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Altbrotladen

Traum vom 25. August 2010

Ein wiederholtes Vertrautmachen mit dem kürzlich neu betretenen Weg. Die jeweiligen Begehungen ähneln einander. Es kommt mir fast gleich vor. Und dass ich nicht vorankomme, auf dem raumähnlichen Dach des Schulgebäudes, erlebe ich als quälend. Ich will raus aus diesen ewigen Wiederholungen!

Im Erdgeschoss sind die Räume eines Altbrotladens, dessen Ambiente an Strittmatters „Laden“ in der Lausitz erinnert. ‘Gutes von gestern’ gibt es hier. Ich überlege, ein Stück Käsekuchen vom Vortag bei der alten Ladnerin zu kaufen. In meiner Hosentasche habe ich gerade noch zwei Euro und paar Cent… naja, für Altkuchen dürfte das vielleicht reichen. Wohlwollende Stimmen aus dem Off sind da ganz meiner Meinung. Anschließend: Weiterkommen zu Fuß! —

Großelternhof. Purzel und ein fremder Pudel – ich erinnere mich: auch rosa Pudel sind bissig! – rangeln sich ungestüm um meine Beine herum. Das nervt, aber sollte ich bei einem Befreiungsversuch einen der Hunde treten, wäre die Gefahr der Verletzung nur größer. Einfach abwarten, bis sie entweder die Lust an ihrem Spiel verloren haben oder auseinander getrieben werden. —

Kurz vor der Abreise der Erstklässler treffe ich auf den Vater aus dem Seepferdchen-Kurs. Seine Tochter gesellt sich, neugierig geworden, zu meiner Tochter und mir. Da kommt auch der Vater hinzu; geschmeidigen Schrittes, lächelnd legt er mir in aller Vorsicht einen Arm um meine Schultern und fragt leise: „Darf ich fragen wie alt Sie sind? Sie sehen so jung aus. Meine Familie und ich haben überlegt, ob sie vierzig, fünfzig oder sechzig sind. Oder vielleicht siebzig oder achtzig?“ — Erheitert antworte ich: „Mit 50 kommen Sie meinem Alter am nächsten.“ Anfangs fühle ich mich fast ein wenig geschmeichelt, weil man mir mein Alter angeblich nicht ansieht. Eine Sache, dir mir für Sekunden ein außerordentlich beschwingtes Gefühl verleiht. Allerdings ist es wohl so, dass man mir ein Alter von siebzig oder achtzig Jahren auch zutrauen würde. Ist das noch ‘jung aussehen’?? Der Mann verbeugt sich andeutend und lächelt dankbar, weil ich seine Frage beantwortete. Er will jetzt sofort zu seiner Familie gehen und alles berichten! —

Später… ein Raum neben vorherigem Hauptraum. Ich sitze mit angewinkelten Beinen auf dem Fußboden und creme Waden, Schienbeine und Knie mit erfrischender Sanddornmilch ein. Der Vater kommt hinzu, bemerkt mein Tun, schnuppert und ruft aus: „Nun verstehe ich, warum alle Sie mögen und so gut riechen können!“ Das amüsiert mich im Stillen. Natürlich, Zitronenöl oder Sanddornmilch gehören ja zur allmorgendlichen Körperpflege – darüber hatte ich mir bisher keine Gedanken gemacht. Mit festen Handstrichen verteile ich die Sanddornmilch im Bereich der Knie. Gerade sie sollen lange geschmeidig und glatt bleiben. „Das ist also das Geheimnis!“ stellt der Mann staunend und zufrieden, ob seiner Erkenntnis, fest.

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