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Bloghütte im Urwald

Traum vom 16. Juli 2010

Nachts im Urwald. In der Bloghütte der Forschungsstation treffe ich auf Rainer. Ich bleibe auf der Türschwelle stehen, schweigend. Er bemerkt mich nicht; arbeitet konzentriert am Rechner. Der Monitor – vor dem Hintergrund einiger Fenster, vor denen das üppige Urwaldgrün emporwächst – steht auf einer weißen, ansonsten leeren Arbeitsplatte. Diese weiße Fläche ist es vielleicht, die eine solch raumgreifende Nüchternheit ausstrahlt, die mich in ruhiger Passivität verharren und weiter in der Tür stehend abwarten lässt. So schaue ich aus der Ferne über seine Schulter hinweg auf den für mich sichtbaren Teil des Monitors. Rainer veröffentliche gerade einen Blogbeitrag. Offenbar ein Snippet; weißes Papier, bedruckt. Ich schärfe den Blick … sehe meinen Namen auf dem Snippet. Meinen Namen? Irgendeine Auswertung, ein Screenshot; jedenfalls sind die Zeiten mit Aufenthaltsdauer aufgeführt, als ich sein Blog besuchte. Das ist ja unglaublich. Dass er gleich meinen Namen dazu veröffentlicht und mich somit bloßstellt grenzt an eine solche Dreistigkeit, dass ich mit einem Male schallend lachen muss. Mein ganzer Körper biegt und bäumt sich, während ich den Kopf in den Nacken werfe und meinen Bauch vor Lachen halte. Dabei kommt nicht ein Laut aus mir heraus. Als ich mich ausgelacht habe, schaue ich wieder genauer hin. Er schiebt gerade einige Papierbögen hin und her, ordnet sie neu. Zusammen ergeben sie eine Großstadtsilhouette, der er eine neue Ordnung geben möchte. Es hat etwas Meditatives, ein in sich Ruhen, das ich nicht stören kann. Inzwischen stehe ich hinter ihm, ohne jedoch ein Wort zu sagen. Er bemerkt mich nicht.

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