Home » Traumtagebuch » Schlafende Stimme

Schlafende Stimme

Traum vom 24. April 2010

Aus dem Schlaf so plötzlich ins Leben geschubst, wanke ich, nur mit einem amerikanischen Shirt bekleidet, wie umnachtet in einen Wohnraum, den ich zum ersten Mal sehe. In einer Ecke sitzt ein Buchhalter (Animus) vor einem aufgeschlagenen Aktenordner. Als er meinen desorientierten Zustand bemerkt, fragt er, Bestätigung suchend: „Es ist doch richtig, dass ich dem Mann den gewünschten Beitrag von ihrem Konto ausbezahlt habe?!“ — Mann? Geld? Vom Konto? Sonderbar, mir wären keine Außenstände bekannt. Der Buchhalter blickt immer noch besorgt zu mir auf und da ich nicht antwortete, wiederholt er seine Frage: „Es war doch richtig?“ — Ich stehe glotzend da, mit aufgerissenem Mund, wortlos. Dann ein Geräusch woanders im Haus. Stimmen. Ich gehe hinaus in den Flur, zur Treppe, die nach unten zur Haustür führt. Kühle Schneeluft kommt herein. Ach herrjee! Die Haustür steht sperrangelweit offen! Vermutlich hat Moina sie am Morgen geöffnet und nicht wieder geschlossen. Schnell schließe ich die Tür und gehe wieder hinauf in den Wohnraum. Kaum dort, höre ich erneut Stimmen. Mehrere. Lauter. Die Älteren. Was ist da los? Die Stufen hinablaufend, erkenne ich die Lage: die Handwerker einer Heizungsfirma gehen ein und aus. Die Tür steht offen, damit sie ungehindert in den Keller gehen und alles richten können. Die Tür sollte also offen stehen; ach so. Mitten auf der Treppe treffe ich die Ältere. Sie deutet mit den Finger auf meine Brust. Genauer auf einen angeblichen Schriftzug auf meinem Pulli und fragt interessiert, ob dort „irgend-so-ein-Ausdruck“ steht. Och, dieser olle abgetragene Pulli. Ehemals mein Lieblingspulli, schlabbert dieser nun so um mich herum, dass ich mich total unförmig darin fühle. Ein Pulli aus meliertem Feinstrick. Ich schaue auf meine Brust, kann so keinen Schriftzug erkennen und denke, ebenso könne das, was die Ältere dort zu sehen meint, ein zufälliges Muster im melierten Gewebe sein, dass eben wie ein solcher Schriftzug erscheint. Ich blicke zur Älteren, auf meine Brust, zurück zu ihr, zu mir, immer hin und her. Meine Worte verirrt oberhalb des Gaumens, festsitzend, ich unfähig zu sprechen. Als ich zur Tür schaue, kommen mir Worte der Entschuldigung: „Wegen der Handwerker. Ach so. Ich wusste nicht.“ Kann sein, dass ich es ausspreche. Kann sein, dass nicht.

Tags: