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Schatztruhenimitat

Traum vom 16. Oktober 2010

Die feurige Cora singt ein Geburtstagslied für die extrem schüchterne Anja. Cora singt voller Hingabe, mit holpriger Stimme und aus vollem Herzen. Anja senkt den Kopf und weint vor Rührung.

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Im Eierhaus fand heute eine große Feier statt. Gerne half ich Margo beim Vorbereiten und Servieren der Speisen, räumte später Geschirr und Gläser fort und sorgte für Ordnung. Eine selbstverständliche Nachbarschaftshilfe, so wie es früher auf dem Lande üblich war. So bin ich sehr überrascht, als sie zum Ende der Feier auf uns Helferinnen zukommt und uns allen etwas Geld geben möchte. Zu diesem Zweck überreicht sie einen Bogen liniertes Papier, das mit Zahlenkolonnen gefüllt ist. Jede Zahlenkolonne enthält die je Einsatz notierte Anzahl an Arbeitsschritten, die Zahl der Gäste, die man jeweils bediente, die Zahl der Geschirrteile, die man auf einem Weg zum Abwasch trug, die Zahl der Wege, die Anzahl der servierten Speisen. Wir sollen nun diese Zahlen je Einheit addieren, damit sie uns den daraus errechneten Gesamtbetrag in Euro auszahlen kann. Kaum begonnen, wird mir klar, wie verwirrend es ist. Es gibt Überschneidungen: ich kann ja nicht die servierte Speise berechnen und dann den Gast, dem ich es servierte, noch einmal in Rechnung stellen. Schnell ist klar, die Zahl der Überschneidungen ist unüberschaubar, die Vorgänge nicht rekonstruierbar. Am Ende gäbe es immer ein falsches Ergebnis; vermutlich zum Nachteil der Gastgeberin. Resigniert lege ich das Papier beiseite. Lieber verzichte auf das Geld, als etwas einzustreichen, das mir nicht zusteht.

Eine Viertelstunde später kommt eine der Nachbarinnen und überreicht mir, im Namen von Margo, eine Holzkiste; die schlechte Imitation einer Seemannskiste. Darin enthalten das Geld für die heutige Arbeit. Ich öffne den Deckel… Um es nach einer richtigen Schatzkiste ausschauen zu lassen, legte Margo zusätzlich zu den 1 Euro Münzen und 5 Euro-Scheinen noch vermeintlich alte, rostige und wie von Salzwasser angenagte Münzen und ähnlichen Plunder dazu. Dazwischen Tütchen mit schillernden Pailetten, unter denen sich viele der Scheine verbergen. Ja, es ist eine richtige Schatztruhe, nur ist es sehr schwierig, die Münzen von Wert herauszufischen. Nun freute ich mich, doch noch das Geld zu erhalten, bin aber gleich darauf in Sorge, es könne zu wenig echtes Geld enthalten sein. Es sieht nach zu wenig aus. Doch ich krame weiter herum, finde immer mehr Münzen und Scheine in Euro-Währung und bin bald in anderer Sorge: vermutlich ist unangemessen viel Geld drin.

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