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Brandaktuell: I’m not N…

Traum vom 17. Mai 2010

Wieder draußen. Früher Abend in einem unbekanntem Stadtteil. Ich werde mit einer kleinen Völkerwanderung konfrontiert. In einem Hochhaus im sozialen Brennpunkt sind in mehreren Wohnungen zugleich Feuer ausgebrochen. Aus einigen Fenstern quellen dicke schwarze Rauchwolken. Die Bewohner, überwiegend Polen, werden evakuiert. Es geht um ein Lied, das politisch nicht ganz korrekt ist und nun weit oben in den Charts steht. Die Polen hörten es den ganzen Tag. Wohl auch, weil man munkelte, das Hören des neuen Hits würde alle zu großem Reichtum führen! Diese Propagandadudelei ließ also das Feuer ausbrechen. Die Feuerwehr ist alarmiert, die Bewohner driften auseinander. Drei in dem Haus lebende Polinnen wurden zu einem anerkannten Juwelier in die Innenstadt gerufen. Als ich dort ankomme, um zu sehen, worum es geht, treffe ich gleich auf die drei Frauen. Ihr Anblick verblüfft und erheitert zugleich. Ja, nun wundert mich nichts mehr! Da wollten die Inhaber des Juweliergeschäfts wohl ihren Reibbach machen?! Alle Frauen tragen sichtlich viel Gold zur Schau. Wohl gar nicht aus Absicht, sondern weil ja Gold dazu da ist — wenn man es schon mal hat — es auch zu tragen. Eine von ihnen trägt eine altmodische – schätze, aus den Siebzigern – ziemlich scheußliche Brille mit einer dicken Fassung aus glänzendem Gold. Das Prunkvolle wird durch aufwendige ornamentartige Verzierungen am Übergang zu den Brillenbügeln erreicht. Gerade dieses gewollt Prunkvolle lässt es richtig billig aussehen. Aber gut, vielleicht ist es ein Erbstück oder die Polin hängt aus ganz anderen Gründen daran. Denn dass sie sich damit schmücken wollte, glaube ich nicht. Ich glaube, ihr ist gar nicht bewusst, dass sie eine solch auffällige Brille trägt. Aber auch die beiden anderen Polinnen tragen auffälligen Goldschmuck: Ohrringe und Armbänder aus breiten Goldteilen gefertigt, die ebenfalls stark glänzen. Der Goldglanz hat die Juweliere wie diebische Elstern angelockt. Ich finde es zu komisch, dass die Juweliere darauf reingefallen sein sollen. Gleichzeitig erklärt es, warum man mich nicht eingeladen hat: ich trage keinerlei Schmuck.

Das war sehr interessant! Sofort nehme ich das Propaganda-Lied der Polen auf meine Website. „I’m not N…“ ist der Titel. Wundere mich nach ein paar Stunden, warum sich kein entsprechender Erfolg einstellt. Ich erhalte nicht eine einzige Einladung eines Juweliers. Nichts, gar nichts geschieht! Ja, schlimmer noch: nach einigen Stunden stelle ich fest, dass ich aus dem Google-Ranking geflogen bin! Ach du liebe Zeit. Ein Telefonat mit meiner Maklerin. Nicht ohne Stolz für meine Initiative erzähle ich der Maklerin, dass auch ich jetzt den ganzen Tag „I’m not N…“ höre. „Sehr gut!“ sagt sie mit volltönender Brust und Überzeugung. Im Dunkel meines inneren Auges taucht die entsprechende CD auf. Das Inlay ist in Schwarz und dunklen Blautönen gestaltet. Das Jewelcase ist auf der Vorderseite mit einem blauen Permanentmarker handbeschriftet. Eine Notiz der Maklerin. Vor dem dem dunklen Hintergrund des Inlays schlecht zu lesen. Mit einem Male schreit die Maklerin erschrocken auf. Erst jetzt ist meine Botschaft gänzlich zu ihr gedrungen und sie korrigiert: „Nein, ganz schlecht! Sofort das Lied aus! Sofort!“ Ich sehe die nun durchgestrichene Message. Sie hat die Notiz auf dem Cover korrigiert und ruft erneut: „Sofort von der Festplatte löschen! Sofort!“

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