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Rundhaus und Felsenräume

Traum vom 16. November 2010

Viele neue Wege. Unbekanntes Land. Durchdringen eines weitläufigen Baumbestands. Dann, an dessen Ende, die Weite eines kleinen, überwiegend brach liegenden Industriegebiets. Ein neues Haus… ich lebe hier, gerade jetzt. Neu. Blick aus dem Fenster… es ist märchenhaft… präluzide… Dort drüben, in fünfzig Meter Entfernung, steht ein Haus mit kreisrundem Grundriss. Aus vielen runden Felsen der untere Saum, auf dem sich eine stabile Basis errichtet, auf der wiederum die Wohnräume liegen. Dort drüben wohnt eine Frau, eine – man sagt es besser nicht – eine Hexe. Natürlich nicht wie eine aus dem Märchen, sondern eine ganz normale Frau. Ich kann den Blick gar nicht von dem wundersamen Haus wenden. Und dieses vor dem Hintergrund einer weiten Wolkenformation mit dunkelblauen Wolkensäumen; dazwischen das Tagblau des Universums. Ich muss ein Foto davon machen! Ein wenig stört mich, dass ein Teil der benachbarten Fertigungsanlage optisch ein wenig in das Haus hineinragt. Aber wie ich mich auch wende, ein Teil davon stört immer. Es ist ja auch egal – so ist halt die Wirklichkeit; da muss man mit Störungen rechnen. Wie sonderbar dieses alte Haus… Oh nein! Da ist die Ahnung, in einem Traum zu sein. Fast wäre ich wieder darauf reingefallen und dachte, ich könne die hier gemachten Fotos mit ins Wachleben nehmen. Das wäre zu schön. Bereits jetzt spüre ich die Anstrengung, die es machen wird, dieses Bild in Worte zu fassen, ohne dass es gelänge. Viel lieber zeigte ich das Bild – das wäre beeindruckender als jedes Wort von mir. Ach, dann will ich mir die Mühe mit dem Foto gar nicht machen. Ich lege die Kamera enttäuscht beiseite.

Zügig marschiere ich durch die Felsenlandschaft im Untergrund. Obwohl es hier dunkel ist, ist der Weg zu erkennen. Der kleine Junge folgt mir – ich spüre ihn mehr, als ich ihn sehe oder höre. Ja, ein wenig treibt es mich zur Eile, ihn im Rücken zu wissen – die flinken Kinderbeine. Bald erreiche ich einen Punkt – der Aufstieg in die Tagwelt ist bereits zu ahnen – wo die runden Felsen sehr locker aufeinander liegen. Links der Abgrund, vor mir ein Felsen, der – von anderen Felsen gehalten – eine Brücke bildet. Doch die leiseste Berührung mit dem Fuß lässt ihn wackeln. Es gibt ein reibendes Geräusch, so als würde man geheimnisvolle Steinplatten aneinander reiben. Es gibt zwei Möglichkeiten. Einen sehr großen Sprung darüber hinweg, oder einen kleinen, aber sehr mutigen und irgendwie auch vertrauensvollen Schritt auf den wackeligen Brückenstein. Kurze Unentschlossenheit – es gilt schließlich, nicht nur mich, sondern auch den kleinen Jungen heil hinüber zu bringen. Ich wage… betrete den Stein, er wackelt und ich springe mit einem weiteren Schritt auf die andere Seite. Der Junge folgt. Eine kleine Kurve, dann liegen die drei Stufen vor mir, die nach oben führen. Direkt unten am Treppenabsatz entdecke ich eine Kamera. Sie gehört der Frau, die dort in der Tagwelt, nur wenige Schritte weiter, auf einem Stuhl sitzt und auf die Abreise wartet. Ich könnte die Kamera nehmen… wenigstens von hier aus, zurückblickend, einige Aufnahmen machen. Hier, wo ich der Tagwelt doch so nahe bin, müsste es doch möglich sein… ich wünschte mir so sehr, ich könnte ein Foto aus der Unterwelt mit ins Wachleben nehmen… Aber meine Hemmungen sind zu groß – ich kann mich nicht überwinden, es ihr wegzunehmen.