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Auf eigene Faust

Traum vom 2. Mai 2010

Betrachtung eines Bildes. Ah, Frau Eugene Faust hat wieder ein interessantes Bild bebastelt. Den Hintergrund bildet frühlingsgrünes Gras. Darüber eine Ebene wie aus fein verstäubtem weißen Puder. In diese ‘Puderschicht’ zeichnete Frau Faust, wie mit dem Finger, ein paar einfache Formen. Witzig: eine Hand mit sechs Fingern! Ein Lächeln in meinem Gesicht erinnert mich … sechs Finger … hm … hmm … sechs Finger, wann hat man noch sechs Finger? Da war doch was! Hm, ich komme einfach nicht drauf. Na, wird mir schon noch einfallen.

Eine weitere Aufnahme: ein Hochhaus aus der Froschperspektive. Eines dieser scheußlichen Hochhäuser aus grauem Beton. Oh, kein Bild, ein Film: die Perspektive verändert sich ein wenig, beginnt langsam einen Bogen um das Gebäude herum. Ich glaube, langsam wird mir klar, warum Frau Faust dieses Bild bloggt: Vielleicht wohnt sie dort, oder sie hat alltäglich einen Blick auf dieses Haus. Bemerkenswert ist, dass der größte Teil der Bewohner offenbar viel Wert darauf legt, die Balkone üppig zu begrünen. Überall wachsen Bäume hinaus und hinauf. Pflanzen bilden wallende Grünbärte. Na, wirklich natürlich sieht das nicht aus. Vielleicht hat Eugene Faust das Bild bearbeitet, um zu zeigen, wie es ihr gefallen würde? Hey, da! Eine riesige Löwenzahnpflanze wächst wie im Zeitraffer. Eine der saftig-gelben Blüten hat sicherlich die Größe eines Fensters. Das ist der Beweis: das ist nicht die Realität. Nun beginnt sich das Haus schneller vor meinen Augen zu drehen – will sagen: mein körperloses Beobachter-Ich bewegt sich direkt über der Erdoberfläche entlang, um einen anderen Blickwinkel zu bekommen. Tatsächlich ist von der Seite noch deutlicher, wie üppig das Grün aus dem Haus hervorwuchert. Uih, die Drehung wird schneller … — oups, ich war wohl eingenickt! Ich sitze auf einem Stuhl neben dem Tisch in der Anna-Küche und unterhalte mich mit einer Person, die ganz selbstverständlich hier ist. Ich könnte mich gar nicht erinnern, im Sitzen je so fest geschlafen zu haben! Wirklich erstaunlich.

Ich halte mich nun für aufgewacht. Dass das in einem anderen Leben ist, bemerke ich nicht. Aufgewacht ist aufgewacht. Oder nicht?

Traumpfad: Die sechs Finger sah ich gestern oder vorgestern im Beitrag ‘Realitätscheck‘ von Köppnick; also klar: das Zählen der Finger ist einer der möglichen Realitätschecks im Traum, wenn man denn bewusst genug ist …

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2 Antworten zu Auf eigene Faust

  1. Huch, wache oder träume ich?
    Eins, zwei, drei, … sechs Finger. Toll, ich bin gerade luzide. ;-)

    Toll, liebe Frau Faust!