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Der Wächter im Untergrund

Traum vom 9. Mai 2010

Gemeinsam mit einigen Familienangehörigen erreiche ich die Innenstadt. Einen Platz, der ähnlich der Frankfurter Hauptwache. Ich muss dringend zur Toilette, erinnere mich, dass sich unter dem Platz eine Kaufhalle befindet. Dort wird es öffentliche Toiletten geben, weshalb der Weg dorthin gehen soll. Auf dem Platz verläuft eine gut drei Meter breite Rolltreppe hinab in den Untergrund, in die Kaufhalle. Ein Arbeiter von der Stadtreinigung arbeitet an der Rolltreppen-Überdachung, zieht sie im Wechsel immer wieder nach vorne unten, wie den Deckel eines Müllcontainers, dann wieder hinauf, um den Vorgang mehrfach zu wiederholen. Dabei wird die Rolltreppe immer weiter in den Grund getrieben. Aus Absicht, da es das Stadtreinigungsamt so befohlen hat. In wenigen Minuten wird es diesen Zugang nicht mehr geben. Ja, es werden noch nicht einmal Spuren auf dem Pflaster zurückbleiben, die davon künden, dass es diesen Zugang jemals gab. Nur wenige Meter weiter arbeitet eine riesige Schaufellade, die einen großen Metallgitterkorb enthält. Die gelieferte Ware wird in diese Schaufel gelegt und dann in den Untergrund befördert. Man könnte sich also zu den Gasflaschen im Gitterkorb gesellen und sich nach unten befördern lassen. Noch während ich das überlege, erkenne ich, dass das Auf und Ab der Schaufel auch dazu führt, dass sie im Untergrund verschwindet. Spurlos, wie die Rolltreppe. Die Arbeiter sind kraftvoll und routiniert bei der Sache. Gleich wird diese Möglichkeit verschwunden sein. Im letzten Augenblick springen wir in die Schaufel und werden von dieser versenkt. Dann ist auch die Schaufel verschwunden. Glück gehabt – in letzter Sekunde!

In den Abteilungen der Kaufhalle ist es dunkel; nur hier und da dringt indirekt das Licht ein. Wir warten noch auf den Älteren, dann werde ich endlich die Toilette aufsuchen, die irgendwo in den Gängen zu finden sein muss. Ein Türsteher – etwa vierzig Jahre alt, mit dunklem Anzug und weißem Oberhemd bekleidet (Animus) bewacht die im Dunkel liegenden Geschäftsräume. Am liebsten möchte ich ihm ausweichen, weil er mich behindern könnte. Seine Kontrollfunktion hat etwas Blockierendes. Doch gleichzeitig fühle ich mich durch diesen Wächter auch geschützt, denn so ist ziemlich sicher, dass hier niemand herumgeistert, der mir Schaden zufügen könnte. Während ich diesem Zwiespalt nachspüre, entschwinden Traum und Wächter im schwimmenden Dunkel.

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