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Fahrt im Krankenwagen

Traum vom 7. Juli 2010

Einer dieser langen Sommerabende an einem entlegenen fremden Meer. Gemeinsam mit einigen nicht näher bekannten Bekannten warte ich auf ein öffentliches Verkehrsmittel, das uns weiter bringen kann. Nach wenigen Minuten kommt ein Krankenwagen ums Eck und hält. Der Beifahrer schaut heraus, signalisiert: die Fahrgäste können einsteigen, so sie wollen. Zwei der Bekannten steigen ein, während ich mit angewinkeltem Arm durch den Strandsand angele und dabei unser Baby hervorhole. Na, so ein Glück, dass ich an unser Baby gedacht habe, obwohl ich bis zu dieser Sekunde noch gar nichts von seiner Existenz ahnte! Es lag so tief im Sand verborgen, dass wir ahnungslos darüber hätten hinwegtrampeln können, oder der Krankenwagen wäre darüber gefahren. Nicht auszudenken! Ich wische mit einigen Handbewegungen den grobkörnigen Sand vom feuchten Babykörper und besteige mit meiner kleinen Fracht den Krankenwagen. Die Tür schließt sich, das Fahrzeug nimmt Fahrt auf. Nur noch der mittlere Platz auf der Rückbank ist für mich frei. Ich zögere, diesen Platz einzunehmen, denn ich halte ihn, wegen des Babys in meinem Arm, für ein wenig zu unsicher. Angenommen, bei einem Aufprall – könnte ich den Kleinen dann überhaupt halten? Während meiner Überlegungen fällt der Blick auf die versenkte Pritsche, auf der die Kranken während der Fahrt lagern. Da drängt sich doch die Frage auf, ob wir nicht alles blockieren, wenn jemand plötzlich Hilfe braucht? Es wäre sehr unangenehm, wenn sich für jemanden in Not die Hilfe verzögerte, nur weil wir den Krankenwagen zur Beförderung verwenden. Den beiden Sanitätern auf den Vordersitzen stellt sich eine solche Frage offensichtlich nicht. Voll fürsorglicher Freundlichkeit fahren sie uns durch die nächtlich stillen Straßen. Sonderbar.

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