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Die magische Sonne

Traum vom 30. Juni 2010

An diesem Vormittag bin ich mit Uwe verabredet. Nach anfänglichem Zögern finde ich mich sogleich in seiner Garage. Uwe ist gerade vom Einkaufen zurückgekehrt, hat seinen Kombi in der Garage geparkt und lädt jetzt die Einkäufe aus, trägt sie ins Haus. Als er zurückkehrt, stehe ich also zwei Schritte von seinem Auto entfernt. Zur Begrüßung umarmt er mich kurz und herzhaft, lächelt kurz, als er die nächste Ladung aus dem Kofferraum holt. Ein weiterer Mann – schätzungsweise im Alter von Mitte Dreißig – steht in der Garagenecke, schaut zu uns her. Zwar ist seine Gegenwart stimmig und von allen akzeptiert, dennoch wirkt er ohne jeden Bezug zum Ort und zu Uwe. Er gehört hierher, und somit wäre es angebracht, auch ihn zu begrüßen. Es geht aber eine Energie von ihm aus, die mich eher zurückweichen lässt. So ignoriere ich ihn und belasse es dabei.

Ein paar Häuser weiter. Mit einem Male finde ich mich in einer Holzhütte wieder – ein leerstehendes Gerätehäuschen oder ähnliches – und schaue aus dem Fenster, das in Augenhöhe ansetzt. Gleichzeitig höre ich von einem Plan:
Ein Jugendlicher mit einem Speer; aus einem Stiel so lang wie der eines Brotschiebers und einer darauf gesteckten extrem scharfen Dreiecksspitze aus Metall – das ganze erinnert an eine überdimensionale sehr spitze Schreibfeder. Mit dieser Waffe also will er sich auf einen in der Nähe weilenden Gleichaltrigen stürzen, um auf ihn einzustechen und zu vernichten. Ich bin entsetzt; was für ein schreckliches Vorhaben. Vor lauter Furcht kann ich mich kaum noch rühren.

Dann erfahre ich, dass Uwe im Besitz eines magischen Gegenstandes ist, der – so weit das abzusehen ist – unsere einzige erreichbare Rettung ist. Es handelt sich dabei um eine Sonne aus kreuz und quer laufenden, teils durchbrochenen Metallstreben, die das mittlere Rund offen lassen. Diese Sonne hat einen Durchmesser von etwa dreißig Zentimeter. Uwe brachte sie erst kürzlich von einer Reise vom dunklen Kontinent mit. Er ist von der Wirksamkeit der Sonne absolut überzeugt; seinem Glauben nach kann sie böse Taten abwehren und verhindern.

Ich werde also aufgefordert zu Uwe zu gehen, um ihm von dem schrecklichen Plan zu erzählen, damit er kommen und es verhindern kann. Das kann ich doch nicht tun! Welch ein Wahnsinn das wäre! Ich glaube nicht an eine solch magische Abwehrkraft dieser Sonne. Deshalb kann ich Uwe auch nicht bitten herzukommen, denn dann würde ich ihn ja ins offene Messer laufen lassen! Vermutlich würde er dabei getötet werden.

Die Lage spitzt sich zu. Der Angreifer mit dem Speer steht direkt vor dem Fenster der Hütte, richtet seine Waffe auf einen anderen Jugendlichen und droht, ihn gleich zu durchbohren. Ich gehe unter den Fenstern in Deckung, verhalte mich leise, um nicht gesehen zu werden. Erneut werde ich dringlich aufgefordert, Uwe zu holen. Aber ich kann doch nicht! Mir fehlt doch der Glaube daran! In mir sperrt sich alles dagegen.

Kurz darauf erscheint Uwe. Die magische Sonne in beiden Händen haltend. Ich mag kaum hinsehen… Mit ausgestreckten Armen hält er die Sonne in Brusthöhe, dem Angreifer entgegen, während er langsam und beobachtend auf ihn zugeht. Und tatsächlich – was ich nicht glauben konnte, geschieht nun: Der Angreifer steht wie gebannt, mit hängender Kinnlade, starrt bewegungslos und entsetzt auf die magische Sonne.
So ist das also! Die Sonne schützt nicht vor den Spitzen, aber sie setzt den Angreifer außer Gefecht, so dass diese gar nicht erst in die Tat umgesetzt werden können. Noch immer schaue ich im Schutz der Hütte dem Geschehen zu. Wirklich in Sicherheit fühle ich mich aber trotzdem noch nicht.

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