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Traumbericht Nr.3 (Ausschnitt)

Grasberg, den 14. Nov. 2002 – 08:45 Uhr

In einer größeren Stadt – wohl die Stadtmitte; Altstadt – Marktplatz(?). Hier befinden sich viele Menschen. Es gibt offenbar einen Anlass dafür, denn die Menschen warten auf ein bestimmtes Ereignis. Es ist leichte Unruhe und Erwartung spürbar. Es sind auch einige Holztische und Bänke aufgebaut. Die Stimmung fühlt sich für mich trotz der eher wohlgestimmten Atmosphäre etwas unheilvoll an. So, als würde etwas in der Luft liegen, was nicht so erfreulich ist.
Etwas weiter vor mir – am Rande des Platzes an der Straße, welche für den Autoverkehr wegen des Anlasses gesperrt ist – entsteht plötzlich eine gewisse Aufregung, die meine Aufmerksamkeit zu diesem Bereich lenkt. Mein Blick bahnt sich seinen Weg durch die Menschen, die den Blick ein wenig behindern.

Nun sehe ich, was diese Aufregung auslöst. Ein Mann – mit sandbeigem Trenchcoat gekleidet – liegt dort mitten auf dem Zebrastreifen. Offensichtlich ist er gerade gestorben. In mir entsteht ein total ungutes Gefühl – Grauen. Ich spüre, dass dem Mann von außen etwas zugefügt wurde, ihn absichtlich getötet hat. Das war kein Unfall!!! Es soll nur niemand dem Irrglauben verfallen, dass das ein Unfall war! Hier ist etwas ganz und gar nicht in Ordnung! Wo ist der Verantwortliche, der den Tod dieses Mannes hervorgerufen hat? Ein ungutes Gefühl in mir, da ich das Gefühl habe, dass sich der Täter noch unter all den Menschen hier befindet – also immer noch eine Gefahr darstellt! Ich fühle mich etwas ungeschützt. Ja, aber Leute, warum lässt man den Verstorbenen – Ermordeten – denn dort liegen? Wir könnten ihn doch besser beiseite tragen? Oder müssen wir die Kripo abwarten; zwecks Spurensicherung? Ja, vermutlich…

Etwas Zeit vergeht – Wartestimmung. Plötzlich erneute Unruhe und Aufregung – mit Empörung verbunden. Gerade ist ein LKW im Begriff über den Zebrastreifen zu fahren und somit gleichzeitig rücksichtslos über die Männerleiche hinweg. Oder ist er noch gar nicht tot?? Ich beobachte, immer noch von meiner ursprünglichen Position aus, dass ein paar Menschen schnell vor den Lkw springen um ihm Einhalt zu gebieten.
Es gelingt und der Lkw biegt nach rechts – von meinem Standpunkt aus betrachtet – ab. Das ist noch einmal gut gegangen! Ich fühle mich total unwohl und auch leicht ärgerlich mit allem. Was ist bloß mit uns Menschen los, wenn derartiges geschehen kann? Ich finde, auch wenn ein Mensch tot ist, sollte man dennoch der körperlichen Hülle den nötigen Respekt entgegenbringen. Das macht mich traurig. Nochmals werfe ich einen Blick auf den getöteten Mann, der dort zusammengekrümmt liegt. Genau kann ich ihn nicht erkennen. Ich spüre, er ist fremd in dieser Stadt – kein Einwohner hier. Er wirkt fremdländisch, seine Gesichtsfarbe ist leicht gelb-bräunlich getönt. Sein Anblick hinterlässt ein unbenennbares Gefühl von leichtem Entsetzen in mir.

Nun bin ich im Begriff die Treppen der Unterführung zur U-Bahn hinab und gleichzeitig hinauf zu gehen. Währenddessen wird mir – wie von oben – eine Nachricht gegeben. Ich schaue mir das genauer an:
Oh, das ist aber lange unterwegs gewesen! Na so was! Ich sehe die Jahresangabe 1982.
Es ist der Kontaktaufnahmeversuch eines Mannes aus dem Internet. Die Nachricht ist auf hellsandfarbener dickerer, weicher Pappe geschrieben – Postkartengröße. Es erinnert ein wenig an eine Identitätskarte oder an eine persönliche Beschreibung. Es ist eine Art Vordruck, der ausgefüllt wurde. Der Name, die Adresse und das Alter der Person sind darauf vermerkt. Ebenso ein Foto des Mannes – im rechten Bereich der Karte. Ich schaue das Foto an:

Es ist ein Mann – Alter schwer zu deuten, zwischen 30 und 40 Jahre alt; eher 30-35? – mit fremdländischem Aussehen. Die Haut ist leicht gelblich-braun getönt, die Haare sind schwarz, lang und glatt; fast glänzend, allerdings recht ungepflegt. Velleicht ein Mongole.
Sein Gesicht ist eher auffällig, vor allem die Kieferstellung zieht meinen Blick auf sich. Ein kleines, dennoch kräftiges Gebiss, die oberen Vorderzähne stehen leicht vor. Er wirkt leicht verkommen.

Von wo schreibt er denn? Ich sehe die Handschrift. Mit schwarzer Schrift – Fineliner – und in Großbuchstaben hat er seine Nachricht darauf notiert – in einer Fremdsprache, die ich weder einer Sprache zuordnen noch verstehen kann. Vor meinem inneren Auge erscheinen seine Hände und Finger, die leicht geschwärzt wirken und so sind deutlich seine Fingerabdrücke zu erkennen. Damals suchte er Kontakt zu mir. Hmm, ist es dafür nicht schon zu spät?? Aber na ja, wenn die Polizei das nun unbedingt wünscht, dass ich Kontakt zu ihm aufnehme, so werde ich das auch tun, wenn es der Sache dienlich ist.
Dennoch… – bei der Vorstellung steigt leise Angst in mir hoch. Ich fühle mich etwas ungeschützt. Hmmm, er wollte sich ursprünglich in einem Cafe mit mir treffen. Ob das auch heute noch der Ort wäre, an dem ich ihn treffen könnte?

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