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Zeugnisschwächung

Traum vom 18. August 2010

Da ist die Furcht, der Tiger könne aus seinem hölzernen Vogelkäfig entflohen sein. Ganz verborgen im Chinesischen hängt der kleine Holzkäfig. Obwohl kleiner als mein Kopf, kann ich diesen hineinstecken, um mich aus aller Nähe zu vergewissern, dass es ein Gatter gibt – innen drin. Mit Nase und Augen bereits im Stallinneren, registriere ich mit Ohrenblick die Verschlussmöglichkeit. Einmal schleicht der Tiger hinein, hinaus… Ach, mein Kopf ist so groß, ist sich selbst im Wege bei all seinen Erforschungen und Schlussfolgerungen. Aber dennoch: es lässt sich schließen!

Einige Menschen, die einander nicht kennen, sitzen auf Barhockern entlang den Wänden des engen Kellerraumes. Da ist dieser Mann, der mit gutem Rat zur Seite ist – stets. Er wirft mir eine Sanddornkugel zu. Eine Art Flummi mit satinierter Oberfläche, gefüllt mir feinstem Sanddornelixier. Noch ein Sanddornkügelchen und noch eines… so lange, so gemächliche Hüpfer quer durch den Raum. Und doch zu schnell, als dass ich einen erhaschen könnte. Etwas ganz Besonderes ist das. Und am Ende gelingt es mir doch noch eine zu fangen. Das war aber auch ein Stress.

Achmed ist übellaunig und kündigt die bevorstehende Zeugnisschwächung in der Tigergruppe an. Ich rege mich darüber auf, dass die Kinder mit schlechten Noten bestraft werden, während ganz schlechte Bedingungen erst zu diesen führten. Fest entschlossen mache ich mir Gedanken, wie ich den Protest am besten in die Wege leiten kann. Da sind riesige Ballen von gewickelten Schnüren. Anfangs denke ich, ich könne eine solche Schnur durch das große Nadelöhr der Riesennadel ziehen um dann damit ein Plakat zu weben. Aber die Schnur ist zu dick für das Öhr. Hmm… Na, dann flechte ich eben Zöpfe aus den Schnüren, verknüpfe dabei das Ende mit dem Anfang eines weiteren Fadens. Unermüdlich. Am Ende lassen sich auch die Zöpfe zu einem Stoff weben. Ich weiß, mir traut niemand eine Protestaktion zu, weil ich bisher zu wenig Initiative zeigte. Aber egal, dann ist es eben das erste Mal.

Die Handwerker machen Frühstückspause, beißen in dicke Butterstullen und grölen sich mit dicken Backen kauend zu, wie sie am Tage einfach in die Schuhe des Alten gestiegen sind. Wie bequem und praktisch das war, weil die Schuhe ja so groß sind, dass man auch mit den dicken Wollsocken problemlos reinrutschen kann. Kein Bücken, um die eigenen Schuhe an- oder auszuziehen. Jau jau, das finden alle toll, das zu tun, wenn der Alte weg ist.

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