Home » Traumtagebuch » Chlordioxid und Kanarenvogel

Chlordioxid und Kanarenvogel

Traum vom 7. November 2010

Nach Jahren der Stille und Unberührtheit mal wieder im Wohnzimmer des Finnenhauses – so, als wohne ich dort. Ein lautes Brummen aus dem Fernsehschrank. Eigentlich ein Computerschrank – denn das Brummen kommt eindeutig von meinem alten Computer – Betriebssystem Win 95 oder 98. Der Lüfter läuft auf Hochtouren; man könnte meinen, er dreht gleich durch. Verdammte Kiste, hat der Autostart, oder wie? Vermutlich läuft er hier seit Stunden ohne Luftaustausch. Ich schnappe mir die Fernbedienung, schalte ihn aus. Uff. Dann programmiere ich eine neue Startzeit ein, überlege noch, welche am günstigsten wäre, wann ich meist im Haus bin. Doch habe ich noch gar nicht alle Zahlen eingetippt, da entert das System selbständig und hat nun ein Uhr nachts als Startzeit programmiert; Ende morgens gegen sieben Uhr. Ganz schlecht! Da müsste ich bis um ein Uhr aufbleiben, um es auszustellen – dabei wollte ich mir doch angewöhnen, früher ins Bett zu gehen. Oder ich müsste dann aufstehen – und könnte danach schlecht einschlafen. Eine sehr schlechte Zeit. Ganz entnervt muss ich akzeptieren, dass es nun für die nächste Zeit so ist.

Ich renne in den Keller. Stehe vor vier Rohrleitungen, die sich senkrecht vor mir erstrecken. Mit einer kleinen Motorsäge schlitze ich alle vier nacheinander auf halber Höhe auf. Beim vierten Rohr rieche ich es: allen vier Rohren entweicht Chlordioxid! Verdammt, ich habe die Gasleitungen geöffnet. Gas strömt aus! Da kann ich jetzt nichts dran ändern. Schnell raus aus dem Keller… kein Licht einschalten, nur ja keine Funken auslösen! Oje, die anderen Bewohner im Haus – keiner darf Licht anmachen. Ich muss was tun, ich muss hier raus. Schnell, schnell!

Mit dem Auto nachts auf einer langen Strecke – ähnlich der Route 66. Vor mir zwei schwere Lastzüge, deren dunkles Rot von Ruß überzogen ist. Sie stampfen und fauchen vor mir her. Ich will überholen, schaue in den Rückspiegel, schätze ab, ob genug Zeit für mich bleibt. Als ich wieder nach vorne blicke, ist der Lastzug vor mir nur noch wenige Zentimeter entfernt und bremst! Waaah! Ich kann nichts mehr tun, habe aber Glück: der Lastzug schert nach links aus und gibt die Fahrbahn vor mir frei. Wir stoppen gleichzeitig vor einem Haltepunkt, wie an einer Ampel, nur dass es keine Ampel oder ein sonstiges Haltezeichen gibt. Wir warten, dass es weitergeht. Also links von mir der Lastzug. Hat massige Kühe geladen. Eine Kuh zieht den Lastzug – ein riesiges Viech. Eine weitere massige Kuh liegt auf der anderen drauf. Sie schläft ein und beginnt von der unteren Kuh abzurutschen. Oje, wenn die weiterfahren, verliert der Fahrer noch seine dicke Mutterkuh! Ein grandioser Anblick – eine Schwere und Müdigkeit… Ich stehe auf der Standspur, was aber wohl weder Hindernis noch Besonderheit ist – jedenfalls: Fahrspur ist Fahrspur; Hauptsache ist, es geht voran.

Völlig ungeplant sitze ich in einem kleinen Flieger, der mehrmals täglich – ähnlich einem Bus – zwischen den Kanaren und dieser deutschen Stadt hin und her pendelt. Außer mir sitzen noch eine Handvoll Rentner auf den Sitzen. Klar, sie leben auf den Kanaren, haben aber noch einen Wohnsitz in D. Manche haben halt ihren Regenschirm vergessen, fliegen also hierher, holen ihn und fliegen zurück auf die Inseln. Auf dem Fußboden – vor allem in den Seitenbereichen des Fliegers – liegen viele Turnschuhe in allen möglichen Größen herum. Gelbe Turnschuhe mit blauen Streifen – Kinder-, Damen- und Herrenschuhe. Auch Socken liegen herum und ich verstehe: Oben in höchsten Höhen ist eisige Luft; deshalb stehen den Fluggästen diese Schuhe zur Verfügung. Der Flugkapitän kommt von hinten herein. Über meine rechte Schulter hinweg schaue ich ihn an. Er erwidert meinen Blick mit einem Lächeln , setzt sich auf einen Klappsitz, zwinkert mir zu und hält meinen Blick mit seinen schwarzen Augen in denen es weiß aufblitzt. Nein, das stört mich. Ich will nicht von jemandem geflogen werden, der mit mir flirtet. Seine Aufmerksamkeit soll auf den Flug gerichtet sein und nirgendwohin sonst. Es geht schließlich um unsere Sicherheit! Dann fliegt er los. Ein wirklich kleiner Flieger, wie ich klar feststelle. So’n Kanarenvogel halt. Ob das sicher ist? Ich fahre mit dem Auto auf der Straße, über mir der Kanarenflieger. Ja, klein. Aber er fliegt sicher, es sind keine Störungen zu erkennen. Na dann… ist wohl alles gut!