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Die pure Farbe!

Traum vom 16. August 2010

Der Barkeeper poliert die Gläser, mustert mich dabei unablässig, verfolgt jede Bewegung meines Körpers, so als sei ich ihm nicht geheuer. Mich verunsichert das vor allem, weil ich heute einen schwarzen Catsuit trage, der meine Oberschenkel sehr betont. Ja, der Barkeeper mustert mich offenbar, um sich eine Frage zu beantworten, die ihn gerade sehr beschäftigt. Fast fühle ich mich etwas erlöst, als er endlich fragt: „Warum ist Valerian eigentlich mit Dir heimgegangen?“ — „Na, wir wollten noch tapezieren?! Er wollte mir helfen“ antworte ich gleichmütiger, als mir zumute ist. Zwar hatte der Barkeeper eine andere Antwort erwartet – so ist ihm anzusehen – aber er nickt mir zu, so als gäbe er mir sein Einverständnis. Ich gehe vor dem geschwungenen Tresen entlang, weiter nach rechts in eine Nische. Aus einem kleinen, etwas verborgenen Regal nehme ich Großvaters Holzschatulle hervor und öffne sie. Darin liegen ein winziges Flaschenschiff in einem Glasglobus und ein kleines Fläschchen (5 ml) mit knallroter, alkoholischer Flüssigkeit. Ursprünglich mit versiegeltem Korken verschlossen, aber ich muss es früher schon mal geöffnet haben. Ich nehme die rote Flüssigkeit in einem Schluck, werfe den Kopf dabei ruckartig in den Nacken, schließe fest die Augen, so ein scharf brennendes Zeug ist das. Der Barkeeper nickt mir zu und meint anerkennend: „Du magst wohl auch nur die Essenz, das Unverfälschte. Die pure Farbe?!“ — „Ja…“ antworte ich, verwundert darüber, dass er das gleich erkennt. Zumal ich selbst mir nie Gedanken darüber gemacht hatte; ja, mir war es noch nicht einmal bewusst gewesen. Offenkundig habe ich vor allem dadurch sein Vertrauen gewonnen. Jedenfalls habe ich nun nicht mehr das Gefühl, dass er die Arbeit meiner „schwarzen“ Oberschenkelmuskeln misstrauisch verfolgt.

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