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Bilderleben

Traum vom 3. November 2010

Etwas außerhalb des Vergnügungsbereichs, am Rande einer stillen Tanzfläche. Einige Leute sitzen am Tisch und unterhalten sich angeregt. Als sie mich bemerken, zeigen sie sich interessiert: „Mach doch mal vor, wie die Traumgestalt spricht!“ Hm… es ist schon eine Weile her, dass ich von ihm träumte. Ob ich mich noch in ihn hineinversetzen kann? Ich imaginiere sein inneres Bild auf eine leere Leinwand hinter dem Tisch. Ja, nun sehe ich ihn klarer und sage zu den anderen: „Ich brauche ein kariertes Flanellhemd, einen Schlapphut aus Leder und eine Kippe im Maul. Die Vorstellung bewirkt, dass die imaginierte Gestalt die Leinwand verlässt, und wie ein greifbarer Schein und doch leibhaftig den Raum durchquert. Mit wenigen Schritten nähere ich mich, verschmelze mit ihm und bin nun in seiner Haut. Ich spüre seinen Gang, seine Stimme in meinem Hals und krächze etwas rau und grummelig ein paar Sätze. Ganz gut, so in etwa hörte er sich im Traum tatsächlich an. Es fühlt sich sehr gut an, diese männliche Seite herauszukehren.

Ein Raum ohne Aussicht nach draußen. Die Pobacken an die Tischkante gelehnt, schaue ich mit verschränkten Armen dem Treiben der Beine zu, die ich von meinem erniedrigten Standpunkt direkt vor Augen habe. Ein Kumpel tritt auf mich zu und meint: „Ziemlich langweilig, oder.“ – „Nö, ganz im Gegenteil. Der Tanz der Füße, das Spiel der Wadenmuskeln gefällt mir – dem kann ich lange zuschauen.“

Vor mir steht der Mann, links neben mir eine junge Asiatin in einfacher Kleidung, barfuß. Ich schaue sie an, in der Hoffnung, auch der Mann würde dann hinsehen. Schnell stellt er fest: „Mann, ist die hässlich!“ Hässlich? Nein… je länger ich sie betrachte und ihrer hübschen Stimme lausche, um so schöner erscheint sie mir. Dann ihr rechtes Ohr im Fokus: am oberen Ohrmuschelrand sind eng beieinander hauchzarte Drahtringe angebracht, die etwas einschneiden. Dadurch entsteht der Eindruck, ein ganz kleiner Fuß sei in ihr Ohr eingearbeitet. Das berührt und rührt mich und ich sage in stiller Begeisterung zum Mann: „Schau doch nur mal ihre entzückenden Ohren an! Ist das nicht süß!?“ — Nachdenklich wiegt er den Kopf hin und her. Ich kann es mir nicht anders vorstellen, als dass er sie gleich zärtlich küsst und bald an ihren zarten Ohren knabbert. Er muss doch ihre Schönheit erkennen. Die Asiatin ist sehr schüchtern; sie wird nicht die Initiative ergreifen.