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Unwiderstehlich

Traum vom 2. August 2010

Innerlich angespannt. Es geht nicht weiter und ich habe auch nicht den leisesten Schimmer, wie und wo es weitergehen könnte. Das nervt. Angekommen in einem namenlosen Raum im Irgendwo. Kühler Linoleumboden, auf dem das Ruckeln der chromglänzenden Stuhlbeine schmerzhaft laute Hiebe in den Raum schallen lassen. Schmucklose Wände und Tische. Eine große Anrichte mit verschiedenen Eissorten zur Auswahl. An jedem Eiskästchen hängt ein Schild mit dem Namen der jeweiligen Sorte: ‘Versuchung’ und ‘Himmlische Verführung’ oder ‘Unwiderstehlicher Käsekuchen’ oder auch ‘Grüner Paradiesapfel’. Vor allem das Eis ‘Käsekuchen’ nimmt auf mich Einfluss, so als würde allein sein Anblick zu mir sprechen: „Nimm mich, ich bin unwiderstehlich.“ Käsekuchen… wirklich unwiderstehlich… Ich nehme mir eine Portion auf ein Dessertteller. Da fragt die Bedienung, ob ich die Sorte ‘[vergessen, was es war]‘ kosten wolle. Keine Ahnung, wie das sein kann, aber ich stimme zu, obwohl es erstens eine Geschmacksrichtung ist, die ich völlig übersehen hatte und die ich, zweitens, ziemlich unappetitlich finde. Aber zack reicht sie mir schon den Teller. Lieblos einen Schlag Eis und ein Drittel Apfel der Sorte Granny Smith samt Kerngehäuse dazu geschmissen. „Guten Appetit!“ ruft sie mir unbeschwert und freundlich zu. Ich nehme es tatsächlich an, stelle – zwei Eis braucht kein Mensch zur gleichen Zeit – das zuerst genommene Eis zurück. Mit dem merkwürdigen Apfeleis gehe ich hinaus, dabei stets die Apfelspalte im Auge haltend und balancierend, damit sie mir nicht vom flachen Tellerchen kollert.

Wenig später kehre ich mit dem leergegessenen Teller zurück. So als habe ich einen leise sirrenden Propeller auf dem Rücken, fliege ich lautlos in die Ecke des Raumes, um einen Einkaufswagen – also, das ist mein Eisteller – zurückzustellen. In Augenhöhe, direkt unter der Zimmerdecke ein Oberlicht, das von einer Grünpflanze völlig dichtgewachsen ist. Dann kehre ich zum Boden zurück und meide den Blick auf den vorhin zurückgelassenen Teller mit dem inzwischen sicherlich geschmolzenen Eis. Ich bin fest entschlossen, jegliche Hinweise darauf komplett zu ignorieren – notfalls stelle ich mich taub! – und werde einfach gehen. Ja.

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