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Grammophontrichterförmige Wolkendecke

Traum vom 29. Juli 2010

Wie kürzlich angekündigt, haben die Polizeikräfte meine Wohnung in den frühen Morgenstunden betreten, um die geplanten Untersuchungen, Spurensicherungen und Absicherungen vorzunehmen. Als ich nun aufstehe, im Schlafhemdchen in die Küche tapse, sind die Polizisten schon mitten drin in der Arbeit. Meine kleine Tochter hat Durst. Etwas abwesend greife ich zum nächstbesten Behälter: ein Halbliter-Meßbecher, gut gefüllt mir lauwarmen Wasser von gestern. Ich gieße etwas Zitro-Limo hinein, bemerke erst jetzt, dass der Becher mit altem Wasser gefüllt ist. Ich nehme einen Schluck, probiere… vielleicht kann man es trinken. Bäh nein, abgestanden und dann noch dieser Hauch künstliche Zitrone – megaschal. Es wäre herzlos, dies meinem Kind zu geben.

All die Beamten im Haus… draußen verdunkelt es sich zusehends. An den gekippten Fenstern rütteln starke Windböen. Ein Unwetter naht; es ist wohl besser, wenn ich mich ankleide, falls wir das Haus plötzlich verlassen müssen.

Im Zimmer nebenan. Ganz ruhig. Ich trete an das Fenster… Oh wie schön: diese gefleckte Wolkenbildung in diesem speziellen Leuchten und diesen Farben. Vor langer Zeit sah ich auf einer Website die Aufnahme einer ähnlichen Wolkenbildung. Damals hatte ich das Bild sogar auf der Festplatte gespeichert, was ich an sich nicht mache. Nun kann ich eine eigene Aufnahme davon machen. Freude. Vor dem leuchtend braungelben Hintergrund eine Ansammlung vieler kleiner, dunkelblauer Wolken mit violett leuchtenden Säumen. Wie schnell das Unwetter heranzieht…. Der Sturm schlägt die Fenster auf und knallt sie gleich wieder zu. Ich will mich gerade nach innen wenden, da bemerke ich Beunruhigendes: Die Wolkendecke verjüngt sich zu einem geschwungenen Rüssel, der in den Horizont mündet. Sieht so nicht ein Tornado aus? Etwas anders wirkt es hier schon: wie ein großer Grammophon-Trichter aus Wolken. Beeindruckend, irritierend. Ich trete hinaus, wie auf einen kleinen Balkon in der Nacht. Am Himmel ein lauter werdendes Brummen. Ein Motorsegler… Vollgas. Der Flieger will die Trichterwolkendecke schnell hinter sich bringen. Das Tösen in der Luft nimmt zu. Der Motor des Fliegers läuft unruhig, ruckelt; die heftigen Böen könnten Aussetzer auslösen. Ist es nicht etwas leichtsinnig, bei dem Wetter loszufliegen. Womöglich fällt er mir aufs Dach. Ich sollte mich nun wirklich mal anziehen. Auch die Fenster sollten geschlossen werden. Ich trete ein, ziehe das Fenster hinter mir zu. Im allerletzten Moment muss Brigidde mit hindurch geschlüpft sein! Sie schiebt ihren Motorroller mit aller Selbstverständlichkeit quer durch das Ex-Wohnzimmer, stapft mit ihren derben Schuhen nebenher. Ich vermute schmutzige Reste trockenen Schnees in ihrem Profil, an das dreckige Profil der Reifen will ich erst gar nicht denken. Es lässt sich gut vorstellen, wie der Teppichboden aussehen wird, wenn dieser Weg regelmäßig gegangen wird. Bisher ahnte ich noch nicht einmal, dass Brigidde hier aus und ein geht. Vermutlich hat sie hier einen Unterstellplatz für ihren Roller gemietet. Das behagt mir alles nicht.

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