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Maria, besoffen

Traum vom 18. September 2010

Von Müdigkeit gedimmte Abendstimmung. Ich stehe im Eingangsbereich der U-Bahn, starre gedankenverloren aus dem Fenster. Am nächsten Haltepunkt steigt Maria zu. Umgeben von einem dichten Schwall abgestandenen Fusels. Ein Geruch, der wie eine Keule in meine Magengrube einschlägt und fast Übelkeit aufkommen lässt. Sie wankt grußlos an mir vorbei, lässt sich auf die nächsten Sitzbank fallen. In ihrer Hand ein gut drei Meter langes Aststück mit dessen Ende sie einen ollen Feudel mit sich führt. Diesen wedelt sie, von ihrem Aststock ferngelenkt, beliebig über den Fußboden und bald durch mein Gesicht, im Glauben, mich damit zu reinigen. Er ist mir lästig – dieser dreckige Lappen! – und wehre ihn mit dem Unterarm ab. Doch Maria macht unbeirrt weiter: immer wieder schlabbert mir der Lappen im Gesicht herum. Äußerst verärgert und kurzentschlossen befördere ich sie an der nächsten Haltestelle aus dem Bus. Kaum geschehen, kommen flüchtige Gestalten auf mich zu und fragen ernst und sachlich: „War das wirklich nötig? Geht es nicht viel mehr darum, sich mit den Nahestehenden zu arrangieren?!“

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