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Tiefe

Traum vom 12. November 2010

… einige Stunden beschäftige ich mich mit Abrissen aus selbst geschöpftem Papier. Es sind längliche Label aus kräftigem Material, wie von Hand ausgerissen, mit rauer Oberfläche. Entweder sind sie leicht, wie mit Kohle, geschwärzt, oder ich überlege, sie auf diese Weise etwas vorzubereiten, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Am Ende sollen es kleine Bücher werden und deren Bestandteile.

Erst als der Druck zunimmt, erkenne ich rückblickend, wie ich in diese Situation gekommen bin:
Ich war aus großer Höhe ins Schwimmbecken gesprungen. Mir kommt es vor, als habe das Sprungbrett sich in hundert Meter Höhe befunden. Denn so tief hat mich der Sprung in die Tiefe befördert, dass das Auftauchen dauert und dauert! Die Luft in meinen Lungen ist längst heraus und ich bin noch weit von der Wasseroberfläche entfernt. Ich spüre, wie die Lungen sich vollsaugen wollen. Ich kämpfe dagegen an, doch der Körper ist stärker. Ich atme Wasser ein, der fehlende Sauerstoff bereitet mir heftigen Druck im Kopf und im Brustkorb. Zwei Atemzüge Wasser. Welch ein Wahnsinn! Mit kräftigen Beinbewegungen arbeite ich mich der Oberfläche entgegen. Der Druck, der Schmerz, dieses grässliche Gefühl nimmt zu; wenn ich nicht gleich Luft bekomme, ist es mir mit vorbei. Und während ich endlich aus dem Wasser auftauche,
wache ich auf und spüre noch diesen unangenehmen Druck in Kopf und Brustraum.