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In Gedanken lesen

Traum vom 12. Juni 2010

Ich setze mich in den Zug, die Fahrt beginnt. Die Fahrgäste — Männer Anfang Vierzig, die einander ähnlich sehen — und ich kennen einander. Kritisches Pack! Die verstehen keinen Spaß. Ich setze mich zu einen von denen auf die Bank und breite den Strom meiner Gedanken wie eine riesige Zeitung aus — kaum dass meine Arme reichen. So eröffnen sich meine Gedanken auch dem Sitznachbarn, der nun — ob er will oder nicht — bei mir mitlesen kann. Mit weit zu ihm ausgebreiteten Armen halte ich die große Zeitung. Offenbar zeugt ein solches Verhalten von großer Dreistigkeit. Hinzu kommt, dass ich vorhabe, mich während der Nacht zum Schlafen zu legen. Mir kommt es vor, als sei es verwerflich, da ich während dieser Stunden anderen die Verantwortung für mein Vorankommen überlasse. Das ist unangenehm und ich überlege, die Seiten zu wechseln. Noch sitze ich links, in Fahrtrichtung. Vielleicht ist es besser, mich rechts und entgegen die Fahrtrichtung sitzend in meine Gedanken zu vertiefen. Aber, kurz bedacht: es führte ja auch nicht weiter. Denn säße ich rechts und entgegen, so säße ich dort — aus meiner Sicht — ja doch wieder links. Außerdem sitzt auch auf der Bank dort einer dieser kritischen Männer, wie überall. Eine unerquickliche Reise.

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