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Karl Valentins Trennungsstück

Traum vom 1. Mai 2010

Nachdem ich eine unangenehme Zeit lang nicht von der Stelle kam, geht es nun endlich weiter. Gemeinsam mit dem Freund unterwegs auf unseren Fahrrädern. Doch nach gefühlten dreihundert Metern erreichen wir einen Engpass: am Rande eines stillgelegten Betriebsgeländes (rechts) führt ein Trampelpfad neben aufgestellten Bauzäunen entlang. Der Weg ist uneben, vom Regen ausgespült. Die Mulden werden wohl dafür genutzt, den Schutt der Abrissgebäude zu entsorgen und gleichzeitig die Wege etwas zu ebnen. Durch genau eine solche Stelle fährt mein Freund und hat prompt einen Platten im Vorderreifen. Ich steige ab, schiebe besorgt und vorsichtig mein Fahrrad, um dieser Schnittmenge auf dem Weg auszuweichen, indem ich einen kleinen Bogen darum mache. Doch soweit komme ich nicht. Mein Freund — nebenbei bemerkt: es ist Karl Valentin -– hat inzwischen den Übeltäter aufgehoben: ein Abzweig-T-Stück aus transparentem Material; wohl ehemals Teil eines Kanalrohrsystems. Das Stück ist der Länge nach mit einem sauberen Schnitt durchtrennt. Ein so glatter, gerader Schnitt … das sieht nach Absicht aus. Vielleicht gewollte Zerstörung, oder weil die Hälfte benötigt wurde. Womöglich rein zufällig und unbemerkt geschehen. Doch das spielt keine Rolle, denn: inzwischen kommt Karl Valentin mit unbewegtem Gesicht — nur Grimmigkeit schimmert durch — auf mich zu. Schaut ungerührt in mein Gesicht, den scharfkantigen Übeltäter leicht erhoben. Gegen mich?? Mein Freund … … … — den Schmerz der Erkenntnis bereits spürend, kann ich dennoch nicht glauben, was ich sehe. „Du wirst ja wohl nicht …“, mehr bringe ich nicht über die Lippen. Betroffen und in der Bewegung erstarrt. Ich versuche in seinem ungerührten Gesicht zu lesen, will es immer noch nicht glauben und doch, es kommt ja keine Antwort von ihm. Keine Antwort ist die Antwort. Ich greife mein Fahrrad am Lenker, und wende mich ab. Einen Platten kann ich nicht riskieren. Lieber suche ich mir einen anderen Weg.

Traumpfade:
Mein neuer Freund Karl Valentin
Karl Valentin lacht

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Eine Antwort zu Karl Valentins Trennungsstück

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