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Eine Schüssel Reis fällt um

Traum vom 6. November 2010

Ehe ich die Fahrt antrete, eile ich im Abenddunkel noch einmal die Brücke hinauf und schaue von dort auf die Fahrbahnen. Neue Fahrspuren, die nun die Möglichkeit bieten, noch nicht erschlossene Gebiete zu erfahren – so in etwa jenseits der Friedberger; nordwest. Ganz besonders interessiert mich deshalb die Linksabbiegerspur, die zum unbebauten Gebiet führt. Es ist wichtig für mich, schon jetzt herauszufinden, ob ich die linke oder rechte der Linksabbiegerspuren nehmen muss. Doch so bemüht und konzentriert ich auch den Verkehrsfluss beobachte: ich kann es nicht genau erkennen. Manchmal entsteht der Eindruck, es sei überhaupt nur eine Linksabbiegerspur vorhanden, dann meine ich aber wieder, Autos auf zwei unterschiedlichen Fahrbahnen in diese Richtung fahren zu sehen. Nein, jetzt fährt da ja einer in entgegengesetzte Richtung. Also kann es nicht sein? Sonderbar, ich hatte mir diese Straßensituation bereits auf Google Earth angeschaut und es da ganz übersichtlich empfunden. Warum ich das jetzt nicht klar kriege… Mit einem Male kommt ein roter Mini Cooper mit weißem Dach aus dem Brückenschatten hervor geprescht. Die Fahrbahn glänzt – es regnet schon die ganze Zeit etwas. Doch mit einem Mal gibt es Blitzeis, der Mini beginnt zu schleudern, richtet sich auf einem Reifen auf, das Fahrzeug dreht sich um sich selbst und es macht den Anschein, als sei es gerade dieses Kreiseln auf der Stelle, dass die Vereisung der Nässe beschleunigt. Der Reifen wird regelrecht eingefroren. Dann aber landet der Mini doch wieder auf allen Vieren. Der Fahrer wendet blitzschnell, gibt Gas und macht sich auf den Rückweg. Man spürt direkt, dass der Fahrer denkt: Mist, das war der falsche Weg. Schnell weg hier, ehe noch ein Unglück geschieht!

Dann in einem stillgelegten Finnenhaus. Ich hocke vor der Nische, die unter dem Fenster einen Heizkörper birgt, der hinter einem Fadenvorhang verborgen liegt. Die Fäden des Vorhanges sind von Raureif überzogen, von dem ich sie befreien will, indem ich mit meinen Fingern hindurch kämme. Dabei merke ich erst, dass man gar nicht die einzelnen Fäden trennen kann, da diese auf einer dahinter liegenden Plastikfolie fixiert sind. Und wo mir das klar wird, fällt auch der Groschen, warum ich Mühe mit der Lebkuchenpuppe hatte! Die Lebkuchenpuppe hatte ich nämlich vorhin im Raum nebenan ausdauernd bearbeitet. Ich hatte die mit Zuckerguss konturierte Lebkuchenfigur mit einer durchsichtigen Klebemasse überziehen wollen, um sie zu konservieren. An Vorder- und Hinterkopf gelang es problemlos, doch der Körper nahm einfach nicht diese Flüssigkeit in sich auf. Der Rockteil ist mit Folie überzogen! Genau! Anfangs denke ich, ich könne diesen Folienschutz einfach abreißen, erkenne bei näherer Betrachtung aber, dass sowohl Lebkuchenkörper als auch Folienteil mit einer engen Versäuberungsnaht abgeschlossen und diese wiederum miteinander vernäht wurden. Reiße ich die Folie ab, so reiß ich auch die Versäuberungsnaht am Lebkuchen ab. Ich arbeite vorsichtig, muss aber schnell erkennen, dass ein gewisser Schaden unvermeidlich ist. Okay, aber wenigstens gibt es nun endlich einen Weg, diese Sache endgültig abzuschließen!

Im Raum nebenan eine Küche im Halbdunkel. Ich bewege mich entweder auf allen Vieren oder in der Hocke oder mir ist gerade eine Kinderperspektive zu eigen. Jedenfalls reicht mein Kopf kaum bis zur Arbeitsplatte hinauf. Ich hausarbeite und dabei mache ich wohl eine so unglückliche Bewegung, dass die Suppenterrine, die gehäuft voll mit frisch gekochtem Reis ist, von der Arbeitsplatte rutscht. Zwar landet sie günstig und es hupft nur ein Teil Reis heraus, aber trotzdem ist das ungeschickt von mir. Eine Frau steht da, schaut mich ärgerlich an und meckert: „Ich verstehe nicht, warum immer alle toll finden, was Du machst! Selbst dann, wenn Du nur ungeschickten Blödsinn verzapfst. Dann gibst Du lässig eine witzige Erklärung, warum es so und nicht anders ist und schon gibt es Applaus. Selbst wenn Dir alles misslingt, erfährst Du noch Bewunderung.“ Sie ist sehr sauer auf mich. Ich kann es nicht verstehen. Was sie da sagt, ist doch völliger Quatsch! Niemand applaudiert mir, niemand bewundert mich – wo denn? Ich sehe nichts. Es interessiert wirklich niemanden, wenn hier eine Schüssel mit Reis umfällt!