Home » Traumtagebuch » In die Röhre gucken

In die Röhre gucken

Traum vom 13. August 2010

Nun ist die U5 doch ganz durchgefahren! Stopp an der Sigmund-Freud-Straße. Ich hätte drei oder vier Stationen früher aussteigen sollen. Naja, was soll man machen. Betriebsfehler; kann passieren. Da steige ich erst an der Endstation aus – das ist mir lieber. Halt. Ich stehe im zweiten Waggon als eine Durchsage kommt: „Zum Erreichen der Endstation durchqueren sie Waggon 1 bitte zu Fuß und steigen ganz vorne aus.” — Na, das mache ich doch! Aber oje, Waggon 1 gleicht einer halben Röhre, die wie ein winziger Tunnel durchquert werden muss. Die Röhre ist voller Baudreck und -staub. Hatte ich anfangs gedacht, ich könne in gebeugter Haltung oder in der Hocke hindurch gelangen, so sehe ich bald ein, dass man nur auf allen Vieren krabbelnd hindurch kommt. Einige der Fahrgäste tun das wortlos. Zu blöd, dass ich ausgerechnet heute Kleidung trage, die ich nicht dreckig machen will. Zumal dieser ätzende Bauschutt die Stoffe bleibend schädigte, robbte ich hindurch. Also setze ich meinen Weg in entgegen gesetzte Richtung fort. Zurück zum Sozialzentrum – Worpswede-Bahnhof – Main / Ausgang an der Bundesstraße 22 zwischen den Weinbergen. Denn hier, Weyerdeelen-Umbeck / Sigmund-Freud / knapp vor dem Ziel… das ist ja völlig sinnlos. So durchquere ich Waggon 2, nehme eindringlich das Retrogelb der U-Bahn wahr. Holger, der Koch aus dem verrückten Café folgt mir, macht blöde Späße, während seine wasserblauen Augen kühl meine Reaktionen beobachten. Immer wieder witzige Bemerkungen. Von wegen „witzig“! Gar nicht witzig, kein bisschen! Angesichts so viel Blödheit erstarrt selbst mein höfliches Lächeln auf halbem Wege.
Ich steige zwischen den Weinbergen aus. Eine Treppe führt eine Ebene höher, hinauf zur B 22. Tja, dann gehe ich bis zur dritten Station eben zu Fuß weiter. Dabei eine zu einem Katzengesicht zerknautschte Tragetasche aus schokobraunem Nylon. Außerdem geht es um ein Fahrrad. Das ist super, bietet es doch Gelegenheit, mein jüngstes Fahrradbild unter die Menschen zu bringen.

Tags: