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Fassade im Zeitraffer

Traum vom 18. Mai 2010

Wie im Zeitraffer dargestellt, erfahre ich etwas über die Geschichte eines Hauses, das am Rand eines Waldes steht. Ich sehe es zum ersten Mal. Vor meinen Augen wird der Wechsel der Fassadenfarbe dargestellt: mit wenigen Strichen bestreicht eine große Fellfarbwalze die Giebelwand. Im Laufe der Betrachtung finde ich, dass die Fassade auffällig häufig gewechselt wurde. Dabei waren die Veränderungen insgesamt gar nicht so vielfältig, wie die Häufigkeit anfangs vermuten lässt. Entweder Weißtöne zwischen Weiß, Grau- oder Wollweiß – oder Rottöne zwischen sattem Rot und dunklem Terracotta kommen zur Verarbeitung. Einen Vorteil hat der häufige Farbwechsel: die Fassade sieht immer frisch und ordentlich aus. Während dieser Betrachtung fällt mir auch das Licht am Himmel auf: ich kann nicht erkennen, ob es die Sonne oder der Vollmond ist, da dieser Himmelskörper sich außerhalb meines Blickwinkeln befindet. Ich sehe nur das wahnsinnig klare Licht der Sonne; manchmal ein paar weiße Schleierwölkchen, die fast ein wenig mystisch wirken, weshalb ich überlege, es müsse wohl doch das Licht vom Mond kommen. Aber so taghell? Es ist wunderbar, dieses Licht: einerseits wirkt dadurch die Szenerie ein wenig unwirklich, berührt aber so tief, dass ich spontan an eine Sonnenfinsternis denken muss.

Wirklich unglaublich, wie oft die Fassade gestrichen wurde, obwohl nie Zeichen der Abnutzung sichtbar wurden. Hey, was ist das jetzt? Das Haus wird erweitert: von den Grundmauern aufwärts bis zum Dach. Ein Anbau völlig aus Glas, mit einem Glasdach. Absolut durchschaubar. Nur die weißen Stützträger zeichnen eine sichtbare Kontur. Doch auch die Farbe der Stützbalken changiert dann derart, dass auch diese wie mit dem waldigen Hintergrund verschmelzen. Es fügt sich optisch völlig in die Natur ein. Sehr schön. Vermutlich haben die Leute viel Geld und konnten sich einen guten Architekten leisten.

Dann, mit einem Mal, befinde ich mich drinnen im Haus. Genauer: im Bereich des Glashauses. Die halbwüchsigen Kinder lümmeln sich auf der gemütlichen Wohnlandschaft. Kernige Jugendliche, die sich gut entwickeln konnten. Man merkt, die Eltern haben sich darum gekümmert. Ich trete bis an die gläserne Außenwand, die sich zum Wald hin öffnet. Oh, offen, nur durch ein sehr niedriges Geländer gesichert. Eine Funktion wird das kaum haben, denn vor einem Absturz bewahrte es sicher nicht. Aber immerhin erinnert es daran, dass man sich hier achtsam bewegen muss. Es gibt einige quadratische Couchtische zwischen all den hellen Polstern. Darauf stehen mit Wasser gefüllte Schüsseln, in denen viele frische Apfelschnitze schwimmen. Die jungen Menschen knabbern diese mit Vergnügen. Auch ich greife mir immer wieder ein Apfelstückchen, und finde diesen unerwarteten Einblick in das Haus ziemlich interessant.

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Eine Antwort zu Fassade im Zeitraffer

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