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Platz da, ich hab ‘ne Pistole

Traum vom 11. Mai 2010

Der winzige Bioladen ist mit Menschen gefüllt. Vielleicht liegt es an dieser Menschenmasse, dass ich die drei Ganoven kaum beachte. Sie betraten eben den Laden und der Grimmigste von ihnen — er trägt eine grau-schwarz karierte Flanelljacke mit Schafsfell gefüttert — grummelt jeden an, der ihm in den Weg kommt: „Platz da, ich hab ‘ne Pistole!“ Zwar fühle ich mich etwas alarmiert, aber wohl nicht genug, um dem Aufmerksamkeit zu schenken.

Erst später, als die drei Ganoven zielstrebigen Schrittes den Laden wieder verlassen und der Grimmige erneut übellaunig droht: „Platz da, ich hab ‘ne Pistole!“, mache ich mir Gedanken. Inzwischen ist der Laden leer, nur noch Rieke und zwei Angestellte wirtschaften herum. Rieke macht die Abrechnung. Die Kasse steht auf dem Tresen nahe der Ladentür. Die Dunkelheit drängt durch das einfache Fensterglas. Die Ganoven da draußen … Soll ich meinen Ex rufen? Der hat Connections zur Polizei. Ich erinnere mich an einen vergangenen Fall, vielleicht diesem ähnlich, da er gute Hilfe leistete. Doch Rieke zeigt sich auf diesen Vorschlag hin geziert, leicht empört. „Natürlich nicht!“ sagt sie mit spitzer Stimme.
Ich: „Wollen wir nicht wenigstens die Ladentür abschließen, wenn hier so offensichtlich Geld gezählt wird?“
Rieke: „Aber nein! Es könnte ein Kunde kommen, und der soll nicht vor verschlossener Türe stehen.“
Ich: „Ja, aber das sähen wir doch durch das Fensterglas?! Wir könnten dann entscheiden, ob wir vertrauen wollen oder nicht. So wie jetzt kann ja jeder Ganove ungehindert eindringen!“
Rieke: „Nein, wo denkst Du hin. Natürlich bleibt die Tür unverschlossen!“
Ich zucke die Schultern. Dann eben nicht. Doch wenn der grimmige Ganove Lunte gerochen hat, dann werden wir hier bald in Gefahr geraten.

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