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Rosa Hochzeitsrosen

Traum vom 2. November 2010

Während ich das große Gebäude durch einen, in einer Nische gelegenen Hinterausgang verlasse, kehre ich in das Erinnern des Traumes zurück. Links von mir große graue Steinquader. Mein Blick streift die Fassade entlang immer höher… eine Kirche oder ein Rathaus. In Abständen sind Steine nach innen gerückt und in diesen Nischen liegen überall rosa Rosen. Ist das zu glauben? Mit der Spitze meines Stockschirmes schiebe ich ganz vorsichtig die Stängel zur Seite. Oh, es sind lauter kleine rosa Rosensträuße! Nun – ich bemerke auch die feierlich gekleideten Menschen, die auf Stühlen vor dem Gebäude sitze und warten – verstehe ich: eine Hochzeit! Das sind bestimmt die Rosensträuße für die Brautjungfern! Hatte ich anfangs mehr unbewusst überlegt, mir eine der Rosen zu nehmen, verbietet es sich jetzt in aller Klarheit. Während ich mit den Augen bei den Rosen war, bemerkte ich es gar nicht, aber jetzt: ich befinde mich auf der umzäunten Terrasse vor der Kirche, die zu diesem Zeitpunkt den Hochzeitsgästen vorbehalten sein sollte. Ich will raus, finde den Weg aber nicht, sondern lande quasi in einer Sackgasse. Dort sitzt eine Frau und es ist mir sehr peinlich, ihr so nahe zu treten. So peinlich, dass ich sie gar nicht anzuschauen wage. Schnell kehre ich um, da ein Durchgang, puh. Mein Blick schwirrt völlig unstet, so bemerke ich die Hochzeitsfotografin erst, als ich sie fast über den Haufen renne. Sie sieht mich auch nicht, da sie die Kamera vor der Nase hat. Sogleich sehe ich ihre Füße. Sie läuft, trotz des feuchten Herbstvormittags, barfuß in den Halbschuhen. Sie knipst und knipst. Und während ich ihr mit einem weit ausholenden Schritt im letzten Augenblick ausweiche, denke ich, wie vorteilhaft es sein muss, eine Kunstschaffende zu sein, denn da wundert sich niemand über nackte Füße zu dieser Jahreszeit. Schon insofern würde ich gerne mit ihr tauschen – erst heute morgen hatte man mir auf meine nackten Füße gestarrt.

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