Home » Traumtagebuch » Ce tri ere

Ce tri ere

Traum vom 25. April 2010

Abenddämmerung. Ein großer Parkplatz — ähnlich dem beim Carrefour in Scheibenhard –, auf dem jetzt, nach Feierabend, nur noch der Kangoo von Angelique parkt. Sie steht zusammen mit ihrer Freundin vor der geöffneten Heckklappe und lädt ein paar Sachen ein. Sie sind guter Dinge, winken mich herbei, ich solle doch mal schauen! “Vorhin war Herr Mund da und schaute in die Klappe. Der hat ganz schön gestaunt, als er das sah” sagt Angelique. Ich strecke den Kopf rein. Oh wow! Was für ein großer Innenraum. Viel größer als vermutet. Ganz leer. Die Innenverkleidung aus einem angenehm weichen, wiesengrünen Kunststoff gearbeitet, ohne harte Ecken und Kanten. Hier kann man seine Einkäufe einladen, ohne schützende Tüten oder Körbe zu benötigen. Wirklich ungewöhnlich. — “Hier” sagt Angelique, “schau doch mal den Korb an.” — Ein hübscher Einkaufskorb aus weich geschlungenem Schilf, innen mit Naturleinen ausgeschlagen. Tolle Sache! Sofort biete ich an, die restlichen Dinge, die Angelique für sich bereit legte, aus dem Center zu holen.

Im Center — eine riesige Fläche, die alle möglichen meiner ehemaligen Arbeitsplätze auf einer Fläche vereint. Amy, meine Chefin, begegne ich nahe der Gastronomie-Kaffeemaschine an einem Tresen. Wir beide sind sehr beschäftigt, heben den Blick, schauen uns kurz an und arbeiten weiter. Im Lagerraum dann, nehme ich einen Suppenteller mit einer Rolle Thunfischfleisch aus dem Kühlschrank und mache mich damit auf den Weg zurück zum Auto. Dabei koste ich ein paar Fasern vom Außenrand der Fischrolle. Erst darauf entdecke ich die weiße schleimige Masse, die aus dem Thunfischfleisch hervorquilllt. Oh nee, der Thunfisch ist verdorben! Hoffentlich schlägt mir das nicht auf den Magen. Ich zeige Amy dieses eklige Wabbelzeug, doch sie meint: “Nein, das ist nicht verdorben.” Auch Angelique zeigt sich unbesorgt und meint sicher: “Das ist doch nicht schlecht.”

Nach einem Tritt hebt sich der Mülleimerdeckel und ich lasse die Thunfischrolle in den frisch eingelegten Müllbeutel plumpsen. So, nun verspüre ich doch Erleichterung — ich bin es los und habe den Kopf wieder frei.

Wieder von einem nicht weiter benennbarenVorhaben angetrieben, bin ich unterwegs in diesem riesigen Betriebsgebäude und komme an dem Konferenzraum vorbei. Vor der Tür einige der Manager. Kurz vor einer Besprechung. Ehe ich mich versehe, sitze ich mit ihnen am Konferenztisch. Links von mir der oberste Boss, rechts einer der Stellvertreter. Der Stellvertreter gab mir einen Hochglanzflyer in die Hand, mit der Bitte, das dort aufgeführte Programm vorzulesen.

Oje, gar nicht so einfach. Was für ‘ne komische Typo. Die Schriftart ist wohl Grotesk, aber die Glyphen sind teils, und in nicht erkennbarer Logik, als Ligatur dargestellt. Das kleine ‘i’ sieht wie ein Doppelpunkt aus — zumindest nehme ich an, es ist ein ‘i’. Sicher bin ich nicht, da es sich — soweit zu erkennen – um einen lateinischen Text handelt: “ce tri ere” oder auch “ce tri eiere”. Es geht um Triangulation, dessen bin ich mir sicher. Das war es aber auch schon. So lese ich stockend und stammelnd vor. Total unprofessionell. Das Gefühl zu versagen stellt sich ein und allein der kurz streifende Gedanke, was der Boss wohl von mir halten mag, ist sehr unangenehm. Ich bin echt ein Looser. Mit einem Male springt der Boss von seinem Stuhl auf, wohl um schnell eine wichtige Sache zu erledigen. Ich nutze diese Pause, um mal über meinen Platz hinaus zu schauen. Auf dem Platz des Bosses liegt der Flyer mit einigen Notizen, mit blauem Permanentmarker geschrieben. Eine schön geschwungene Handschrift. Zu meiner großen Überraschung sehe ich an dritter Stelle der stichwortartigen Notizen meinen Namen und eine Uhrzeit stehen. Mein Name wurde mit sichtlich liebevollen Schwüngen geschrieben — zumindest habe ich diesen Eindruck. Bedeutet das womöglich, dass er mein Gestammel verstanden hat? Dass er mir meine Fehler nachsieht? In der Tat ist es ja so, dass ich so ein Programm mit nur ein wenig Übung total souverän vorlesen könnte. Nur kann er das ja nicht wissen. Nun also meinen Namen zu sehen, erleichtert mich. Ich springe vom Stuhl auf, folge dem Boss. Nur wenige Schritte weiter ist er dabei, eine große Lieferung Kaffeepäckchen vom Boden aufzusammeln. Überwiegend in braun-grüner Verpackung mit etwas Gold, manches sind braun-schwarze Tüten, denen ein köstlicher Duft nach frisch gerösteten Kaffeebohnen entsteigt. Er und ich klemmen uns so viele der Kaffeepäckchen unter Kinn und Arme, legen die Armbeugen voll, einen Teil halte ich mit der Nasenspitze fest — so ein wunderbar aromatischer Duft, mmh! — so dass es uns schließlich gelingt, gemeinsam alles aufzuheben, was hier ausgeschüttet wurde. Zufriedenheit.

Tags: