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Trauerweiden-Wesen

Traum vom 25.12.2002

Küchenraum – Blick aus dem großen Fenster eines ländlichen Hauses in den Garten – es ist früher Morgen…
Etwas kommt um die Hausecke herum. Ein männliches Baumwesen, dessen üppige, sehr alte Krone bis zu den Knien herabhängt. Er sieht wie eine Trauerweide im Winter aus. Vereinzelt ein paar braune Laubblätter, Spinnweben und kleine Vogelnester im Astwerk.
Sein Gesicht ist als die Baumkrone vermuten lässt – vielleicht um die 40 Jahre etwa. Es trägt einen schwarzen Vollbart, hat braunschwarze hellwache Augen. Bemerkenswert dunkle Augenbrauen verleihen dem Gesicht einen unbenennbaren Ausdruck. An seinen Füßen unbesohlte hellbraune Schuhe aus dünnem weichen Wildleder; die Schuhspitzen sehr lang und spitz. Zielstrebig pirscht das Baumwesen zum Reisighaufen im Garten, sucht etwas und nimmt es heraus.

Inzwischen ist auch Rudolpho in den Garten gegangen. Das Baumwesen bemerkt ihn sofort, beobachtet sein Verhalten und erkennt wie ich, dass Rudolpho ihn nicht sehen kann. Das ist dem Baumwesen recht, da es nicht entdeckt werden möchte.

Eine ältere Person aus dem Haus eilt Rudolpho hinterher; und die beiden gehen nun gemeinsam weiter. Das Baumwesen ist entweder sehr neugierig oder ihm sitzt der Schalk im Nacken… Denn umgehend pirscht er sich von hinten an die beiden heran und folgt ihnen mit neugierigem Blick und offenen Ohren…

Ich gehe in den Flur, um von einer anderen Seite aus dem Haus zu schauen, denn dort müssten die Drei inzwischen angekommen sein… Tatsächlich, da kommen sie schon… Das Baumwesen ist den Beiden dicht auf den Fersen. Sein Gang ist völlig lautlos, seine Schritte gleitend – es rollt die Füße nicht ab, sondern schiebt sie knapp über dem Erdboden gleitend voran, den Oberkörper dabei leicht vorgebeugt. In der rechten Hand schenkt es Reisig. Es wirkt entwaffnend natürlich und seine kindlich anmutende Neugier ist unübersehbar.

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