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Aktion ‘Nackt’ und Schraube locker

Traum vom 15. Mai 2010

Ich schiebe mein Fahrrad über sandige Wege, die zu einem kleinen Festplatz am Hang des Weyerbergs führen. Tatsächlich findet eine kleine Veranstaltung statt. Sie ist, so vermute ich, von den ‘Freunden Worpswedes‘ initiiert. Denn eigens für diese Veranstaltung — wohl um auf ein bestimmtes Thema hinzuweisen — sind die ‘Freunde Worpswede’ alle nackt erschienen und mischen sich so unter das Volk. Es macht den Eindruck, als falle die Nacktheit niemanden auf, beziehungsweise als sei diese hier selbstverständlich. Auch mich erstaunt sie nicht. Vielmehr wundert mich die Blässe, die allen so gleich ist. Ihre Leiber wirken einander so ähnlich, dass sie fast unwirklich erscheinen. Es ist ein trüber Tag, nicht besonders warm und ich meine, die klamme Feuchte ihrer kühlen Haut selbst spüren zu können. Die ersten ‘Freunde Worpswede’ haben mein Erscheinen bemerkt und ziehen sich in Zelte oder Unterstände zurück. Nanu, vor mir genieren sie sich? Weil ich sie von früher kenne? Mitten drin im Volk höre ich eine Stimme mir zurufen: „Du bist heute wohl gekommen, um nackte Pimmel zu sehen!“ — „Jaaaaaa!“ stimme ich mit gespieltem Ernst zu und verkneife mir das amüsierte Grinsen angesichts einer solchen Ansicht. Diese feuchten, bleichen Leiber, die einander wie gleich sind … selbst dem Anblick dieser fahlen weichen Pimmel fehlt jegliche Spannung. Nichts, was wenigstens meine Aufmerksamkeit erregen würde. Irgendwie gefällt mir diese Aktion ‘Nackt’ — Entspannung ist schließlich auch etwas wert.

Dann habe ich den Pulk durchdrungen, nehme meine Brille ab, da sie mir locker erscheint. Ein Blick auf das Gestell: Tatsächlich, ich habe eine Schraube locker. Blöd, so mag ich den Weg nicht fortsetzen. Da begegnet mir eine sehr ernste Frau. So ernst, dass mir scheint, sie wird nur alle paar Jahrzehnte einmal lächeln. Das ist ihr einfach eigen, ohne dass es ihr Leben damit traurig oder schwer machte. Sie nimmt sich hilfsbereit meiner Brille an. Tatsächlich ist der linke Brillenbügel inzwischen abgefallen. Zum Glück ist die Schraube noch da! Merkwürdig, dass ich das nicht bemerkt hatte? Vier Schraubendreher stehen zur Verfügung. Ja, so wie ich vermutete: keiner ist fein genug für das winzige Schräubchen. Alles klobige Dinger – egal ob Kreuz- oder Längsschlitz. Dann probiere ich, und stelle staunend fest, dass diese dicken Drehschrauber doch greifen. Ja, sogar besonders gut, da sie zwei Nuten haben, die zusätzlich in die Schrauben einrasten. So, die Schraube wäre fest! Ach nee! Ich bin vielleicht paddelig! Das war ja die verkehrte Schraube! Die war eh schon fest. Aber die lockere Schraube könnte man ja vielleicht von Hand notdürftig befestigen, bis das richtige Werkzeug zur Verfügung steht. Die ernste Frau macht dies, so gut es geht. — „Oh, danke!“ Ich bin so froh, meinen Weg mit Brille fortsetzen zu können.

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