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Trunken

Traum vom 4. August 2010

Dort im Vorraum zum Musikkeller – vermutlich wird hier immer geprobt – stehen zwei Musiker. Sie sind bester Laune, lachen mich abwartend an. So gehe ich zu ihnen, als seien wir gute Freunde. Meine Stimmung ist bestens; ich wäre jetzt für allerlei Schandtaten zu haben. Voller Übermut neige ich meinen Oberkörper leicht zu ihnen, senke den Kopf und schiebe ihn so zwischen die Köpfe der beiden Musiker, dass ich mit beiden Ohren an je einem Ohr der beiden andocke. Ich merke richtig, dass die Ohrmuscheln sich gegenseitig ansaugen, als der Kontakt gut ist. „Hahaha“ lache ich „jetzt soll mal einer zu uns sagen, wir sollen Ohrhörer aufsetzen! Dann stecken wir gleich noch mal die Köpfe zusammen!“ Ich finde das total witzig, wie ich so in die Ohren der beiden reinhöre. Und das leicht schmatzende Geräusch der Ohrmuscheln ist auch sehr lustig. Die beiden Musiker amüsieren sich, können meinen Überschwang aber wohl nicht im ganzen Ausmaß nachvollziehen. Naa jaa… kann ich auch verstehen, aber ich muss das jetzt einfach mal ausleben.

Später, nahe der Außenwand des Musikkellers führt eine unterirdische Dorfstraße entlang. Es ist fast dunkel. Und irgendwie liegt die Ausgelassenheit zeitlich etwas zurück. Anstelle des Frohsinns ist Ernst eingekehrt. Da kommt ein Motorradfahrer angebraust. Ich glaube, die beiden Musiker sehen das auch: der ist während der Fahrt auf dem Motorrad eingeschlafen?! Sein Kopf liegt, unter einer weiten Kapuze verborgen, auf dem Tank. Gott, der schläft, und er sähe so ja eh nichts! Ich bin in Angst und Schrecken bei der Vorstellung, er kommt von der Bahn ab… Oder er müsste bremsen und raste weiter… „HEY!!“ rufe ich ihm laut zu. Aber sein Körper zeigt keinerlei Reaktion. „Hey, aufwachen!!“ Immer noch nicht. „Seht ihr das auch?“ frage ich die beiden Musiker besorgt. Jaja, sie sehen es auch, wirken aber sorglos. Ich überlege, dass der Motorradfahrer betrunken sein dürfte und im Rausch eingeschlafen ist. Da hebt er den Kopf; ein wenig, und schaut in meine Richtung. Eine weißliche Flüssigkeit läuft ihm aus dem Mund. Vielleicht Erbrochenes? Doch betrunken? Längst ist sein Kopf wieder zurück unter die Kapuze gesunken. Oder ein Suizidversuch?? Doch inzwischen ist der Motorradfahrer an uns vorbei. Ich sehe ihm nach; kann ja doch nichts machen.

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