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Zungenumschlungene Gespielin

Traum vom 19. Juli 2010

[...] Im Großelternhaus ist wieder Leben eingekehrt. Sicherlich bin ich schon seit dem Morgen hier, werde mir dieser Situation erst jetzt bewusst, ähnlich einem Aufwachen. Es gibt einen feierlichen Anlass dafür: die diesjährige Weihnachtsfeier.

Großmutter trifft quicklebendig und wie verjüngt, und von der Gestalt her gestreckt, die Vorbereitungen für das Fest. Da wird sogar der Großvater eingespannt und er hat noch nicht einmal etwas dagegen. Von der Stube aus trete ich hinüber in das Festzimmer. Die Tür ist unverschlossen, und doch liegt sie wohl so schwer in den Angeln, dass ich mein ganzes Körpergewicht sachte dagegen halten muss, um sie peu à peu zu öffnen. Es ist ein Raum, der nur für weihnachtliche Feiern genutzt wird (real war dies das Nähzimmer). Das dunkle Holz der Einrichtung kommt mir förmlich entgegen. Tisch und Schrank wirken durch diese veränderte Perspektive viel größer und verschmelzen geradezu mit mir, die ich vom Geruch ganz eingenommen bin. Ein Wiedererkennen von etwas, das sich dem Bewusstsein entzieht.

Wirklich sonderbar ist, dass hier niemand mit meinem Dabeisein rechnete. Aus diesem Grund erhalte ich auch keine nachträgliche Einladung. So werde ich bei den Vorbereitungen helfen, aber zur Feier nicht mehr hier sein.

Daraufhin eile ich suchend durch eine unbekannte Ortschaft, die mir wenige Tage Heimat war. Schaue in mir fremde Nebengassen. Keine Ahnung, wo ich mein Auto geparkt habe. Während der Suche komme ich in ein Gebäude, in eine Wirtschaftskammer, die ich noch morgens gezielt aufgesucht haben muss. Jedenfalls sehe ich mit Schrecken, dass der Wasserhahn – der direkt neben der Eingangstür, wenige Zentimeter über dem Erdboden, installiert ist – voll aufgedreht ist. Das Wasser läuft unter Hochdruck heraus. Das hatte ich wohl vergessen. Einem ersten Impuls folgend, greife ich zum Wasserkran, um ihn zuzudrehen. Doch eigentlich ist es dafür zu spät… – sähe das nicht nach Vertuschen aus?! Meine Hosenbeine sind hochgekrempelt, ich bin barfuß und halte die Fußknöchel unter den kühlen Wasserstrahl – was für eine herrliche Abkühlung – und verlasse das Gebäude direkt zur Hauptstraße hin. Ungut, diese ganze Sache; die Betroffenen werden mir das sicher nachtragen.

Wieder in den Straßen, suchend. Nicht lang, da verschlägt es mich erneut in unbekannte private Räume. Eine Gespielin wartet hier auf mich. Nur einen Lidschlag später finde ich mich nackt und zärtlich umschlungen mit ihr wieder. Ein wunderbarer Frauenkörper. Sanfte Liebkosungen; unsere Zungen umschlingen sich weich, fast wie in Zeitlupe, geben sich frei, nur um erneut aneinander zu schlürfen und schlecken. Währenddessen sehe ich diese Szene – ähnlich einer Jugendstil-Grafik – wie durch geschlossene Augen. Meinen Bauchraum empfinde ich wie einen großen Saal, gefüllt mit erstem Widerwillen. Wie habe ich mir nur eine Gespielin zulegen können? Ich habe mir nie was aus Frauen gemacht. Auch jetzt hält sie mich nur auf. Mein Auto habe ich noch immer nicht gefunden. Oder ist gar geplant, dass ich den Weg mit ihr fortsetze? [...]

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