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Saitenspiel mit Klangreflektoren

Traum vom 3. September 2010

Es gibt Materialien zu entnehmen, aus einem unüberschaubaren Angebot. Die Übersicht wird durch hohe Felder mit reifem Getreide verwehrt. Das macht es schwierig, Entscheidungen zu treffen, sich wirklich das Beste herauszusuchen, weil: vielleicht sah man noch Besseres nicht, obwohl es zwischen den Feldern längst wartet?

Ich setze mich zu dem unbekannten Mann auf den offenen Kutschenwagen. I come lookin’ for a job – ich hörte von einem 36-Stunden Job und hätte Interesse daran – but I get no offers, just a…: wir küssen uns. Lippen, Zunge, Zähne, Säfte verschmelzen zu einem warmen Genuss, der meine Aufmerksamkeit völlig nach innen richtet. Doch dann schleicht sich ein unangenehmer Geschmack ein und ich fürchte, er rührt aus meinem Mund. Ich halte inne, ziehe mich zurück, wir lösen uns voneinander, und ich denke: nun ist alles vorbei…. Der Mann denkt etwas nach, nickt dann und stellt bald fest: „Es hat sich etwas bei Dir getan. Das sollte auch gewürdigt werden.“ Es kann also sein, ich bekomme den Job doch noch.

Zwischenzeitlich war ich zufällig dabei, als sich Frauen meines Alters zu einer Gruppe zusammenschließen, um eine interessante Sache in Angriff zu nehmen. An sich eine erfreuliche Sache. Allerdings wurden verschiedene Vorhaben geplant, die mir widerstreben und ich sonderte mich immer mehr ab, um mich schließlich endgültig davon zu distanzieren. — Nun halte ich mich im Warteraum auf, und die Griechin erzählt den Anwesenden von der Möglichkeit, sich dieser Frauengruppe anzuschließen, was – wenn es gelänge – ein richtiger Glücksgriff sei! Daraufhin erzähle ich, dass ich zufällig anwesend war und in die Gruppe aufgenommen worden wäre, ich aber nach einer Viertelstunde wieder ging. „Sie haben w a s getan??“ fragt die Griechin kühl und völlig verständnislos. — „Ja, ich fühlte mich so erschöpft, dass ich ging“ erkläre ich. — „Erschöpft???“ Es ist ihr absolut unverständlich. Ich habe aber keine Lust ihr alles zu erklären. Es gibt Menschen, die können nicht nachempfinden, wie viel Kraft es kostet, wenn man sich genötigt sieht, wider den eigenen Überzeugungen und wider der eigenen Natur zu handeln. Ich erlebe immer wieder, wie eine schlagartige Entladung damit einher geht und ich mich hinterher entsprechend kraftlos fühle.

Am Rande eines der hohen Getreidefelder, direkt vor den dicken grünen Ähren, sitzt ein Mann und baut ein Saitenintstrument, das auf dem bevorstehenden Volksfest vorgestellt werden soll: eine rechteckige Kunststoffwanne, innen mit einem Fußballfeld bedruckt. Der Mann bezog es inzwischen mit Saiten, die er nun mit Speichenreflektoren in Röhrchenform bestückt. Beim Zupfen der Saiten erzeugen diese Reflektoren schöne, helle und sehr klare Töne. Wie schön, daran hätte Moina sicher große Freude. Doch ich sehe, selbst dieses Vorführstück soll 60 Euro kosten. Ich hatte vermutet, es sei wesentlich günstiger. So zögere ich… Der Reaktion des Instrumentenbauers macht mir allerdings etwas Hoffnung; möglich, wir bekommen doch noch eine Chance zum Ausprobieren.

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