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Enge Jeans

Traum vom 2. April 2009

In einer medizinischen Abteilung findet ein Workshop statt. Ich fühle mich ganz wohl hier, bewege mich entspannt hin und her. Sorglos. Da sagt eine Nahestehende zu mir: „Deine Jeans ist unmöglich! Viel zu eng!“
Wie? Das kann nicht sein. Zum Beweis setze ich mich auf einen Stuhl und lasse sie einen Blick auf meinen Hosenbund werfen. Selbst im Sitzen passt das, es hängt kein Bauchspeck drüber. Der Bereich um den Reißverschluss sitzt sogar recht locker; könnte eher noch enger sitzen. Nun ja… wie auch immer, ich fühle mich nun in meiner Hose gar nicht mehr wohl. Habe ständig das Gefühl, wie eine Presswurst auszusehen, die sich in den Augen der anderen Teilnehmer einfach nur lächerlich macht, wenn sie agiert. Das ist blöd, macht keinen Spaß. Ich denke darüber nach, gebe mir einen Ruck, lasse diese negative Bewertung los und… es dauert gar nicht lang, da bewege ich mich wieder völlig frei und unbeschwert. Nebenbei… da sitzen drei Menschen, die mir wichtig sind, doch ich komme mit ihnen einfach nicht in Kontakt.

So, Stuhlkreis, eine Übung. Jeder soll eine Situation/Traumszene nachstellen. Voller Schwung mache ich den Anfang, nehme einen weichen schwarzen Schlauch mit Aufsätzen aus Chrom, biege dieses zu einem breiten U und marschiere damit im Innern des Stuhlkreises umher. Untermale dies mit breiten Lippen: „Brumm brumm… brumm brumm…“, lasse den Schlauch immer höher fliegen. Kurz denke ich mir: Das Brummbrumm, das ist ja höchst lächerlich; Kinderkram. Aber ich spüre so viel Energie dabei, lasse nach und nach von der Bewertung los… und finde es total cool, dies so ausdrucksstark in Szene zu setzen. Ja, der schwarze Schlauch hat sicherlich etwas Phallisches, wenngleich ein Mann sich vielleicht nicht ganz ernst genommen fühlt, wenn ich diesen schwarzen Schlauch als Symbol für… Was soll’s, die Requisiten geben halt nicht mehr her.

Gleich wird ein Vortrag stattfinden. Aha.. Gemeinsam mit zwei Frauen betrete ich den Hörsaal. Keine Fenster. Noch niemand hier, trotzdem sind nur noch ein paar Plätze am unteren Treppenabsatz frei; Plätze, die zudem direkt am Durchgang stehen. Ungemütlich. Direkt vor der Wand, mit Blick auf diese – ein Platz ohne Aussicht. Zwei Stühle haben ein kreisrundes Sitzpolster aus braunem Leder; auf diese setzen sich meine Begleiterinnen. Der dritte Stuhl hat ein Halbrund als Sitzfläche. Hm ja, nicht so bequem… aber immerhin ermöglicht das ein rasches Aufstehen, wenn man nur halb sitzt – das könnte sich womöglich als Vorteil erweisen.

Kurz darauf mit der Bahn unterwegs. Die Bahn fährt auf Schienen ähnlich einer Achterbahn, weil es eine Art Flugzeug ist. Das Flugzeug startet in einem extra Himmelsschacht, ähnlich einem Treppenhaus. Ein rasanter Start. In der nächsten Aufwärtsschleife werden die letzten sieben oder acht Flugzeugwaggons – in einem dieser sitze ich – von der Spur geschleudert. Absichtlich, denn am hinteren Ende des letzten Waggons ist ein Haken angebracht, der Schwung ist auch genau berechnet, so dass sich der Haken – wenn alles gut geht – weiter oben, auf höherer Ebene, in die Fahrspur einklinkt. Das gibt guten Schwung. Ich verliere völlig die Orientierung, es dreht sich nur noch alles und mir wird etwas übel. Doch zwei Mechaniker schweben links von mir in der Konstruktion. Sie wirken sehr zufrieden – alles läuft bestens! Na gut.

Wieder zurück in der medizinischen Abteilung. Die Stationsschwester sagt, wir sollen uns nun die Hände reinigen. Aber das habe ich gerade getan: gewaschen und desinfiziert. Im nächsten Moment sagt sie: „Es ist leider zu spät. Die anderen Teilnehmer haben sich bereits auf den Weg zum Vortrag gemacht.“ Ganz kurz spüre ich Bedauern, habe das Gefühl, etwas zu verpassen. Dann aber fällt mir wieder ein: Es ist ein Fachvortrag für Laien. Ich erinnere mich an eine Reihe solcher Vorträge… Stundenlang musste man dem Vortrag lauschen, nur um am Ende festzustellen, dass kaum mehr als ein paar Krumen Wissen mitgenommen werden, da ich mich zu den Themen vorher ausführlich informiert hatte. Klar, wenn mich was interessiert, informiere ich mich und warte nicht auf einen Vortrag. Um so besser, dass ich diese Gelegenheit verpasst habe; es hätte mir eh nur Zeit geraubt.

Okay, die Treppe liegt am Rande der medizinischen Abteilung; und zwar derart abseits, dass sie fast ein traumhaftes Element ohne reale Grundlage sein könnte. Mir gefallen diese geheimen Wege. Zusammen mit ein oder zwei Frauen steigen wir die Treppe hinab, gelangen in ein Flugzeug/Schiff/Bahn. Viele Plätze von meinem Standpunkt entfernt, sehe ich Mike an Deck sitzen. Er schaut gedankenversunken in die Ferne. Die Fahrt geht los. Viel wirbelnder, Sinne verwirrender als der Start vorhin. Ein kreiselndes Schleudern… der Mageninhalt schlägt Purzelbäume, will zum Hals raus, kurz schwinden die Sinne… Dann entdecke ich Mike, der nun viel weiter fort sitzt. So fern, wie am anderen Ufer des Mississippi. Ich strecke meine Hand nach ihm aus, Halt suchend, so als könne ich ihn einfach greifen, sobald meine Hand auf ihn zielt.

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