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Erdbeeren im Bäckerladen

Traum vom 16. Juli 2010

Mit einem unterschwelligen Gefühl leichter Überforderung stehe ich am Tresen des Bäckerlädchens. Irgendeine Schwäche, die mir notwendiges Handeln und das Formulieren von Bitten deutlich erschwert. Jegliches Tun ist anstrengend, so als gehe ich den Weg eines großen Widerstandes.

Die iranische Bächermeisterin lässt den Laden diese Tage halb abgedunkelt, um die Hitze draußen zu halten. Es kommen nur wenig Kunden während dieser heißen Tage. Ich habe vier Stücke Erdbeerkuchen geordert und sage, sie solle ihn bitte auf den mitgebrachten Teller legen. Da beugt sie sich vertraulich über den Tresen zu mir und flüstert: „Wenn nur alle Kunden so weit dächten, was könnte man (an Papptellern) sparen!“

Zu anderer Zeit ein weiterer Besuch im Bäckerlädchen. Dieses Mal kaufe ich eine Portion frische Erdbeeren. Die Bäckermeisterin wirkt verändert? Europäischer. Größer, männlicher. Egal. Sie erzählt, sie sei am Morgen bei der Arbeit gestürzt. So humpelt sie zu einer seitlich angebrachten Arbeitsplatte zwischen den Kaffeeautomaten, um die Erdbeeren in einen Behälter zu füllen. Na, dabei habe ich doch ein Porzellanschälchen mitgebracht. Es wartet schon auf dem Tresen, aber sie hat es wohl wegen der Schmerzen übersehen. Inzwischen ist ihr Lebensgefährte hinzugekommen. Mit den Händen in den Hosentaschen steht er vor dem Hintergrund der kleinen Tischchen und schaut uns zu, ohne ein Wort. Als die Bäckermeisterin mein Porzellanschälchen sieht, sagt sie: „Wenn mal alle Kunden so weit dächten, aber das ist wohl zu viel verlangt.“ – Naja, mir ist es ja viel lieber, wenn die Erdbeeren gleich in meinem Schälchen landen, da sie mir so direkt zu eigen werden. „Vielen Dank für die Erdbeeren! Auf Wiedersehen!“ Beschwingt verlasse ich den Laden.

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