Subscribe to Traumdeutung Subscribe to Traumdeutung's comments

Gigapixl

Traum vom 25. Februar 2006

Blick auf eine beliebige Fotografie mit weißem Rand, deren symbolischer Gehalt sich selbst erklärt:

Ein Bild zeigt immer nur einen kleinen Ausschnitt in einer bestimmten Auflösung. Die Erkenntnis bleibt im Rahmen des Bildes, das man gerade betrachtet – er geht nicht über den Rahmen dieser Gegebenheit hinaus. Was macht uns so sicher, dass die Welt, in der wir leben, auch tatsächlich jenem Modus, jener Auflösung und Größe unseres Bildes entspricht? Es ist möglich, ja, es ist geradezu sicher, dass die eigene Betrachtungsweise mit dem wirklich Gegebenen nicht hundertprozentig übereinstimmt.

So fühle ich mich wie ein Bestandteil dieses beschränkten Weltbilds, das aus meiner eingeengten Sicht dem Rahmen aller Möglichkeiten entspricht. Ich erlebe mich in dieser Situation wie eine losgelöste Seifenblase im Nichts.

Meine kleine Welt in der Seifenblase hat sicherlich eine viel geringere Auflösung als das Weltbild an sich! Ja, das wahrhaftige Weltbild wird vermutlich gigantische Ausmaße und eine unvorstellbare hohe Auflösung haben. Das wahrhaftige Weltbild dehnt sich unendlich weit über mein kleines Weltbild haus aus. Die Diskrepanz zwischen Beidem erscheint mir mit einem Male als gigantisch. Und ich frage mich: was geschieht, wenn die Dinge – so, wie sie wahrhaftig sind - in meinen persönlichen Rahmen eindringen?

Es folgt eine Simulation in einem Raum wie in farbloser Unendlichkeit. Riesige Bruchstücke Makroaufnahmen in gigantisch hoher Auflösung - segeln um mich herum. Womöglich berühren sie irgendwann meine Umhüllung und dringen zu mir – ich erlebe die Grenze als hauchfein, so als befände ich mich – nur von einer Eihaut geschützt - im All. Ein riesiger Gesteinsbrocken zieht an mir vorbei – offenbar ein Staubkorn. Mit einem Male spüre ich eine Art unbenennbarer Bedrohung.

Traum vom 21. Februar 2006

Ein attraktiv aussehender Mann erscheint. Ein “dunkler” Typ mit schwarzen Haaren und Augen, sehr schlank in schwarzen Jeans und schwarzer Jacke; etwa mein Alter und (im Traum) vertraut seit vielen Jahren: mein “Schatten-Animus”. Erfreut kommt er zu mir her, nimmt mich in die Arme und küsst mich. Schaut mich verliebt an. Ich spüre die Anziehungskraft und dennoch inneres Zurückhalten - hingeben mag ich mich ihm nicht. Wir verlassen den Raum und gehen hinaus. Gelangen in einen sonnigen Sommer. Die Sonne steht tief, die Schatten sind lang und zerbrechen in nacktem Heckengestrüpp. Ich gehe durch orangegoldenes Sonnenlicht, sehe meinen Schatten am Boden und an der Hecke. Ich trage ein einfaches Hemd - sonnengeblichen und mürbe, gerade bis zu den Knien reichend. Die Sonne durchleuchtet mich. Der Schatten zeigt meine Beine wie ein Röntgenbild: die Umrisse meiner fleischliche Hülle nur zu vermuten, aber deutlich die Knochen zu sehen. An jedem Kniegelenk wurde ein kleines Metallstäbchen eingesetzt; der Schatten zeigt es deutlich wie eine Röntgenaufnahme ganz hell. Ich hüpfe den Weg entlang, sage zu den anderen vergnügt: “Schaut euch mal den Schatten an!” Und während ich so hüpfe und springe, hüpft und springt auch mein Schattenskelett nebenher. Das schaut lustig aus und ich höre und fühle die Knochen klappern. Als ich an mir herunterschaue, sehe ich, dass ich ein Skelett bin.

Traumpfad:
Natur der Schattenfrau

Link:
Das Gerippe - Manfred Kyber

Traum vom 02. Februar 2006

Ein Gemeinschaftsraum an der Ostsee. Wir – einige Teilnehmer des Seminars und ich sitzen an einem langen Tisch, Mike rechts neben mir. Mir gegenüber zwei Frauen – etwas älter als ich – mit denen ich für die Zeit hier in Kontakt bin. Es gibt gerade Abendbrot und ich biete den Frauen hier und da an, ihnen den Teller mit Käse oder anderem Essen zu reichen. Die Frau mir gegenüber meint dazu trocken: „Mal nicht so viel Tibetisches Détroisment!“ Mir gefällt die unkomplizierte und direkte Art dieser Frau. Tibetisches Détroisment… da muss ich kurz überlegen, um das zu verstehen: Vermutlich steht Tibetisch für wohlmeinend, und Détroisment für Hilfsbereitschaft und Entgegenkommen. Mike wundert sich etwas darüber, dass ich diese Ausdrücke kenne und verstehe; unterbricht das Essen und schaut mich fragend an. An jede Bedeutung vorsichtig herantastend übersetze ich, bin dabei unsicher, ob es wirklich so von der Frau gemeint war. „Ja, genau so meinte ich das.“, bestätigt sie.

Draußen – Abendstimmung. Das Wasser steht in kleinen flachen Seen über die Ostsee verteilt, so weit das Auge reicht. Die Luft ist mild – wie ein später und unerwartet warmer Sommerabend. Das cremige Weiß der Wolken spiegelt sich im Wasser, getragen von einem warmen Goldton, in den die gesamte Landschaft getaucht ist. Die Frauen, teils in Begleitung älterer Kinder, laufen im Wasser umher, haben die Hosenbeine bis zu den Knien aufgekrempelt. Ich spüre wieder diese Sehnsucht; wie so oft, wenn ich am Meer bin. Die anderen Frauen meinen, das Wasser sei zu dieser Zeit viel zu kühl. Außerdem sei auflaufendes Wasser und wir könnten nicht so weit hinaus gehen. Ihren Kindern würden sie es wohl eh nicht gestatten mitzugehen. Die Weite des Meeres zieht mich an, lockt mich in die Ferne und Tiefe. Wir überlegen, einen langen Spaziergang am Strand zu machen – nach rechts. So was in der Art war auch geplant. Da stellen wir fest, dass hier eine große Baustelle entstanden ist. Ein recht großer dreieckiger Bereich, der Strand und Meeresgrund umfasst, wurde tief ausgeschachtet. Es gibt lose Absperrungen, damit niemand versehentlich hineinfällt. Wegen dieser Ausgrabung sind einige Wege nicht begehbar. Mir ist nicht klar, ob der geplante Spaziergang überhaupt möglich sein wird. Ich sehe zwar dort im Meeresbereich kleine meerfeuchte Stege, die aus Holzbrettern verlegt wurden, aber wir wissen nicht, ob das an allen Punkten so gegeben ist. So stehe ich da und orientiere mich: nach rechts und nach links und nach vorne zum Meer zeigt sich die Baustelle, deren Gräben und Schächte ein Weiterkommen problematisch machen. Nur hinter mir ist es frei.

Einige Zeit vergeht, gedankenverloren und innehaltend stehe ich am Strand. Die Abendröte hat die ganze Landschaft in warmes Licht getaucht. Der nasse braune Meeresboden schimmert bronzefarben. Das Wasser der kleinen Seen im Meeresboden schimmert wie Tee, wird milde besänftigt von den sich darin spiegelnden Wolken. Es ist so schön… es zieht mich hinaus ins Meer. Ich könnte losgehen, immer weiter… Einige Frauen geben zu bedenken, dass das Wasser steigt, und ich dort draußen vermutlich irgendwann davon eingeschlossen würde. Ich stelle es mir vor… ich gehe los… allein… und ich könnte weiter und weiter gehen… einfach immer weiter gehen. Das Wasser würde mich vielleicht einschließen, aber ich könnte unterwegs abwarten. Irgendwann würde es mich wieder freigeben und ich könnte meinen Weg fortsetzen. Ich finde es schade, dass die Bedenken der Frauen mich zurückhalten und behindern, und ich so meiner Sehnsucht nicht folgen kann.

Traumpfad:
Via Regia