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Vom Wirklichen eines bissigen Hundes

Traum vom 17. Oktober 2010

Ich habe mich verirrt. Auch war es keine Absicht, den Friseursalon zu betreten. Aus einem unbestimmten Grund hatte ich es aber doch getan. Jedenfalls bin ich hier. Nicht im Salon, sondern in den dort angeschlossenen Privaträumen. Gerade kam ich an einem Fenster vorbei, durch das ich in den Salon blicken konnte und genau in den Augenblick schaute die Inhaberin zu mir. Ein Schreck, womöglich hat sie mich gesehen, wird sich nun fragen, was eine Fremde in ihren Privaträumen macht und mich aufgebracht zur Rede stellen. Nichts geschieht. Schnell raus hier, ehe was passiert. Doch egal, durch welche der Türen ich gehe, ich gelange nicht hinaus auf die alltägliche Straße. Alles alte Türen mit gelblichen Riffelglaseinsätzen, teils mit alten Wollfilzen verhängt. Diese Tür vor mir, ich hielt sie für einen Ausweg, führt ins Grüne. So eine fremde Umgebung, das kann nicht richtig sein. Ich muss hier raus! Ich will hier raus! Aber hinaus auf den alltäglichen Heimweg, auf dem ich mich auskenne.

Vor einer Doppeltür liegt ein ausgelutschter Röhrenknochen. Erzählte die Friseurmeisterin nicht davon, dass sie eine Katze hat? Ja, so wird es sein. Doch im nächsten Augenblick kommt ein grimmig dreinschauender Kampfhund durch eine andere Tür. Als er mich entdeckt, macht er sich mit warnendem Knurren und Zähnefletschen auf den Sprung. Jetzt fällt es mir richtig ein: Die Friseurmeisterin hatte erzählt, dass sie sich extra einen bissigen Wachhund angeschafft habe, damit fremde Eindringlinge keine Chance haben. Ja. Aber was, wenn ich jetzt einfach nicht daran glaube. Wenn es jetzt keinen Platz in meiner Wirklichkeit hat, dass der Hund beißt? Dann kann er mich eigentlich nicht beißen, oder? In diesem Augenblick streckt sich der Hund besänftigt auf allen Vieren aus, knurrt noch einmal freundlich nach und legt seine Schnauze gemütlich auf die Vorderpfoten.

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