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Das hölzerne Schwert

Traum vom 16.01.2004

(Schwangerschaftstraum Nr. 168)

In einem einsamen Wald – schweigsam und wissend scheint das dunkle Grün der hohen Bäume, die wie pflanzliche Wächter des Waldes wirken. Soeben komme ich – ich fühle mich männlich, einem Ritter ähnlich – aus einer kleinen Holzhütte, als mir einfällt, dass ich das Schwert, das ich hier gefunden habe, in der Hütte drinnen liegen ließ. Ich kehre um und sehe das große Schwert bereits durch einen Spalt – etwas höher an der Hüttenwand fehlt ein schmales Holzbrett – wie es zu mir nach draußen dringt und entgegen kommt. Unterhalb der Querstange des Schwertknaufs sehe ich ein recht längliches – vielleicht eher rechteckiges – Wappen. Die obere Hälfte des Wappens ist mittelbraun mit ein paar weißen Linien, und die untere Hälfte des Wappens ist königlich rot mit weißen Linien.
Ein Viertel des hölzernen Schwertes ragt durch die kräftige Bretterwand – weiter kommt es von allein nicht. Ich ergreife die hölzerne, weich gerundete Klinge des Schwertes und bin im Begriff, daran zu ziehen, um das Schwert durch den Spalt zu ziehen. Da ermahnt mich eine Stimme: Wenn du es auf diese Weise aus der Hütte holst, dann zerstörst du die magische Wirkung dieses Zauberschwerts. Es ist nämlich d a s Schwert Excalibur. Bis zu diesem Augenblick war mir gar nicht bewusst, dass diesem Schwert magische Kräfte innewohnen. Ich höre auf die Stimme, unterlasse sofort das Ziehen am Schwert, gehe um die Ecke und trete nun an die Längsseite der Häuschens. Hier ramme ich mein großes, hölzernes Schwert gegen die Bretterwand, um so einen Eingang in die Hütte zu finden. Das Holz, aus dem mein Schwert gearbeitet ist, ist sehr weich, flexibel und von sichtbar hohem Alter. Und bei den ersten Stößen kann es nichts ausrichten, denn das Holz der Hüttenwand ist fest und widerstandsfähig. Ich will schon fast aufgeben, als ich doch noch einen wohl dosierten Stoß versuche und damit ein Stück Holzlatte aus den haltenden Krampen herausschlage. Ich bin ziemlich überrascht. Stoße nur noch zwei oder dreimal ganz vorsichtig zu und der Zugang zur Hütte ist freigelegt. Ich blicke in das Innere der Hütte und erschaudere… Eine große dunkle Holzkiste ist hier drinnen gelagert. Es ist nicht irgendeine Kiste, sondern die Kiste, die aus Sagen, Legenden oder Mythen bekannt ist. Es ist jene Kiste, an deren Seitenwände jeweils jede zweite Holzlatte fehlt. Und somit kann man in diese Kiste nicht nur hineinschauen, sondern sogar durch sie hindurch. Ein Gefühl in mir, als habe ich etwas Bedeutungsvolles freigelegt. Aber ich fürchte gleichzeitig auch unterschwellig, dass der ursprüngliche Frieden dieser bedeutsamen Holzkiste gestört sein könnte; eben deshalb, weil sie jetzt frei liegt.

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