Tagesarchiv: 2. März 2012

Das ist jetzt Ihr Display!

Bereits vorhin signalisierte das Geschäftstelefon einen Anruf. Jedoch übernahm bereits der Anrufbeantworter das Gespräch.

Moina fährt mit dem Fahrrad voraus, auf der Straße der Kindheit, Richtung Ortskern. Sie schreibt Geschichten. Dicke Bücher voller Geschichten. Bis zum heutigen Tag – also mein Leben lang – hatte ich geglaubt, diese Strecke habe eine leichte Steigung. Um so verwunderter bin ich nun, da Moina mit Leichtigkeit davon saust. Ja, ich erkenne: die Strecke hat Gefälle! Es muss an der Perspektive gelegen haben; vielleicht schaute ich immer aus der Gegenrichtung? Erstaunlich.

Das Geschäftstelefon klingelt erneut; hier, in meiner Wohnung am Straßenrand. Ich renne los, höre bereits meine Stimme auf dem AB, wie ich etwas atemlos im letzten Satz anbiete: „Das ist jetzt Ihr Display…“
Wie blöd! Diesen letzten Satz hatte ich doch längst korrigieren wollen. Der ergibt ja keinen Sinn. Das ist jetzt Ihr Platz? Eigentlich hatte ich sagen wollen: It’s your turn now. Oder so ähnlich. Ausdrücken wollte ich: Hier bleibt Raum für Ihre Gedanken. Oder so ähnlich. Wie auch immer, der Anrufer legt – wider Erwarten! – nicht auf, sondern beginnt seinen Traum zu erzählen. Im Hintergrund lässt er eine passende, unheimliche Musik spielen. Die gesamte Ansage des Traumes ist sehr aufwendig aufgenommen … seine Stimme wird immer schauriger … ein Krimi, vielleicht. Dann geschieht offenbar etwas bei ihm … die Männerstimme bricht und … … …

~ Traum vom 2. März 2012 ~