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Bilder der Nacht

Traum vom 13. Juni 2010

Objekt von Angus MacPhee
Mein Weg führt durch abgelegene, aber lebhafte Kellerräume. Unter einer alten staubigen Kellertreppe entdecke ich ein uriges Objekt aus längs gevierteilten, ungeschälten Aststücken und dicken paketschnurfarbenen Wollfäden. Die Basisform könnte ein offener Quader sein. Es führen jedoch weitere Verzweigungen darüber hinaus. Zwischen den formgebenden Holzstücken sind Wollfäden gespannt. Teils wie geordnet nebeneinander, dann aber auch völlig planlose und verwirrende Verbindungen und ist damit durchdrungen von etwas Schizophrenen, das dennoch kaum greifbar wird. Dieses Kunstobjekt wurde dort vor längerer Zeit abgestellt. Angus MacPhee – ich glaube; ja ich bin mir ziemlich sicher, dass es von ihm gestaltet wurde — ist ja schon länger tot und seither hat dem wohl niemand Beachtung geschenkt. Es drängt mich geradezu, ein Foto davon zu machen, um es jemand anders zu zeigen. Doch geht von anderen hier Anwesenden eine solch treibende Kraft aus, dass ich nicht dazu komme. Durch den Hinterausgang trete ich hinaus in die luzide Nacht. Etwa hundert Meter entfernt bemerke ich ein altes Gehöft, dass von einem sehr dickwandigen, haushohen Wall aus festem Schnee umgeben ist. Im letzten Moment sehe ich einen Hund, der in den eigens errichteten Tunnel,der den Wall durchdringt, läuft. Ich vermute, es ist der Zugang zu seiner Hundehütte, die direkt vor dem Bauernhaus steht und die im weiteren Verlauf ins Hausinnere führt. Der Hund kann also hin! Im lichten Zwielicht auf dem Weg vor mir eine hellbraune Stute mit blonder Mähne in etwas ungestümem Galopp! Auch sie strebt zum Gehöft, doch ist noch kein Weg für sie zu erkennen. Der Wall ist ohne Hilfsmittel nicht zu durchdringen. Ich finde aber auch, es könnte langsam mal tauen! An keinem anderen Ort liegt noch Schnee — nur hier!

Homöopathische Elemente
In einem Vereinskeller. Ende einer Sitzung, Warten auf die anstehende, in wenigen Minuten stattfindende Versammlung. Der Vorsitzende, Herr Schreibmann, überreicht mir die Mitgliedsunterlagen und gibt mir mit herzlichen Willkommensworten die Hand. Keine Ahnung wie er darauf kommt, aber er hält mich für ausgesprochen hilfs- und informationsbedürftig. Ich finde keine Gelegenheit, ihn über meine wirkliche Ausgangslage aufzuklären. Das täte ich gerne, weil er sich so viel Zeit für mich nimmt. Nur wäre es gar nicht nötig, da ich die Informationen längst erhalten habe. Gleichzeitig freue ich mich sehr über seine warmherzige und fürsorgliche Zuwendung – es ist sehr wohltuend und ich fühle mich hier gleich gut aufgehoben.

Mit ein paar Schritten bin ich etwas im Abseits und komme endlich dazu, einen ersten Blick in die Prospekthülle zu werfen, die prall mit Unterlagen gefüllt ist. Ein sehr großes Papier wurde vielfach zusammengefaltet. Die so entstandenen einzelnen Bereiche sind allesamt mit einem angeklebten Papiertütchen bestückt, die jedes mit zwei Buchstaben beschriftet und mit einem homöopathischen Heilpulver gefüllt sind. Alles in allem erinnert es an eine Tabelle mit den chemischen Elementen. Den Blick in die Unterlagen gerichtet, erreiche ich bald Da Vinci, der im Freien an einem Biertisch sitzt. Lässig ruft er mir zu: „Das können Sie doch später immer noch lernen!“ — Aber mir geht es doch gar nicht ums Lernen! Ich bin so neugierig auf den Inhalt, möchte so gerne mehr darüber erfahren! So auf den ersten Blick scheint es eine geradezu fantastische Angelegenheit zu sein. Wunderbar! Einige Biertische weiter sitzt die kreative Barbara, nimmt die Unterlagen aus der Hülle und entfaltet alles komplett. Viele A4-Papiere sind in Reihen zu vier Stück mittels Klebestreifen aneinandergeheftet. Die unterste Reihe enthält nur drei Papiere, die 1-1-0-1 angebracht sind. Barbara löst vorsichtig das rechte Blatt und setzt es dort, wo die Lücke war, wieder ein, faltet alles zusammen und reicht es mir gut gelaunt lächelnd. Inzwischen verspüre ich Ungeduld – ich will mich endlich in aller Ruhe damit beschäftigen!

Seifenblasen mit Silberhaut
Ich setze meinen Weg immer weiter fort, gelange schließlich an den Übergang zum Kellerfestsaal. An einer gut zwei Meter breiten Durchreiche stoppe ich. Staunend! Die Durchreiche ist nämlich von einer dicken Schicht Seifenblasen ausgefüllt. Seifenblasen! So etwas Unerwartetes! Ich bin baff, begeistert und greife hinein. Die Seifenblasen sind erstaunlich stabil, man kann ein Stück Masse greifen und entnehmen, ohne dass die übrigen Seifenblasen platzten. Auch schillern sie nicht, spiegeln nichts wieder, lassen nichts durchblicken. Ja, viel eher sind sie von innen wie von einer hauchdünnen Schicht flüssigen Silbers überzogen, das sich in ständigem Fluss befindet. Seifenblasen mit Silberhaut! Hat man so etwas schon mal gesehen? Das gibt’s ja gar nicht! Immer wieder hole ich ein großes Stück heraus, bis die Durchreiche schließlich fast frei ist. Auf der anderen Seite steht Herr Schreibmann mit zwei weiteren Vereinsmitgliedern. Als er mich erblickt, nimmt er sich gleich wieder meiner an. Ein sehr netter Mann. Mit seiner Hilfe werde ich mich gut zurechtfinden.

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