Home » Traumtagebuch » Ein Zufall für Rainer

Ein Zufall für Rainer

Traum vom 28. Juli 2010

An diesem Abend habe ich meinen Weg in der Vertikalen fortgesetzt. Meine Wohnung, die aus einer großen Schreibstube besteht, liegt weit unter mir zu ebener Erde. Ich blicke etwa vom siebten Stockwerk den Schacht hinab, ungehindert bis hin zu meiner Wohnung. Meine Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, ich werde also noch weiter aufsteigen; dafür habe ich den gesamten Abend und einen Teil der Nacht eingeplant.

Einige Dinge konnte ich bereits in Erfahrung bringen. Um die Hände frei zu haben, lasse ich die inzwischen gesammelten Informationen einfach fallen – sie sind gleich einem Steinchen in ein Stofftaschentuch gewickelt, das von einer feinen Kordel gehalten wird. Meine Wohnung wird sie auffangen. Als ich das Informationsbündel fallenließ, hatte ich noch nicht bemerkt, dass Rainer gerade meine Wohnung betreten hat. Er steht just an dem Punkt…. mit einem leisen Klackern landet das Informationspäckchen in seinen Händen. Er muss noch nicht einmal zugreifen, muss auch nicht begreifen, denn die so erhaltene Botschaft erschließt sich ihm sofort, noch ehe er kapiert, was ihm der Zufall gerade zugespielt hat. Sein Gesicht ist von höchster Überraschung und von Staunen gezeichnet. Verblüffung und Freude wechseln derart rasch, die Farbe der Gesichtshaut schwankt schnell fließend zwischen Blässe und Röte, das als Gesamteindruck eine bleiche, mit dünnem Schweißfilm überzogene Haut bleibt. Die erhöhte, in Wellen pulsierende Durchblutung erkennt man nur mehr am verstärkten Dunkel in seinen Augen. Der Zufall hat ihm eine höchst interessante Entdeckung zugespielt. Eine Information… ein Geheimnis, das ich nie in meinem Leben mit jemandem hatte teilen wollen. Ein richtig dickes Ding… Ich schaue von oben, habe keine Zugriffsmöglichkeit. Rainer ahnt noch nicht einmal davon, dass ich selbst ihm diese höchst interessante Sache zufallen ließ; dazu noch ohne Absicht.

Mit leichtem Kopfschütteln staune ich in mich hinein…wie sich unsere Wege doch immer wieder kreuzen… Naja, das ist nun ziemlich peinlich. Dennoch freue ich mich, ihn zu sehen.

Tags: