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Schwarzer Vogel mit blauen Leuchtaugen

Traum vom 14.06.2005

Einer Müslischachtel entnahm ich zwei Plastiktütchen. In jeder sind Brötchen und Croissants, dazwischen schwirren ein paar Froot Loops oder Frolic herum. Ich kann nicht genau erkennen, ob es sich um Cerealien oder um Hundefutter handelt. Gebrauchen kann ich es so oder so nicht. Da der Hausmeister gerade zu mir in den halbdunklen Küchenvorraum kommt, frage ich ihn, ob er es gebrauchen kann. Meine Frage bezog sich eigentlich nur auf diese Hundefutter-/Cerealienringe, aber der Hausmeister nimmt gleich alles und sagt, er könne es verwenden. Er versichert mir dann zum wiederholten Male, dass er gleich morgen früh mit mir nach Weyhe fahren wolle. Er wirkt sehr zuvorkommend. Und ich verstehe das so, dass er mir dann das Brötchen und das Croissant aus der Tüte zurückgeben wird. Ich sage mit bedeutungsvoller Stimme: „Das Croissant ist mein Frühstück!“, und hoffe, dass mein Ton vermittelt, dass ich es auf alle Fälle zurückhaben möchte. Ich denke, er hat es verstanden und ich kann nun entspannt in die Küche gehen.

Die abendlich ruhige Küche liegt um eine Ecke herum. Oje, ich hatte es fast vergessen… das Chaos der letzten Kocherei. Auf dem Eck zwischen Spüle und Herd balanciert ein Backblech auf einem Stapel Geschirr, Besteck und den Resten der Obst- und Gemüseputzerei. Nanu, bewegt sich darunter etwas im Verborgenen? Mir wird leicht unbehaglich bei dem Gedanken, einen unbemerkten Gast in der Küche zu haben. Womöglich eine Maus… oder gar eine Ratte? Es raschelt und das Backblech schaukelt leise. Etwas macht sich an der dunkelbraunen Bananenschale zu schaffen, die halb unter dem Backblech zu liegen kam. Dann wird eine große Maus in der Küche sein?!

Mein Unbehagen nimmt zu, und abwartend halte ich inne und schaue. Eine dunkle Schnauze kommt zum Vorschein. Aber nein, es ist eine kleine Robbe! Sie hat eine kleine Öffnung auf dem Rücken – ähnlich einem Delphin. Die Robbenhaut glänzt schwarz, feucht und glatt. Diese Robbe erscheint nicht sehr bedrohlich, dennoch fühle ich mich damit unbehaglich, da sie ohne meines Wissens in die Küche eingedrungen war und hier nun alles erobert und anknabbert. Gleichzeitig finde ich so eine kleine Robbe niedlich.

Das Tier kommt ganz zum Vorschein: Oh, es ist gar keine Robbe!!! Ein großer schwarzer Vogel! Es plustert sein Gefieder, flattert ein wenig mit den Flügeln, wobei sich rundum die Halskrause öffnet und sein darunter liegendes feineres, flauschigeres Gefieder auslüftet. Es ist so schön! Weiß, schwarz, grau mit einem wundervollen Mittelblau dazwischen,

Der Vogel bemerkt mich, hält aufmerksam blickend inne, beobachtet mich. Ich fühle mich bedroht – wegen seiner Größe. Was, wenn er mich angreift? Er plustert nochmals sein Gefieder und erst jetzt erkenne ich seine wahre Größe. Mir wird mulmig, und der Vogel setzt zum Fliegen an. Den Vogel im Auge behaltend, will ich vorsichtig schleichend durch die Küchentür hinaus.

Der Vogel hebt ab und fliegt durch die Küche. Schnell schließe ich die Glastür und schaue von der Diele in die Küche hinein. Der Hausmeister ist inzwischen auch wieder da, steht rechts neben mir und schaut interessiert zu. Der Vogel hat große himmelblaue Augen, die von innen her leuchten, so als sei das Tier innerlich mit Licht erfüllt. Nun sehe ich den Vogel nicht mehr direkt. Leuchte kurz mit meiner Taschenlampe in die Küche hinein, und stelle fest, dass es gar nicht nötig ist, da es in der Küche eh hell ist. Dabei – oder gar dadurch? – geschieht etwas Faszinierendes und zugleich Beängstigendes: Der Vogel wird offenbar mit noch mehr Licht aufgeladen! Seine großen Augen sind weit geöffnet, sein inneres Licht dringt durch das Himmelblau der Iris hindurch und wirft so ein blaues Licht an die Küchenwände. Groß und leuchtend strahlen die eulenartigen Augen des Vogels an die Wände – erfüllen den ganzen Raum mit diesem leicht bläulichen Licht. Und was mich wohl am meisten ängstigt ist, dass der Vogel mit diesen an die Wände projizierten Augen sehen kann! Sein Blick kommt von allen Seiten! Neutral und unbewegt sind seine durchdringenden Blicke auf uns gerichtet, auch wenn wir ihn nicht direkt sehen können. Keine unserer Regungen, keiner unserer Gedanken bleibt seinen sehenden Augen verborgen.

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