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Klanghydrometer des toten Wassertrinkers

Traum vom 14.06.2005

Eine bekannte Persönlichkeit – ein Mann von etwa 65 Jahren – ist überraschend gestorben. Er bekam immer häufiger gesundheitliche Probleme nach dem Wassertrinken. Dennoch konnte er nicht davon lassen – und dieses Mal bringt es ihm gleich darauf den Tod. Angesichts der Probleme, die der Mann hatte, wundert mich dies nur wenig. Sein Stoffwechselapparat war durch übermäßigen Alkoholgenuss derart angegriffen, dass er diese Wassermengen einfach nicht mehr bewältigen und durchschleusen konnte. Der Mann wusste von der Gefahr, hatte dennoch immer wieder Wasser getrunken und es hinterher heimlich erbrochen, um einen Zusammenbruch zu vermeiden.

Ein paar Männer, eine Frau und ich kommen in einem kleinen Vortragssaal zusammen, um die Kunstdrucke des verstorbenen Wassertrinkers untereinander aufzuteilen. Es sind große leicht vergilbte Bögen mit Linoldruck – ich meine, darunter auch eine alte Weltkarte zu sehen. Wir stehen nahe der Tür. Der Ablauf ist ruhig, ich bin daran nicht beteiligt, finde es inzwischen langweilig darauf zu warten. So werfe ich irgendeine sinnlose Bemerkung in die Runde. Die Leute merken auf, schauen mich fragend an… „Ich möchte auch etwas Aufmerksamkeit und Zuwendung erfahren“, erkläre ich hilflos achselzuckend, „nur deshalb sagte ich es!“ Ein jüngerer sympathischer Mann legt die Kunstdrucke aus den Händen, tritt liebevoll lächelnd auf mich zu und wir umarmen uns, wiegen uns ein Weilchen hin und her. Das ist schön und ich bin nun zufrieden. Der junge Mann wendet sich dann ebenso zufrieden wieder der Verteilung zu.

Kurz darauf gelangen wir an eine Bühne oder Leinwand. Der Marktplatz einer Altstadt wird auf eine Weise an die Wand projiziert, dass vage der Eindruck entsteht, der Marktplatz schlösse sich wirklich diesem Raum an. Es geht um ein Klang-Hydrometer, das direkt vor der Marktplatzszenerie zu sehen ist, welches sich aber konkret hier befindet. Es ist ähnlich einem Galileo-Thermometer. Am Glaskolben markieren schwarze Messstriche die Werte im Eintausender-Bereich. Der Abstand zwischen den Linien erweitert sich nach oben hin. Je höher der Skalen-Wert, umso höher der Klang. Die jeweiligen Messwerte werden mit bestimmten Alltagsgeräuschen verglichen, um einen beispielhaften Eindruck zu geben. Es verblüfft mich, welche banalen Vergleiche für dieses präzise Gerät gewählt wurden! Ein Geschäftsmann – der auch zu denjenigen gehört, der Anrecht auf die Kunstdrucke hat – steht links neben mir. Wir beide singen in hoher Tonlage eines der einfallslosen Alltagsgeräusche nach. Mich erheitert das ein bisschen, aber ich bin auch etwas enttäuscht, dass wir nicht mehr draus machen können.

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