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Projektionen und Programme

Traum vom 24. Mai 2010

Ein großer weißer Raum der Projektionen dient. Bis eben saß ich an einem der beiden weißen Schreibtische und arbeitete am Netbook. Nun schalte ich einen ziemlich großen, sichtlich tiefgründigen Screen dazu. Moina soll dort fernsehen, nicht am Netbook, damit ich während meiner Arbeiten immer einen Blick darauf habe, welche Sendung sie anschaut. Dieser Bildschirm ist ein neuartiges Ding. Ich muss es selbst erst einmal probieren. Ist aber pupseinfach zu bedienen – wie ein Navi. Moina setzt sich davor und ehe ich überhaupt ein Wort sagen kann, hat sie begriffen, wie es geht. Sie macht derart schnelle Handgesten und Touches, dass meine Augen kaum folgen können. Na also, das klappt ja.

Ich wende mich ab, mache mich auf den Weg zur Arbeit. Achmed kommt mir auf dem Korridor entgegen, grüßt wie immer höflich mit ein paar freundlichen Worten. Der ist immer so nett! Dem m u s s ich nah sein! Mit links nehme ich seine Hand, drücke mich seitlich an ihn, so dass sich unsere Arme über die ganze Länge berühren, lege mein Kinn an seinen Oberarm und schaue ihn mit leicht geröteten Wangen und glänzenden Augen (so ein Gefühl) an. Irritiert löst er sich von meinem Arm und läuft davon, als sei er heimlich auf der Flucht. Ach man ey, ist es mir schon wieder passiert! Mir laufen ja alle Männer davon, nur weil ich denen unabsichtlich immer wieder zu nahe komme. So war das doch gar nicht gemeint! Ich hoffe, sehr bald Gelegenheit zu finden, diese Angelegenheit klarzustellen.

Szenenwechsel. Ich betrete einen weißen Laden, um dort eine Nachmittagssendung zu schauen. Kaum über die Schwelle getreten, stürmen drei Angestellte und der Marktleiter zu mir her. Ehe ich mich versehe, haben die mich in ein Krankenbett verfrachtet und reichen mir eilfertig die Hände zum Gruß. Na, das ist ja ein Service … Der grauhaarige Marktleiter in weißem Kittel erinnert an einen Chefarzt – er wirkt seriös, spröde, distanziert. Die Mitarbeiterin sind umso offener und sehr freundlich.

Gegenüber an der Wand zum Fußende, hängt ein großer Monitor. Die junge, sehr freundliche Mitarbeiterin schaltet ihn ein, startet WinTV, damit ich mir eine Sendung aussuchen kann. Ach du liebe Zeit! Sowas Kompliziertes! Bis man sich zum aktuell laufenden Programm durchgehangelt hat, braucht es Geduld: touch… wird geladen… touch… wird geladen…. touch…. wird geladen…. Außerdem geht dabei die Übersicht verloren. Dabei will ich doch einfach nur schauen, welche Sendung jetzt gerade läuft. Ein Blick in die Programmzeitschrift wäre einfacher. Diese Umständlichkeit nervt mich, was die Mitarbeiterin allerdings als Überforderung deutet. Daraufhin erklärt sie mir geduldig, wie das Programm funktioniert – nä, muss alten Omas ja ganz langsam erklärt werden. Das hebt meine Stimmung nicht gerade… Es ist mir unangenehm, dass sie nun schon so viel Zeit und Mühe investierte. Mich interessiert das ja nicht. Ich wollte doch nur ausnahmsweise mal eine Sendung schauen, ohne mich gleich verpflichten zu müssen! Naja, dann schaue ich mir halt die 20min. Infosendung an, um sie nicht zu enttäuschen. Doch kaum deute ich das an, da wählt sie schon „Aufnahme“ im Menü und bietet an, ich könne ja gleich „das ganze Paket nehmen“, das sei ein „tolles Angebot“. Die nächste Folge der Info-Sendung käme bereits kommende Woche Dienstag. Nee nee, nächste Woche bin ich längst weit weg, da kann ich hier nicht schauen. Endlich geht sie und ich kann in Ruhe überlegen.

Es sind wohl einige Stunden vergangen. Mein Krankenbett steht nun im Korridor, direkt neben der Zimmertür. Ich trage so einen Kittel, der nur im Nacken gebunden ist. Ich war zur Toilette und torkele zum Bett. Kreislaufprobleme, diese scheußlichen Nachwirkungen der Vollnarkose. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten, und dann Kopfschmerzen, die sich wie ein Ring in Höhe oberer Stirn in den Schädel brizzeln und brutzeln. Mir ist ganz übel; hoffentlich schaffe ich es ins Bett. Oh, da sind sie wieder: Sie stehen neben dem Bett: zwei kleine Hundchen. Mischlinge mit schwarz-weißem Fell – ich erkenne die doppelte Ausführung des jungen Purzel (1960). Der beißt zwar gerne, ist aber völlig harmlos und beißt nicht. Mit einem Drall, wie aus der Pistole geschossen, flitzt er einmal im Karree. Und ehe ich mich versehen, beißt er in meine linke Hand, die spitzen Zähne graben sich bis zum Anschlag in das Fleisch. Völlig unerwartet. Ehe ich Schmerz empfinden und Angst bekommen könnte, hat er sich gelöst, fetzt eine weitere Runde und hat längst ein weiteres Mal kräftig zugebissen. Das kann ja nur ein Irrtum sein! Der beißt doch nicht?! Nicht so! Wie ein Blitz fegt er noch eine Runde und beißt wieder zu. Er lässt keine Gelegenheit aus. Au man, ich muss unbedingt klar werden, klar bleiben, aber die Narkose hat mich immer noch im Griff.

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