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Schwindelfreie Nummer

Traum vom 20. Juli 2010

[...] Aus etwas erniedrigter Perspektive schaue ich hinüber zum Grundstück der Nachbarn. Nachbarn aus früheren Zeiten. Das Haus steht nur wenige Meter von mir entfernt. Ursprünglich nutzten sie die große, gen Süden gerichtete Terrasse, der sich ein weiter Garten anschließt. In jungen Jahren saßen sie gern in der Sonne und es ging hoch her. Doch heute ertragen sie die Hitze nicht mehr, sitzen lieber ganz ohne Tamtam und im Schatten. So steht ihr Gartentisch nun an der Westseite des Hauses, also genau vor meiner Nase.

Sie haben Besuch. Ihr erwachsener Sohn – Fliesenfritze mit eigenem Geschäft, nennen wir ihn Peter – und ein paar andere nahe Verwandte sind gekommen. Peter erzählt aus seinem gegenwärtigen Leben. Gesten und Stimme weit ausholend; soll wohl zeigen, dass er so richtig was drauf hat. Ich weiß noch von früher, dass er gerne Geschichtchen erzählt, und dass er nicht schwindelfrei ist. Ja, da denke ich es gerade und nun klettert er, um Begebenheiten aus einer Geschichte zu demonstrieren, aufs Dach. Gemeinsam mit Vater und Onkel. Als sei ich selbst es, die auf das Dach klettert, schaue ich dem Treiben sorgenvoll zu.

Keine Ahnung, ob auf Höhe der Regenrinne bereits etwas vorinstalliert war; jedenfalls zieht Peter mehrere parallel verlaufende, teils chromglänzende Metallstangen, – rohre und halbrohre seitlich in Verlängerung der Dachkante heraus. Sie stehen gut einen Meter über und alle Männer auf dem Dach setzen sich dort drauf. Auch der nicht schwindelfreie Peter! Wenn das mal gutgeht. Jetzt beginnt er da oben zu hüpfen. Verrückter Kerl. Die Stangen biegen sich, geben womöglich gleich nach? Ich kann es nicht mit ansehen und wende den Kopf mit stockendem Atem ab, wende mich dem Hausinnern zu. Da höre ich plötzlich erschrockene Stimme, Aufschreie. Sind die jetzt vom Dach gestürzt? Hoffentlich vom Grün der Beete etwas abgefangen?! Mit einem Ruck drehe ich mich um. Hmm?? Huch nein, die sitzen ja immer noch auf dem Gestänge und spinnen herum. Mir reicht es – ich wende mich nach innen.

Nach etwa zwei Stunden kommt Peter herein, sucht eine bestimmte Telefonnummer in Erfahrung zu bringen. Der Mann bei mir – ist das mein Mann? – plaudert heiter drauflos, während ich eine leere Schachtel Knabbergebäck in den Händen drehe, um dort die Telefonnummer zu finden. Hmmm… Da ist ein ‘@’ mit 3 winzig kleinen Kleinbuchstaben. Das ist aber nicht die Nummer des Pizzabringdienstes. Mein Mann grinst, und foppt mich: „Na, die Nummer hast du wohl vorhin beim Sex verlegt.“ – Was soll das denn jetzt? Will er Peter unbedingt wissen lassen, dass wir während der Mittagspause… Ach, wegen der fehlenden Zeit war es ja noch nicht mal zum Vollzug gekommen. Also, keine Ahnung, was das soll. Trotzdem gehe ich nach nebenan, um dort zwischen den zerwühlten Laken nach der gewünschten Nummer zu suchen. [...]

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