließen, damit endlich die Telefonnummer eingegeben werden kann. Doch treffe ich das Kreuz nicht, sondern es entfaltet sich ein weiteres Menü mit Mädchennamen in alphabetischer Reihenfolge. Ich kann hier eine weitere Figur wählen. Ich will doch gar kein Spiel! Ich tippe mit dem Finger auf dem Screen herum, aber eine Durchwahl will und will mir nicht gelingen. Das nervt! Ich möchte diese Angelegenheit schnell klären und nun ist das alles so kniffelig.</p>
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		<title>Röntgenaufnahmen - 1888</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 21:37:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Masters</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Traum vom 4. September 2010
Bei meinem Hausarzt. Offenbar ein Vertreter alter Zeiten oder die Zeit ist vor rund fünfzig Jahren stehengeblieben. Er hebt ein Röntgenbild hoch, betrachtet es und meint dann, fast neckend zu mir: „Sie mit ihren Gewebesäckchen!“ &#8212; Tatsächlich ist auf dem Röntgenbild im Bereich des rechten Rachens eine kleine Ausbuchtung zu erkennen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Traum vom 4. September 2010</strong></p>
<p>Bei meinem Hausarzt. Offenbar ein Vertreter alter Zeiten oder die Zeit ist vor rund fünfzig Jahren stehengeblieben. Er hebt ein Röntgenbild hoch, betrachtet es und meint dann, fast neckend zu mir: „Sie mit ihren Gewebesäckchen!“ &#8212; Tatsächlich ist auf dem Röntgenbild im Bereich des rechten Rachens eine kleine Ausbuchtung zu erkennen. Ja, so berichtet er, bereits früher habe er ähnliches gesehen, kramt in den tiefen Schubladen seines umfangreichen Archivs herum und zieht entsprechende Röntgenaufnahmen hervor. Wieder die Röntgenaufnahme eines weit geöffneten Rachens. Doch die Aufnahme zeigt mehr: offenbar war die Erkrankung damals tödlich verlaufen, denn im unteren Bereich ist die Röntgenaufnahme des Grabsteines zu sehen. Zwar mag ich kaum hinschauen – wenn die Erkrankung tödlich war, was will er mit denn damit zeigen?? – aber ich erkenne, wenn auch unsicher, die Jahreszahl: 1888 &#8212; Vermutlich das Todesjahr. Beunruhigend, auf der anderen Seite aber auch beruhigend, denn mein Todesjahr kann es ja nicht sein. Inzwischen hält der Arzt ein weiteres Röntgenbild hoch: die Aufnahme wurde offenbar im Leichenschauhaus gemacht. Ein Fuß, mit einem Schildchen am Zeh&#8230; ziemlich makaber, was der so alles aufbewahrt&#8230; oder? Ich sitze ihm an einem langen Tisch gegenüber. Seinerseits die Arztpraxis, meinerseits ein karger Aufenthaltsraum. Gedankenverloren schraube ich die Mineralwasserflasche zu und sage mit schwacher Stimme: „Ich bin erschöpft.“ Es kommt keine nennenswerte Reaktion und ich wiederhole: „Ich bin so erschöpft, ich kann nicht mehr.“ Vielleicht hatte ich auf ein verständnisvolles Wort gehofft, jedenfalls bin ich etwas enttäuscht, als gar keine Antwort kommt. Vielleicht fehlt es ihm an Verständnis für mich, meine Situation, was weiß ich. Ich verspüre ein  Bedürfnis nach Trost, nach Verständnis, ein paar Worten verbunden mit ehrlicher Zuwendung. Naja, das gibt es natürlich auch hier nicht. Das gibt’s ja eh nirgends. Der Assistent des Arztes schaut mich sehr wach an – tatenlos.</p>
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		<title>Think Pink!</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 21:35:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Masters</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Traum vom 4. September 2010
Hunger und Durst. Bei unserer Erkundung erreichen wir ein großes Lokal, das sich rasch als eine ineinander verschachtelte Ansammlung verschiedener Cafés und Selbstbedienungs-Bäckereien. Die erwachsenen Kinder wollen nicht mehr lange umhergehen, sondern gleich hier einen Platz suchen; auch wenn es teuer ist. Ich möchte aber unbedingt schauen, ob ich hier irgendwo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Traum vom 4. September 2010</strong></p>
<p>Hunger und Durst. Bei unserer Erkundung erreichen wir ein großes Lokal, das sich rasch als eine ineinander verschachtelte Ansammlung verschiedener Cafés und Selbstbedienungs-Bäckereien. Die erwachsenen Kinder wollen nicht mehr lange umhergehen, sondern gleich hier einen Platz suchen; auch wenn es teuer ist. Ich möchte aber unbedingt schauen, ob ich hier irgendwo meine Lieblingsbrötchen ergattern kann. Ich mache mir berechtigte Hoffnungen.</p>
<p>Beim Durchqueren der verschiedenen Räume erweisen sich diese als etwas chaotisch organisiert. Die verschiedenen Betriebe greifen ineinander über, teils sind kleine Cafés einem abgeschlossenen Kästchen ähnlich, in größere Cafés eingebettet. So auch hier: das winzige Café bietet vier kleine Tische, durch einen schmalen Gang von einem altmodischen Holztresen getrennt. Die Wirtin rutscht auf allen Vieren und wienert den Boden. Alle Tische sind besetzt. Oje, die Arme, sie wird viel arbeiten müssen. Der Gewinn wird eher gering sein und wenn sie davon leben will&#8230; Rundum all die „großen „ Konkurrenten. Ich lasse es hinter mir, gelange an den hinteren Bereich der ganzen Anlage.</p>
<p>Ein großes Lokal, alle Tische sind besetzt. Zu einem guten Teil von einer Reisegruppe: dicke Negermamis, die alle die gleichen Plateaupantoletten aus rosa Lackleder tragen. Wie schön das ausschaut! Unter den Tischen all die drallen dunkelbraunen Beine und Füße in hübschem Kontrast zu dem leuchtenden Rosa. Zu blöd, dass ich meine Cam nicht dabei habe. Zu gerne hätte ich all die Füße in Rosa fotografiert, wie sie durcheinander unter den Tischen stehen. Nun werde ich sie zeichnen müssen. Das ist blöd, denn ich weiß gar nicht, ob ich das zeichnen kann. Wirklich faszinierend. Kaum dass ich meinen Blick davon lösen kann. Das Lokal hat sich übrigens auf den Ausschank von Mineralwasser spezialisiert. Und als ich mich kurz umschaue, kommt gleich eine der beiden hier Angestellten, die Wirtin selbst, auf mich zu und fragt nach meinem Wunsch. „Ein Mineralwasser, bitte“ sage ich. &#8212; „Endlich mal eine klare Ansage!“ sagt sie anerkennend und geht das Gewünschte holen. Merkwürdig&#8230; ich habe noch nicht einmal gesagt, ob „sin“ oder „con“&#8230; Ich könnte ihr hinterherrufen, aber nun – da sie mich wegen meiner Klarheit lobte – will ich nicht so unklar dastehen und sage lieber nichts. Sie kehrt zurück, drückt mir eine 0,7l-Flasche „Wasser – medium“ in die Hand und nennt den Preis. Ich krame im Portemonnaie nach der entsprechenden Euro-Münze herum. Kurze Verwirrung, ob es ein oder zwei Eurokostet. Die zehn Cent hatte ich völlig überhört. Aber egal, alles da! Nur lasse ich mir nicht anmerken, wenn etwas unklar ist, um meinem Image – von wegen Klarheit! – weiterhin gerecht zu werden. Alles andere wäre mir nun ja sehr unangenehm. Naja, und es ist immer noch ärgerlich, dass ich die Cam vergessen habe; wegen der Negermamis mit den rosa Plateauschuhen. Ich hätte wirklich in aller Ruhe Aufnahmen davon machen können. Bald darauf, an gleichem Ort, treffe ich mit den Älteren zusammen und erzähle ihnen von den Negermamis und den uniformen Schuhen. Doch kann ich dafür kein Interesse wecken.</p>
<p>Ich mache mich mit ihnen auf den Weg, gelange schließlich in ländliche Gegend und in eine erdige Versenkung, gut ein Morgen groß. Schwarze Erde, nass, vielleicht wurde hier mal Torf gestochen. An der Längsseite stehen meine kleine Tochter und ich. Blick zur Straße, bis zu den Schultern in der Versenkung stehend. Mit den Fingern kratze ich an der Oberfläche herum, woraufhin die Erde in feinen Schichten zu rutschen beginnt. Ich blicke mich um, zu dem Älteren, der an der gegenüberliegenden Längsseite die Erdschichten vorsichtig ablöst. Oh&#8230;welch wunderbare Erde dort zum Vorschein kommt&#8230;. So wunderbar leuchtende Gewürztöne, wie große Mengen von Gewürzpulvern: Gelbwurz, Kreuzkümmel, Chilipulver, Safran, Kardamom, Kurkuma, Koriander&#8230; Sehr gerne würde auch ich hier solche Erde freilegen – Farbpigmente in einer solchen Fülle! Doch wie enttäuschend: zwar kommt die obere Erdschicht in Bewegung, aber meine Freude beim allerersten Anblick weicht der Ernüchterung: das Farbige entpuppt sich als Strickschals, die hier wohl mal verloren und dann in der Erde verschwunden waren. Keine farbige Erde. So sage ich zu meiner Tochter: „Komm, lass uns hinüber zum Älteren gehen!“</p>
<p>Der Weg ist schwieriger, als anfänglich vermutet. Sumpfige Bereiche, Niveauunterschiede und kniffelige Landschaftsformen fordern Aufmerksamkeit und Balance. Um in die Versenkung des Älteren zu gelangen, müssen wir mindestens zehn Meter in die Tiefe. Zwar gibt es dort eine Feuerleiter, aber dort und auf den anderen Überbrückungen fließt das Kondenswasser über das Metall. Rutschig, wenig Halt. Gerade will ich den Abstieg in Angriff nehmen, da bemerke ich die Familie am unteren Ende der Feuerleiter. Es ist so kniffelig, wir brauchen mehr Zeit. Ich sage zu meiner Tochter: „Geh zurück, wir lassen sie erst vorbei.“ Ich möchte die Passage in Ruhe nehmen. Außerdem bin ich nicht mehr sicher, dass ich die Passage gemeinsam mit dem Kind bewältigen kann. So geht sie zurück; viele Schritte zurück. Ich höre, wie sie rückwärts in eine große Wasseransammlung fällt. Dann ist Stille. Sie erhebt sich nicht von allein. Sie kann es nicht! Vielleicht Schreckstarre. Erschrocken drehe ich mich um, sehe Mike am Straßenrand stehen, staunend und verblüfft herschauen, während ich losrenne, um sie schnell aus dem Wasser zu ziehen. Ihr Gesicht wirkt leblos, hat bereits etwas von einer Wasserleiche. Schnell, schnell! Mike hat immer behauptet, auch kleine Kinder könnten sich allein aus einer solchen Lage befreien. Er wollte mir nie glauben. In scheinbar ewig langsamen Schritten erreiche ich sie endlich, packe sie an ihrem Erwachsenen-Parka, ziehe sie aus dem Wasser und hoffe, dass es rechtzeitig genug ist.</p>
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		<title>Saitenspiel mit Klangreflektoren</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 20:25:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Masters</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Traumtagebuch]]></category>

		<category><![CDATA[Ernte]]></category>

		<category><![CDATA[Job]]></category>

		<category><![CDATA[Musik]]></category>

		<category><![CDATA[Traum]]></category>

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		<description><![CDATA[Traum vom 3. September 2010
Es gibt Materialien zu entnehmen, aus einem unüberschaubaren Angebot. Die Übersicht wird durch hohe Felder mit reifem Getreide verwehrt. Das macht es schwierig, Entscheidungen zu treffen, sich wirklich das Beste herauszusuchen, weil: vielleicht sah man noch Besseres nicht, obwohl es zwischen den Feldern längst wartet?
Ich setze mich zu dem unbekannten Mann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Traum vom 3. September 2010</strong></p>
<p>Es gibt Materialien zu entnehmen, aus einem unüberschaubaren Angebot. Die Übersicht wird durch hohe Felder mit reifem Getreide verwehrt. Das macht es schwierig, Entscheidungen zu treffen, sich wirklich das Beste herauszusuchen, weil: vielleicht sah man noch Besseres nicht, obwohl es zwischen den Feldern längst wartet?</p>
<p>Ich setze mich zu dem unbekannten Mann auf den offenen Kutschenwagen. I come lookin&#8217; for a job – ich hörte von einem 36-Stunden Job und hätte Interesse daran – but I get no offers, just a&#8230;: wir küssen uns. Lippen, Zunge, Zähne, Säfte verschmelzen zu einem warmen Genuss, der meine Aufmerksamkeit völlig nach innen richtet. Doch dann schleicht sich ein unangenehmer Geschmack ein und ich fürchte, er rührt aus meinem Mund. Ich halte inne, ziehe mich zurück, wir lösen uns voneinander, und ich denke: nun ist alles vorbei&#8230;. Der Mann denkt etwas nach, nickt dann und stellt bald fest: „Es hat sich etwas bei Dir getan. Das sollte auch gewürdigt werden.“ Es kann also sein, ich bekomme den Job doch noch.</p>
<p>Zwischenzeitlich war ich zufällig dabei, als sich Frauen meines Alters zu einer Gruppe zusammenschließen, um eine interessante Sache in Angriff zu nehmen. An sich eine erfreuliche Sache. Allerdings wurden verschiedene Vorhaben geplant, die mir widerstreben und ich sonderte mich immer mehr ab, um mich schließlich endgültig davon zu distanzieren. &#8212; Nun halte ich mich im Warteraum auf, und die Griechin erzählt den Anwesenden von der Möglichkeit, sich dieser Frauengruppe anzuschließen, was – wenn es gelänge – ein richtiger Glücksgriff sei! Daraufhin erzähle ich, dass ich zufällig anwesend war und in die Gruppe aufgenommen worden wäre, ich aber nach einer Viertelstunde wieder ging. „Sie haben w a s getan??“ fragt die Griechin kühl und völlig verständnislos. &#8212; „Ja, ich fühlte mich so erschöpft, dass ich ging“ erkläre ich. &#8212; „Erschöpft???“ Es ist ihr absolut unverständlich. Ich habe aber keine Lust ihr alles zu erklären. Es gibt Menschen, die können nicht nachempfinden, wie viel Kraft es kostet, wenn man sich genötigt sieht, wider den eigenen Überzeugungen und wider der eigenen Natur zu handeln. Ich erlebe immer wieder, wie eine schlagartige Entladung damit einher geht und ich mich hinterher entsprechend kraftlos fühle.</p>
<p>Am Rande eines der hohen Getreidefelder, direkt vor den dicken grünen Ähren, sitzt ein Mann und baut ein Saitenintstrument, das auf dem bevorstehenden Volksfest vorgestellt werden soll: eine rechteckige Kunststoffwanne, innen mit einem Fußballfeld bedruckt. Der Mann bezog es inzwischen mit Saiten, die er nun mit Speichenreflektoren in Röhrchenform bestückt. Beim Zupfen der Saiten erzeugen diese Reflektoren schöne, helle und sehr klare Töne. Wie schön, daran hätte Moina sicher große Freude. Doch ich sehe, selbst dieses Vorführstück soll 60 Euro kosten. Ich hatte vermutet, es sei wesentlich günstiger. So zögere ich&#8230; Der Reaktion des Instrumentenbauers macht mir allerdings etwas Hoffnung; möglich, wir bekommen doch noch eine Chance zum Ausprobieren.</p>
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		<title>Flusspferd</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 21:30:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Masters</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Traumtagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Traum vom 2. September 2010
Das gewaltige Flusspferd kommt in wildem Hin und Her in die Halle gerannt. Läuft direkt auf mich zu. Doch dann überrennt es mich doch nicht, sondern landet im großen Wasserbecken. Dort kommt es zur Ruhe, am Beckenrand. Sein riesiges Auge schaut mich groß an, abwartend, beobachtend. Direkt neben mir! Wegen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Traum vom 2. September 2010</strong></p>
<p>Das gewaltige Flusspferd kommt in wildem Hin und Her in die Halle gerannt. Läuft direkt auf mich zu. Doch dann überrennt es mich doch nicht, sondern landet im großen Wasserbecken. Dort kommt es zur Ruhe, am Beckenrand. Sein riesiges Auge schaut mich groß an, abwartend, beobachtend. Direkt neben mir! Wegen der trennenden Beckenwand fühle ich mich ein wenig in Sicherheit. Doch das währt nicht lange, da springt das Flusspferd nämlich aus dem Wasser und rast erneut auf mich zu. Ich sehe mich schon überwältigt, als es über mich hinweg geht.. wie riesig seine dicken fleischigen Hautplatten&#8230; wenn seine Füße mich treffen&#8230;, womöglich im Gesicht&#8230; Doch dann ist es vorüber und: nichts ist geschehen. Ich bin unberührt und unversehrt. Puuuh, was bin ich froh, mich mit dem Thema schon so weit befasst zu haben, dass ich dieser Lage wohl doch gewachsen bin.</p>
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		<title>Zärtliche Geste</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 20:36:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Masters</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Traumtagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Traum vom 1. September 2010
Der Mann – rein äußerlich eine Mischung aus „Snyder“ und Albert Hammond &#8212; ist mir vom Sehen her vertraut. Seine dunklen Haare sind glatt, fallen weich bis zum Kinn. Ich nehme sie, ordne daraus zwei dicke Strähnen und beginne langsam, sie über seiner Wange zu flechten. Während ich das mache, meinen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Traum vom 1. September 2010</strong></p>
<p>Der Mann – rein äußerlich eine Mischung aus „Snyder“ und Albert Hammond &#8212; ist mir vom Sehen her vertraut. Seine dunklen Haare sind glatt, fallen weich bis zum Kinn. Ich nehme sie, ordne daraus zwei dicke Strähnen und beginne langsam, sie über seiner Wange zu flechten. Während ich das mache, meinen vorsichtig arbeitenden Händen zuschaue, wird mir mit einem Mal klar, welch zärtliche Geste es ist, mich der Haare des Mannes anzunehmen. Und während mir das Zärtliche dieser Geste bewusst wird, erfassen mich entsprechende Gefühle, was erstaunlich ist, da ich dem Mann nicht nahe stehe. Es stimmt mich nachdenklich&#8230; ich war bisher noch nicht auf die Idee gekommen, dass derart zärtliche Gefühle einfach daraus erwachsen können, weil man entsprechende Handbewegungen macht. Dass eine entsprechende Geste erst dazu führen könnte, zärtliche Gefühle für einen Menschen zu entwickeln&#8230; – da muss ich unbedingt nachforschen, welche Rolle Gesten bei der Entwicklung von Gefühlen spielen.</p>
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		<title>Der Salamander-Mann</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 20:33:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Masters</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Traum vom 31. August 2010
Sendung. Ein Mann wird vorgestellt: Ein führender Angehöriger eines bisher unentdeckten Stammes. Der Eingeborene trägt ein prachtvolles Kostüm, das ihn von der rückwärtigen Seite bedeckt. Wie ein Tierfell über Arme und Beine hinweg bis zum Boden fällt. Ein Gewand aus Federn und Wollbüscheln. Die feuerroten Federn zeichnen die Form eines Salamanders, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Traum vom 31. August 2010</strong></p>
<p>Sendung. Ein Mann wird vorgestellt: Ein führender Angehöriger eines bisher unentdeckten Stammes. Der Eingeborene trägt ein prachtvolles Kostüm, das ihn von der rückwärtigen Seite bedeckt. Wie ein Tierfell über Arme und Beine hinweg bis zum Boden fällt. Ein Gewand aus Federn und Wollbüscheln. Die feuerroten Federn zeichnen die Form eines Salamanders, eingebettet in das Naturweiß der Wolle. In einer Hand einen geschmückten Schamanenstab haltend, tanzt er stampfend in gebeugter Haltung, dreht sich im Kreis und erzählt all den Menschen, die sich um ihn herum versammelt haben, von der Besonderheit seines Stammes. Sein Volk leidet immer wieder unter sonderbaren Epidemien, so erklärt er. Beispielsweise habe es eine Epidemie gegeben, während der er sich ständig gezwungen sah, möglichst viele Frauen zu schwängern. In der Folge wurden natürlich viele Frauen schwanger, wodurch sich die Epidemie rasch ausbreitete – die Ansteckungsgefahr war einfach so groß. Dann gab es eine Epidemie, die zu immer neuen kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Das sei eine sehr schlimme Epidemie gewesen, denn immer wieder fand er sich in Kämpfe und Streitereien verwickelt. Wie er so von den Epidemien berichtet, kräuselt er beim Erzählen seine Nase, wodurch sich seine hellbraune, wie von Goldstaub  schimmernde Haut in lustige Falten legt, die ihn sehr sympathisch erscheinen lassen. Sonderbar&#8230; diese Epidemien&#8230; wie er das so nennt. Auf mich macht das eher den Eindruck, als sei das ein Phänomen, das auch bei anderen Völkern allgemein bekannt ist: Triebe, die nicht mehr beherrscht werden können. Wenn das jetzt Epidemien sein sollen&#8230; Naja, der reich geschmückte Eingeborene ist inzwischen von vielen Menschen umringt, die sich für seine Herkunft interessieren. Vor allem wird er wegen seiner hellbraunen und golden schimmernden Hautfarbe bewundert, und wegen der blonden Haare, die bei einem Dunkelhäutigen nicht zu erwarten wären. Ich erhasche einen Blick auf einen der Ordnungshüter, die seinen Berichten sehr wohlwollend und interessiert zuhören: Ein Mann mit sehr dunkler Haut und einem dicken Bauch, der ganz stramm von einem himmelblauen Oberhemd umspannt wird. Er strahlt den Eingeborenen voller Zuneigung an. Dabei entblößt er eine Reihe makelloser Zähne im Oberkiefer. Wow, wie die glänzen! Dann sehe ich es: er sind goldene Zähne. Auch seine Kollegen haben diese goldenen Zähne, den dicken Bauch im himmelblauen Hemd. Erst jetzt beginne ich zu begreifen: die goldenen Zähne und ihre Bäuche sind ein Zeichen des Wohlstandes, auf den sie alle stolz sind. Und sie freuen sich über die Ankunft dieses ungewöhnlichen Ureinwohners, der ein solch angenehm einnehmendes Wesen hat.</p>
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		<title>Sportliches</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 10:46:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marianne Masters</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Traum vom 29. August 2010
Gerade füllte ich zwei Gläser mit Sekt, um mit Mike auf ein erfreuliches Ereignis anzustoßen. Da fährt die U-Bahn ein, auf die wir bereits den ganzen Vormittag gewartet haben. Auf dem Bahnsteig drängen sich die Menschen. Offenbar sind eine Reihe von Bahnen ausgefallen. Da, eine zweite und dritte Bahn reihen sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Traum vom 29. August 2010</strong></p>
<p>Gerade füllte ich zwei Gläser mit Sekt, um mit Mike auf ein erfreuliches Ereignis anzustoßen. Da fährt die U-Bahn ein, auf die wir bereits den ganzen Vormittag gewartet haben. Auf dem Bahnsteig drängen sich die Menschen. Offenbar sind eine Reihe von Bahnen ausgefallen. Da, eine zweite und dritte Bahn reihen sich an die zuerst eingefahrene. Mike und Moina sind in der Menschentraube verschwunden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie in eine der Bahnen eingestiegen sind und wir uns dann am Ausstiegspunkt wieder finden werden. Ich steige ein, die Fahrt beginnt – meine Familie ist tatsächlich nicht dabei, was mich nun doch unerwartet traurig stimmt - Verlustängste. Im Abteil sitzt ein etwa vierzigjähriger Asiate auf der Holzbank und  bietet mir freundlich einen Platz auf seinem Schoss an. Nach kurzem Zögern nehme ich sein Angebot an und bereue es nicht. Es ist ein guter, warmer Platz, von seinen starken und doch sanften Armen weich umfangen und gehalten, kann ich mich tief entspannen, wie ein gehaltenes Kind. Keiner von uns spricht.</p>
<p>Wir erreichen die Ausstiegshaltestelle und es kommt Bewegung in die Menschen. Während der Asiate und ich uns voneinander lösen, singe ich ein Fußballfanlied. Dabei zähle ich Namen einiger Fußballspieler auf, unter anderem &#8216;Hostmann&#8217;, dessen Name im Refrain mehrfach fällt. Daraufhin beginnt der Asiate amüsiert in sich hineinzukichern und erklärt: „Aber der Hostmann, das bin ja ich!“ &#8212; Peinlich, wie dumm ich nun dastehe! Eigentlich kannte ich ja seinen Namen, doch war mir dieses Wissen nicht präsent. Ich lache unsicher auf und sage: „Naja, dann singe ich eben &#8216;Hoeneß&#8217;.“ Oje&#8230; „Zu dumm, ich kenne nur die Namen der alten Spieler! Es ist zu lange her, dass ich mich dafür interessiert habe.“ Schwach, echt schwache Leistung. Vor allem wenn ich bedenke, dass ich dessen ungeachtet laut losgegrölt habe, was ja gar nicht nötig gewesen wäre. Wie kam ich überhaupt dazu?</p>
<p>Endlich ausgestiegen stelle ich mit dumpfem Gefühl im Magen fest, dass weder Mike noch Moina zu sehen sind. Ein gedankenloser Griff in die Tasche meines Trenchcoats, ein beiläufiger Blick auf mein Handy. Oh, es kam ein Anruf von Mike. Das hatte ich bei all dem Lärm nicht gehört. Sicherlich hatte er absprechen wollen, wo wir uns treffen wollen.</p>
<p>Ein Aufenthaltsraum im Keller. Die Kaffeetafel für die Turner ist gerade beendet; in einigen Minuten beginnt die Sportstunde. Oje, das hatte ich völlig vergessen. Bin darauf gar nicht vorbereitet. So stehe ich noch nachdenklich zwischen den Kaffeetischen, als die anderen bereits in die Umkleide gegangen sind.  Ich habe keine Sportkleidung dabei, nur mein Handtuch mit dem Kieser-Schriftzug. Den aufkommenden Gedanken, einfach in Straßenhose zu turnen, verwerfe ich gleich wieder. Bei Kieser ist es auch nicht erwünscht, sich mit hartnähtigen Jeans in die Maschinen zu setzen, weil die Polster dadurch zu schnell abnutzen. Doch mein Blick geht an mir herunter und: hey, ich trage ja eine Sporthose. Bisschen ausgewaschen und labberig das Teil, aber geeignet. Schnell laufe ich hinüber in die Turnhalle. Beim Blick hinein durch die Tür, kommt es mir vor, als lohne sich der Einstieg gar nicht mehr. Aber nein, mir fällt ein, dass die Stunde immer mit einer Aufwärmphase beginnt, die gut eine Viertelstunde in Anspruch nimmt. Die eigentliche Turnstunde dürfte also gerade erst begonnen haben. Fast alle stehen noch Schlange vor dem Sprungbrett. Okay, ich ziehe den Trenchcoat aus, lege ihn klein und ordentlich zusammengefaltet auf einen Tisch in der Ecke, mache mir Sorgen um das darin enthaltene Portemonnaie und dass ich einen Gegenstand auf diesen Packen legen sollte, um es zu verbergen. Doch mein Hin und Her zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich, als wenn ich den Trenchcoat einfach abgelegt hätte. Egel, ich will endlich  turnen, meine Kraft und Beweglichkeit spüren. Welche Übung steht eigentlich an? Mal sehen&#8230; Die Übungen dienen der Kontrolle, ob man in der Lage ist, einen Schritt zu machen, der ausholend und von der Reaktionszeit her schnell genug ausgeführt wird, um einen Ampel-Zebrastreifen bei plötzlichem Grün im Stechschritt der Beatles so rasch zu überqueren, dass man weder sich noch andere in Gefahr bringt. Für jeden Turner werden die persönlichen Einstellungen ermittelt: Unter Berücksichtigung der ermittelten durchschnittlichen Schrittlänge, wird der Abstand des Sprungbrettes ausgerichtet. Dann sollte der Turner &#8212; so er in der Lage ist, seine Kraft optimal einzusetzen &#8212; bis hin zu der Kunststoffleiste springen können, die wenige Zentimeter über dem Boden in die Wand eingelassen ist. Das ist das Ziel. Bin schon sehr gespannt!</p>
<p><strong>Traumpfad:</strong><br />
<a href="http://www.linse.uni-due.de/linse/esel/pdf/Fussball_und_Sprache.pdf">Fußball und Sprache (pdf)</a></p>
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