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Trübes Wasser

Traum vom 26. August 2010

Kurz vor der Abfahrt. Der Wirt im Ausflugslokal erweist sich als sehr geschäftstüchtig: obwohl ich nur wenige Schlucke Wasser getrunken habe, beläuft sich meine Rechnung auf rund zehn Euro. Ein Betrag, den ich guten Willens gebe – Geschäftstüchtigkeit muss belohnt werden.

Gemeinsam mit anderen Reisenden in einem Gemeinschaftsschlafwagenabteil. Ich liege im Bett, Mike sitzt links von mir auf der Bettkante. Ich bitte ihn ungeduldig, doch möglichst schnell die Bettdecke über mich zu legen, damit endlich meine Erektion darunter verschwindet. Die muss ja nun wirklich niemand sehen! Das stellt sich gar nicht so unproblematisch dar, denn meine Latte ist gut dreißig Zentimeter lang und steht wie eine Eins. Natürlich habe ich nichts dagegen, falls er damit spielen möchte. Aber bitte: erst einmal unter die Decke damit!

Nach einigen Reisestunden fällt mir ein, dass ich mir vorhin eine Fläschchen Mineralwasser hatte bringen lassen. Ich habe erst ein paar Schluck getrunken. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist aber total wichtig. Da ich keinen Durst habe, kostet es etwas Überwindung, aufzustehen und mich auf den Weg zu machen. Mein Wasser hatte ich einige Tische weiter stehen lassen. Was für einige Sekunden ins Bewusstsein rückt: Irgendetwas erheitert mich die ganze Zeit. Vielleicht, weil alles so unwirklich erscheint?

Nach Sekunden der Unklarheit – ich kann mich nicht erinnern, wo ich das Wasser abgestellt habe – fällt es mir doch ein: gar nicht weit von hier. Nur eine Station entfernt, also einen Waggon weiter vorn. Dort halten sich viele Reisende auf, sitzen zusammen an den Tischen und plaudern. Ich sollte mich beeilen, sonst nimmt sich noch ein anderer mein Wasser. Tatsächlich sind in diesem Bereich zwei ältere Wirtinnen tätig, die darauf achten, dass nichts umkommt. Die haben alles im Griff und die volle Übersicht. Gerade nimmt sich eine der beiden einen Halbliter-Messbecher, der mit meinem Mineralwasser gefüllt ist. Sie will das Wasser an die echt-kölnisch-Wasser-Reisefrauen ausschenken. — „Hey! Halt! Stopp! Bitte nicht, das ist meins!“ — Doch die Wirtin lässt sich nicht beirren, schüttet rasch noch den Rest des abgekühlten Nudelkochwassers hinzu. Alles trübt sich! Oh nein, was soll das! „Nein!!“ — „Ach, ist doch egal“ winkt sie gleichmütig und gemütlich ab. — Egal? Na… wenn das so ist… Erzürnt reiße ich ihr den Messbecher aus der Hand und kündige mit unheilvoller Stimme an: „Wenn das wirklich egal ist…“ Im nächsten Augenblick schütte ich ihr eine Ladung von der trüben Flüssigkeit auf ihren Altweiberrock. Völlig gleichmütig wendet sie den Kopf seitlich ab; was den Rockstoff anbelangt, ist es ihr anscheinend wirklich egal, ob der Flecken bekommt oder nicht. Allerdings ärgert sie sich maßlos darüber, dass ich mich der Flüssigkeit bemächtigt habe und sie dadurch von der Arbeit abhalte. Von daher auch die demonstrative Abwendung. Doch sie sagt nichts. Kein Wort des Ärgers. Echt blöd, das macht ja gar keinen Spaß mit der, wenn die sich nicht ärgert. Das gibt’s doch gar nicht, die muss man doch ärgern können!? Ich bin sauer und lasse nicht von ihr ab: „Egal?? Nicht egal!! Das ist mein Wasser! Und: ich wollte eine klares Getränk und nicht so eine abgestandene Brühe!“ Blöde Kuh, die!

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