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Brüste abschneiden

Traum vom 6. September 2010

In einem abseits gelegenen Nebenzimmer angekommen, komme ich etwas zur Ruhe und Besinnung. Direkt vor dem Fenster steht ein Esstisch, der als Arbeitsfläche während des Kochens dient. Ich stelle mich davor, blicke hinaus, ohne wirklich hinzusehen. In der rechten Hand halte ich ein stumpfes Messer von altem Essbesteck. Damit will ich meine Brüste abschneiden. Das habe ich schon öfter so gemacht; alle paar Wochen nämlich, wenn ich mein Brustfleisch als Zutat für eine nahrhafte Suppe brauchte – ich habe direkt vor Augen, wie ich zwei frische Fleischkränze in heiße Gemüsebrühe lege. Doch etwas lässt mich heute zögern… Moment mal… Zwar wächst das Brustfleisch immer nach und es bildete sich auch jedes Mal eine schöne zarte Haut darüber – bisher war es jedenfalls so, auch wenn ich dafür keine Erklärung habe – doch es bleiben Spuren zurück. Erst einmal sind meine Brüste deutlich kleiner geworden. Auf meiner linken Brust ist die feine Linie einer Narbe zu erkennen. Zum ersten Mal zögere ich… Zum ersten Mal denke ich überhaupt darüber nach! Klar, was spräche schon dagegen, auch heute das Brustfleisch zu ernten – so als schneide ich kleine Kürbisse von einer Pflanze; voller Vertrauen, dass immer neue Blüten und damit Kürbisse wachsen. Es muss ja bisher immer problemlos gewesen sein, jedenfalls erinnere ich mich nicht an Bedenkliches. Merkwürdig, welche Hemmungen ich heute habe…. ich kann mich nicht überwinden, das Messer anzusetzen und die großen Schnitte zu machen. Denn: eigentlich weiß ich gar nicht genau, an welcher Stelle das Brustfleisch vom Körper getrennt werden sollte. Außerdem ist das Messer total stumpf. Sollte ich nur einen Teil abschneiden und somit an falscher Stelle… womöglich wächst dann nichts mehr nach. Ja, kann ich denn überhaupt sicher sein, dass erneut so schöne Haut darüber wächst? Was ist, wenn die Schnittstellen nicht heilen? Dann hätte ich zwei riesige blutende Wunden? Was ist das überhaupt für eine Sache, die eigenen Brüste zu kochen?? Mehr und mehr kommt mir der Gedanke, die Sache könne ziemlich riskant sein. Nein, ich bringe es heute einfach nicht über mich, die Brüste abzuschneiden. Jetzt, wo mir das Ausmaß der möglichen Folgen bewusst wird; vor allem wenn man bedenkt, wie dilettantisch ich vorginge. Langsam sinkt die Hand mit dem Messer. Bisher hatte ich es einfach getan, ohne nachzudenken. Man wollte seiner Familie ja etwas Nahrhaftes vorsetzen können. Nein, dennoch… ich schaffe es heute nicht. Diese inzwischen kleineren Brüste, die eigentlich recht hübsch aussehen, sind ja alles, was mir noch geblieben ist! Ich will sie nicht in Gefahr bringen.

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