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In Wallung

Traum vom 1. April 2009

Frühe Morgenstunden. Moina hockt mit ein paar Gleichaltrigen im überdachten Eingangsbereich eines schicken Hochhauses – nebenbei registriere ich die Fassade aus schwarzen Marmorplatten, von braunen Streben teils aufgelockert. Sofort bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Es ist nicht in Ordnung, dass die Kleinen so früh am Morgen hier unbeaufsichtigt spielen. Wenn nachher einer der Mütter aus dem Hochhaus tritt, wird diese mir vorwerfen, dass ich die Kinder verwahrlosen lasse.

Szenenwechsel. In einem kleinen Seminarraum komme ich mit einer Mutter ins Gespräch. Sie erzählt mir von den Hitzewallungen, unter denen sie seit einiger Zeit leidet und wie die Hitze ihr Gesicht rötet. Ich antworte: „Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber auch ich habe diese Hitzewallungen.“ Inzwischen ist es für mich nicht mehr interessant, zu erklären, wie ich in die Wechseljahre befördert wurde. Eines aber finde ich so spannend, dass ich sie darüber aufklären will: „Das ist fehlgeleitete Sexualenergie, die in den Unterleib sollte, aber nicht in den Kopf.“ Leider kommt es daraufhin zu einer Störung und unser Gespräch ist unterbrochen.

Szenenwechsel. Erneut auf dem Platz vor dem Hochhaus aus schwarzem Marmor. Ich habe – nach einem vergnügten Abend mit Freunden – die Stunden bis zum Morgen offenbar unter einer Überdachung verbracht. Ich fühle mich ausgeschlafen, stelle aber mit Schrecken fest, dass ich meine Handtasche auf einem Betontisch, der auf dem öffentlichen Platz vor dem Hochhaus steht, stehen lassen habe. Oje, meine Kamera und mein Portemonnaie sind drin! Mit wenigen Schritten bin ich dort, werfe einen Blick in die Tasche und stelle fest: es ist noch alles da. Blöd ist nur, dass alles sehr feucht geworden ist. Ich sollte die Kamera für einige Zeit nicht nutzen, bis sie ganz sicher wieder staubtrocken ist, um einen Schaden zu vermeiden. Ich hänge mir die Tasche über die Schulter, betätige dabei versehentlich den Power-Schalter der Kamera, woraufhin an dieser kurz ein oranges Lämpchen aufleuchtet. Au wei, genau das wollte ich vermeiden, dass die Kamera sich einschaltet. Mit eiligen Schritten strebe ich auf eine der Hochhausschluchten zu.

Und komme auf der anderen Seite des Hochhauses aus schwarzem Marmor wieder heraus. Schwungvoll, gut gelaunt, mit einem Zigeunerkleid, duftigen Haaren und dem Gefühl urweiblicher Kraft. Vor mir liegt ein weiter Platz, der von einer lebhaft befahrenen Straße und Straßenbahngleisen gekreuzt wird. Am Straßenrand stehen ein paar Stühle hingestellt – ganz beliebig. Ein paar Teilnehmer sitzen dort und der Käpt’n. Während ich auf den Käpt’n zugehe, erzähle ich von der Sache mit der Handtasche, vom Vergessen und der unbeabsichtigen Betätigung der Kamera. Lache kehlig und unbeschwert darüber, dabei den Kopf etwas in den Nacken werfend. Jaja, wenn man sich keine unnötigen Sorgen macht, dann passiert auch nichts.

Der Käpt’n fragt: „Sprichst du denn manchmal noch spanisch?“
Seine Frage bezieht sich darauf, dass ich ihm vor einiger Zeit erzählt habe, dass ich mal spanisch gelernt habe.
Ich antworte lachend: „Nein nein, das sähe ja ganz komisch aus; der von Hitzewallungen blaurote Kopf und dazu meine bleichen Beine.“ Nein, der Rock bleibt immer an. Ich überlege, ob ich mir das wirklich antun musste, diese doch unschmeichelhafte Bemerkung über mich zu machen. Aber so what! Schon lache ich glucksend darüber. Der Käpt’n schaut interessiert zu mir, lächelt freundlich amüsiert.

Da kommt ein mittelgroßer weißer Hund zu uns gelaufen. Ähnlich einem Mittelschnauzer, aber mit sehr kurzen „Barthaaren“, durch die die blassrosa Haut teils durchschimmert. Er kommt direkt auf mich zu und kläfft ein paar Mal – sichtlich deshalb, um ein Signal zu setzen. Er ist ganz neu bei uns, kennt seine und meine Grenzen noch nicht. Er wird bald lernen, dass ich dazu gehöre und dann gibt es keinen Grund zum Kläffen mehr. Es ist ein kluges, waches und gesundes Tier – ich spüre starke Zuversicht, was diese Sache anbelangt.

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